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Nichtbinärer Act

Eurovision Song Contest: wavvyboi verkündet deutsche Punkte

Überraschung beim ESC: wavvyboi, bekannt für den Song "black glitter", wird das Gesicht der deutschen Jurywertung. Beim Vorentscheid war der nichtbinäre Act hauchdünn an Sarah Engels gescheitert.


Wem Deutschland "douze points" gibt, werden wir von wavvyboi erfahren (Bild: ARD / SWR / Claudius Pflug)
  • 12. Mai 2026, 12:34h 3 Min.

Beim Vorentscheid noch unterlegen, jetzt doch beim ESC zu sehen: Der nichtbinäre Act wavvyboi wird beim Eurovision Song Contest in Wien die deutschen Jury-Punkte verkünden. Das gab der Südwestrundfunk bekannt, der die Federführung innerhalb der ARD für den ESC innehat. Zugeschaltet wird wavvyboi demnach in der Nacht von Samstag auf Sonntag auch aus dem SWR-Sendegebiet. "Der Sänger (sic) meldet sich von Baden-Baden aus per Live-Schalte", so der SWR.

Die Nominierung ist eine durchaus überraschende Personalie. wavvyboi war selbst bei der Endauswahl um den deutschen ESC-Startplatz mit der Rock-Hymne "Black Glitter" ins Rennen gegangen – und am Ende hauchdünn an Sängerin Sarah Engels gescheitert, die nun in Wien auftreten wird (queer.de berichtete). Bei der Publikumsabstimmung trennten beide nur wenige Prozentpunkte.

"Leute. Ihr dachtet vielleicht, Ihr seht mich dieses Jahr nicht beim Eurovision Song Contest. Aber ihr werdet mich doch sehen. Ich habe nämlich die riesige Ehre, als Spokesperson für Deutschland dabei zu sein", erklärte wavvyboi in einer ersten Reaktion. "Keine Ahnung, wie ich dabei cool bleiben soll. Aber ich freue mich einfach riesig. Es bedeutet mir natürlich super viel, meinen Rock 'n' Roll in die Show nach Wien zu bringen." Das ESC-Finale verfolgen rund 170 Millionen TV-Zuschauer*innen.

Wer ist wavvyboi?

wavvyboi, 28 Jahre alt, heißt bürgerlich Simon Vogt-Grande und kommt aus Liechtenstein. wavvybois Stil erinnert an David Bowie, aber auch an Lady Gaga, die ESC-Gewinnerband Måneskin und die Alternative-Rock-Band Placebo. In der Musik greift wavvyboi Themen wie mentale Gesundheit, queere Identität und den Umgang mit persönlichen Brüchen auf.

Die sogenannte Spokesperson teilt Europa nach Mitternacht beim ESC mit, wem die deutsche Fachjury wie viele Punkte gibt. In den vergangenen Jahren hatten etwa Sänger Michael Schulte (2025), Moderatorin Ina Müller (2024) und Moderator Elton (2023) diese Rolle inne.

Auch viele Rundfunkanstalten aus anderen Ländern haben bereits ihre diesjährigen Spokespeople bekanntgegeben, darunter befinden sich auch viele bekannte Gesichter: Belgien lässt die Punkte etwa von Sandra Kim verlesen, die 1986 den ESC mit "J'aime la vie" in Bergen gewonnen hatte. Die Ukraine schickt Daniil Leshchynskyi von der Band Ziferblat ins Rennen, die letztes Jahr für das Land angetreten war. Die norwegischen Punkte werden von Elisabeth Andreassen verlesen, die schon vier Mal beim ESC angetreten war – 1985 gewann sie als Teil des Duos Bobbysocks! und dem Lied "La det swinge" den Musikwettbewerb, außerdem war sie 1982 Teil der Gruppe Chips mit "Dag efter dag" (8. Platz), 1994 trat sie mit Jan Werner Danielsen und dem Lied "Duett" auf (6. Platz) und 1996 als Solokünstlerin mit dem Lied "I evighet" (2. Platz). (dpa/cw)

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