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GLAAD Social Media Safety Index
Soziale Medien so unsicher für queere Menschen wie nie zuvor
Portale wie X, Facebook und Instagram sind für queere Nutzende heute unsicherer als in den Vorjahren.

Elon Musks Portal X steht beim GLAAD Social Media Safety Index ganz hinten (Bild: Gage Skidmore / flickr)
- 11. Mai 2026, 16:26h 3 Min.
Die neue Studie der GLAAD zeichnet ein deutlich verschärftes Bild der Lage für queere Menschen im Netz: Laut dem vergangene Woche veröffentlichten sechsten "Social Media Safety Index" erreichen große amerikanische Plattformen wie Meta, X und YouTube historische Tiefstwerte beim Schutz von queeren Nutzenden.
Die seit 2021 jährlich erscheinende Untersuchung bewertet zentrale Plattformen nach Kriterien wie Sicherheit, Datenschutz und Meinungsfreiheit. 2026 fallen die Ergebnisse besonders negativ aus: Nahezu alle Dienste verschlechtern sich im Vergleich zum Vorjahr, während queerfeindliche Hassrede, Belästigung und Desinformation weiter zunehmen.
X ist Schlusslicht
Besonders drastisch: X, das frühere Twitter, landet mit nur 29 von 100 Punkten auf dem letzten Platz, dicht gefolgt vom Google-Portal YouTube (30 Punkte). Die Angebote von Meta – also Facebook, Instagram und Threads – liegen nur knapp davor – alle Portale haben im Vergleich zum Vorjahr Punkte eingüßt, Youtube ist mit minus elf sogar regelrecht abgestürzt. Nur das chinesische Portal TikTok bleibt konstant – ist aber mit 56 von 100 Punkten nur bedingt ein Vorbild. Von echter Sicherheit könne auch auf dieser Plattform keine Rede sein.

(Bild: GLAAD)
Kluft zwischen Regeln und Realität
GLAAD kritisiert vor allem eine wachsende Diskrepanz zwischen offiziellen Community-Richtlinien und der tatsächlichen Erfahrung queerer Nutzender. Trotz bestehender Regeln würden Hass und Angriffe oft unzureichend moderiert. Ein zentraler Vorwurf: Plattformen hätten in den vergangenen Jahren Schutzmechanismen abgeschwächt, Transparenz reduziert und Diversity-Programme zurückgefahren. Als Hauptgrund für die Entwicklung wird Druck der Trump-Regierung genannt, die gegen "woke" Inhalte in den Medien vorgeht und etwa zuletzt vermeintlich zu queerfreundlichen TV-Sendern mit Lizenzentzug drohte (queer.de berichtete).
Die Studie hebt hervor, dass vor allem trans und nichtbinäre Personen die Folgen dieser Entwicklung spüren. Politische Angriffe und Desinformation würden sich online verstärken – bei gleichzeitig sinkendem Schutz durch Plattformrichtlinien.
GLAAD fordert unter anderem strengere Moderation, mehr Transparenz bei Entscheidungen sowie einen konsequenten Schutz vor gezielter Belästigung. Zudem müssten queere Inhalte besser geschützt werden, statt sie – etwa durch Overblocking, also automatisiertes Verbergen queerer Inhalte – zusätzlich einzuschränken. Queere Creator*innen müssten sich wegen dieser Praktiken beschweren, fordert die GLAAD – und Werbetreibende sollten überdenken, in einem solchen Umfeld zu werben.
"Als GLAAD damit begann, Social-Media-Plattformen im Rahmen unseres 'Social Media Safety Index' (SMSI) zu bewerten, rechneten wir mit niedrigen Ergebnissen", erklärte GLAAD-Chefin Sarah Kate Ellis. "Die weit verbreitete Zensur von LGBTQ-Creator*innen, die ständigen Bedrohungen für die Privatsphäre unserer Community sowie die Verbreitung von anti-LGBTQ-Inhalten und -Verhaltensweisen machten einen schlechten Start nahezu unvermeidlich." Allerdings habe GLAAD nicht erwartet, dass sich die Zahlen seither noch verschlechterten. Die genannten Defizite seien "systemische Fehler, für deren Behebung die Tech-Führer zwar die Werkzeuge hätten, sich jedoch stattdessen dazu entscheiden, von ihnen zu profitieren". (cw)













