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Dermatophilose
Neue sexuell übertragbare Krankheit bei schwulen Männern
In Spanien, Frankreich und Deutschland sind Hautinfektionen bei Männern festgestellt worden, die bislang eher Tiere befallen haben. Die Männer haben sich wohl in schwulen Saunas infiziert.
- 13. Mai 2026, 15:42h 2 Min.
Forschende in Frankreich und Spanien haben Cluster einer seltenen Hautinfektion diagnostiziert, die normalerweise Nutztiere befällt. Betroffen sind demnach Männer, die Sex mit Männern haben (MSM) – ohne bekannten Kontakt zu infizierten Tieren. Berichte im Fachjournal "Emerging Infectious Diseases" beschreiben kleinere Cluster in Barcelona und Lyon. Einige der Fälle in Frankreich stehen zudem in Verbindung mit Paris und weiteren Städten. Fälle wurden inzwischen auch in Deutschland gemeldet, berichteten die Forschenden in Interviews.
Die Erkrankung, Dermatophilose, wird durch das Bakterium Dermatophilus congolensis ausgelöst. Sie tritt üblicherweise bei Tieren auf – besonders bei Pferden und Rindern in der nasskalten Jahreszeit – und ist beim Menschen selten.
Viele der Betroffenen hätten laut den Forschenden berichtet, sich zuvor in Saunas aufgehalten zu haben. Hier könne die Übertragung schneller vonstatten gehen, "da die feuchten Bedingungen dort die Freisetzung und das Überleben infektiöser Dermatophilus-Sporen in der Umwelt begünstigen könnten", erklärte das spanische Team. Die Inkubationszeit soll zwischen drei und 14 Tagen betragen.
Die aktuellen Häufungen erinnern an das Auftreten von Mpox (Affenpocken) im Jahr 2022, das ebenfalls zunächst unter schwulen und bisexuellen Männern mit wechselnden Sexpartnern beobachtet wurde (queer.de berichtete). Allerdings verläuft die Dermatophilose nach bisherigen Erkenntnissen deutlich milder.
Symptom Hautausschlag
Ein typisches Symptom ist ein Hautausschlag: Die Läsionen treten vor allem an Körperstellen auf, die beim Sex exponiert sind. Alle bislang bekannten Fälle verliefen mild. Die Infektion heilte entweder von selbst ab oder konnte erfolgreich mit Antibiotika behandelt werden. Das Bakterium gilt als empfindlich gegenüber mehreren Antibiotika.
Fachleute weisen darauf hin, dass Vorerkrankungen den Verlauf möglicherweise verschlechtern könnten – ähnlich wie bei infizierten Tieren. Einige der Männer, bei denen die Infektion festgestellt wurde, lebten mit HIV oder nahmen PrEP ein. Mehrere litten gleichzeitig an anderen sexuell übertragbaren Infektionen. Zudem gaben einige an, Chemsex zu praktizieren.
Es besteht die Sorge, dass eine weitere Ausbreitung die Diagnose anderer Infektionen – insbesondere von Mpox – erschweren könnte, da sich die Symptome ähneln. Andere Expert*innen halten dies jedoch für beherrschbar, sofern medizinisches Personal entsprechend geschult ist.
Gesundheitsbehörden betonen die Bedeutung, medizinisches Personal für ungewöhnliche oder neu auftretende Infektionen im Bereich der sexuellen Gesundheit zu sensibilisieren. Bei unklaren Hautveränderungen sollten geeignete Tests durchgeführt werden. Zudem empfehlen Fachleute, insbesondere in Einrichtungen wie Saunas auf gute Hygiene zu achten. (cw)















