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Auch queere Menschen gefährdet
Human Rights Watch: WM potenzielle Menschenrechtskatastrophe
Human Rights Watch warnt vor massiven Menschenrechtsproblemen bei der kommenden Fußball-WM. Besonders der Umgang mit Minderheiten und der Einsatz von ICE sorgen für Unsicherheit, auch für queere Menschen.

Minky Warden kritisiert die Übergabe des "FIFA-Friedenspreises" an Donald Trump (li.) im Dezember (Bild: IMAGO / Schüler)
- 11. Mai 2026, 11:18h 3 Min.
Für Human Rights Watch ist die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada "eine potenzielle Menschenrechtskatastrophe". Das sagt Minky Worden als Direktorin der Menschenrechtsorganisation mit Blick auf die Vereinigten Staaten. Die WM sollte einen Bruch mit der jüngeren Vergangenheit darstellen und von einem Menschenrechtsrahmen geleitet werden, betonte Worden im Interview bei ntv.de: "Aber ich kann definitiv sagen, dass die WM zwar immer noch die größte sein mag, aber sie wird nicht die beste in Bezug auf die Menschenrechte werden." Das Großevent findet vom 11. Juni bis 19. Juli statt.
Die WM sei von unglaublich viel Unsicherheit umgeben, so Worden. Sie spricht dabei die umstrittene US-Einwanderungsbehörde ICE an, die bei der WM die Durchsetzung der Sicherheitsmaßnahmen tragen könnte. "ICE, eine Art paramilitärische Polizei, betreibt eine brutale, menschenverachtende Politik, selbst bei Menschen, die das Recht haben, in den Vereinigten Staaten zu bleiben", sagte Worden.
Worden: Auch queere Menschen gefährdet
Welche Rolle ICE spielen wird, ist aber unklar. Zuletzt hatte Rodney Barreto als stellvertretender Organisationschef von Miami betont, die Zusage von US-Außenminister Marco Rubio erhalten zu haben, dass bei Spielen der Fußball-WM keine ICE-Beamt*innen im Stadion sein werden.
Nach Ansicht von Worden zeigt sich aber, wie sich ein Kulturkrieg von US-Präsident Donald Trump auch bei der WM abspiele. "Etwa bei den fehlenden Menschenrechtsmaßnahmen der Ausrichterstädte. Sie sollten eigentlich den Schutz von Minderheiten und schutzbedürftigen Bevölkerungsgruppen, einschließlich LGBT-Personen, gewährleisten. Aber von den vier veröffentlichten Aktionsplänen erwähnt in den USA nur der von Atlanta LGBT-Rechte", so die Aktivistin.
Sie verweist dabei auf schlechte Erfahrungen aus Russland, wo die Olympischen Winterspiele 2014 und die Fußball-WM 2018 keinerlei Verbesserungen für queere Menschen gebracht hätten: "Die beiden Events haben nicht dazu beigetragen, die wachsende Unterdrückung in Russland zu vermindern oder auch nur zu verschleiern und zu verbergen, einschließlich der Unterdrückung von LGBT-Personen."
Zuletzt ging Trump vermehrt gegen queere und insbesondere trans Personen vor. Die neue Anti-Terror-Strategie der US-Regierung geht etwa ausdrücklich gegen den angeblich um sich greifenden "pro-transgender" Terrorismus vor (queer.de berichtete).
Menschenrechtlerin: Friedenspreis "eine Form der Korruption"
Der Weltverband FIFA habe diesbezüglich im Vorfeld versagt, prangert Worden an und nennt den bei der WM-Auslosung vergebenen Friedenspreis an Trump als Beispiel. "Hierbei handelt es sich um eine Form der Korruption. Das ist eine erfundene Sache, um einem Mann zu schmeicheln, der nicht für Frieden, sondern für die gewaltsame Unterdrückung der Amerikaner, Bombardierungen außerhalb des Staatsgebiets und Kriege im Ausland steht."
Die FIFA hat Menschenrechtsvorgaben in die Bewerbungsverfahren für Wettbewerbe integriert und nennt Menschenrechte als strategisches Ziel. (dpa/cw)














