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Freude beim Tokio-Hotel-Star

Bill Kaulitz erzielt juristischen Sieg gegen queer­feindlichen AfD-Politiker

Ein AfD-Politiker, der schon früher Ausrottungsfantasien gegen queere Menschen geäußert hatte, beleidigte Bill Kaulitz auf X. Der Tokio-Hotel-Star klagte – und hat jetzt einen Sieg eingefahren.


Bill Kaulitz kann auf einen Sieg gegen den Rechtsextremismus anstoßen (Bild: Glitter Spritz)

Musiker Bill Kaulitz hat sich laut "Spiegel" erfolgreich gegen einen diffamierenden Social-Media-Beitrag des Berliner AfD-Politikers Julian Adrat gewehrt. Das Tokio-Hotel-Mitglied erzählte am Donnerstag auch kurz in seinem Podcast "Kaulitz Hills – Senf aus Hollywood" von dem Rechtstreit. "Wenn ihr so was postet, dann bekommt ihr öfters Post von mir", sagte der 36-Jährige.

Adrat, ein AfD-Kandidat für die Berliner Abgeordnetenhauswahl in vier Monaten, wurde per Eilentscheidung vom Landgericht Hamburg vorläufig untersagt, bestimmte Aussagen über Bill Kaulitz weiterzuverbreiten oder zu wiederholen. Zuvor war der AfD-Politiker von Kaulitz' Anwalt aufgefordert worden, eine strafbewehrte Unterlassungserklärung zu unterschreiben. Dies lehnte der Rechtspopulist ab.

Gericht sieht "massive Abwertung des Antragstellers"

Adrat war im Elon-Musk-Portal X in mehreren Tweets über Kaulitz und seine sexuelle Orientierung hergezogen. Laut dem Landgericht handelte es sich dabei um eine "massive Abwertung des Antragstellers, die sich an dessen sexueller Orientierung ausrichtet und den Antragsteller gezielt diffamiert". Adrat wurde untersagt, die Beleidigungen weiterzuverbreiten. Daraufhin löschte er die Einträge.

Der AfD-Politiker hat bereits in der Vergangenheit aus seiner Abneigung gegen queere Menschen kein Geheimnis gemacht. So hatte er 2023 in seinem Podcast Ausrottungsfantasien gegen trans Menschen geäußert (queer.de berichtete). Daraufhin wurde er in erster Instanz wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe in Höhe von 2.000 Euro verurteilt (queer.de berichtete). Das Verfahren soll später gegen eine Geldauflage eingestellt worden sein.

Für die AfD war diese Art von Queerfeindlichkeit offenbar ein Ritterschlag: Anderthalb Jahre nach dem Urteil wurde Adrat für die Berlin-Wahl auf Platz 15 der Landesliste gewählt (queer.de berichtete). Damit hat er gute Chancen, dem Berliner Stadtparlament im Herbst anzugehören: Bei der letzten Abgeordnetenhauswahl 2023 holte die rechtsextreme Partei zwei Direktmandate und 15 Listenmandate. Laut Umfragen könnte die AfD ihren Stimmenanteil bei der nächsten Wahl am 20. September deutlich steigern. (cw)

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