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Kampf gegen vatikanische Intoleranz

ZdK verteidigt Segnung Homo­sexueller gegen Kritik aus dem Vatikan

ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp appelliert an den Vatikan, die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare durch katholische Priester nicht länger zu verdammen.


ZdK-Chefin Irme Stetter-Karp hofft, dass der Vatikan seine Diskriminierungslust gegen queere Menschen und Frauen irgendwann einmal verliert (Bild: IMAGO / epd)

Dass gleichgeschlechtliche Paare in der katholischen Kirche Deutschlands gesegnet werden dürfen, ist dem Vatikan ein Dorn im Auge. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) verteidigt nun die Praxis in einigen deutschen Bistümern. ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp wies laut der Nachrichtenagentur KNA am Dienstag in Würzburg zum Auftakt der Frühjahrsvollversammlung des katholischen Laiengremiums Sorgen von Papst Leo XIV. wegen den Homosexuellen-Segnungen als ungebründet zurück.

Stetter-Karp arguementierte, dass sich die Segnungsfeiern zwischen Homo-Paaren und heterosexuellen Ehepaaren – wie vom Vatikan gefordert – unterscheiden würden. "Daher ist meine Hoffnung, dass diese Handreichung für Segensfeiern weiterhin an so vielen Orten wie möglich für Segnungen von gleichgeschlechtlichen Paaren und Paaren in sogenannten irregulären Situationen zum Einsatz kommt und zum Segen wird", so Stetter-Karp.

Die Handreichung für Segensfeiern für homosexuelle Paare unter dem Titel "Segen gibt der Liebe Kraft" war 2023 von der Deutschen Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken beschlossen worden (queer.de berichtete). Darin ist vorgesehen, dass gleichgeschlechtliche Paare gesegnet werden dürfen, sollte der Bischof der Praxis zustimmen. Allerdings dürfe dies nicht mit einer heterosexuellen Trauung verwechselbar sein. Die queere Organisation OutInChurch sprach wegen derartigen Einschränkungen von einer "Segnung zweiter Klasse".

Vatikan will nur heimliche Segnungen erlauben

Aber selbst diese zweitklassige Segnung ist dem Vatikan zu viel: Die vatikanische Glaubensbehörde erklärte in einem kürzlich veröffentlichten Brief an die deutschen Bischöfe darüber, dass die Segnung queerer Paare höchstens informell, spontan und außerhalb offizieller Gottesdienste stattfinden dürfe – also so, dass praktisch niemand etwas davon mitbekommt. Auch Papst Leo XIV. kritisierte im April die Segnungen gegenüber Journalist*innen (queer.de berichtete).

Die deutschen Bischöfe sind in der Frage der Segnung Homosexueller gespalten: Einige wollen trotz der vatikanischen Ablehnung an Segensfeiern festhalten. Bereits jetzt existiert ein "Flickenteppich" aus Praxisformen – von offizieller Einführung über stillschweigende Duldung bis hin zu klaren Verboten, etwa in Köln (queer.de berichtete).

Für queere Katholik*innen bedeutet das weiterhin Unsicherheit: Während individuelle Segnungen möglich sind, bleibt eine institutionelle Anerkennung ihrer Beziehungen durch die Kirche ausgeschlossen. Mit der Segnung von Mördern, Haustieren oder gar Autos hat der Vatikan hingegen keinerlei Probleme. Eine mögliche Lösung für Gläubige wäre der Übertritt in die evangelische Kirche, die größtenteils Homo- und Heterosexuelle als gleichwertig behandelt.

Stetter-Karp kritisierte den Vatikan auch dafür, dass auch Frauen weiterhin wegen ihres Geschlechts pauschal als ungeeignet für höhere Ämter angesehen werden: "Die Ergebnisse der vatikanischen Studiengruppe zum Thema des Frauendiakonats lassen mich ohne wirkliche Ermutigung zurück", kritisierte die Sozialwissenschaftlerin. "Stattdessen heißt es, wieder einmal: Frauen können nach jetzigem Stand nicht zur Diakonenweihe zugelassen werden." (cw)

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