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Verabschiedung 2027 geplant

EU-Kommission spricht sich für Verbot von "Konversions­therapien" aus

Die Europäische Kommission kritisiert Praktiken zur vermeintlichen "Heilung" von Homosexualität und Transgeschlechtlichkeit scharf. Die Verantwortung für ein Verbot liege jedoch bei den Mitgliedsländern, heißt es.


Hauptquartier der Europäischen Kommission in Brüssel (Bild: EmDee / wikipedia)

  • 13. Mai 2026, 21:19h 2 Min.

Die Europäische Kommission will eine Empfehlung an EU-Mitgliedstaaten für ein Verbot von sogenannten Konversionsbehandlungen vorlegen. Damit reagierte die Brüsseler Behörde auf eine Europäische Bürger*innen-Initiative mit mehr als 1,1 Millionen Unterstützer*innen, die von der Kommission insbesondere ein EU-weites rechtsverbindliches Verbot von den Praktiken forderte. Diese zielen darauf ab, Menschen von ihrer sexuellen Orientierung, Geschlechtsidentität oder dem Geschlechtsausdruck abzubringen.

Die – für die Mitgliedstaaten nicht verbindliche – Empfehlung will die Behörde im nächsten Jahr verabschieden. Die Verantwortung liege vor allem bei den Mitgliedstaaten, sagte die zuständige EU-Kommissarin für Gleichberechtigung Hadja Lahbib. Sie müssten den schädlichen Praktiken ein Ende setzen. Die Eingriffe beruhen laut Mitteilung der Kommission auf der falschen Vorstellung, dass queere Menschen krank seien. Sie können demnach langfristige psychische und körperliche Schäden verursachen.

In acht EU-Mitgliedsländern gilt bereits ein Verbot

In Deutschland sind Praktiken zur vermeintlichen "Heilung" von Homosexualität und Transgeschlechtlichkeit bei Kindern und Jugendlichen seit 2020 verboten. An Erwachsenen sind Maßnahmen unter bestimmten Umständen erlaubt. Gesetzliche Verbote gibt es laut EU-Kommission in sieben weiteren EU-Ländern: Belgien, Griechenland, Spanien, Frankreich, Zypern, Malta und Portugal.

Die Kommission verwies auf einen Bericht der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte, demzufolge rund jede vierte LGBTI-Person in der EU solche Praktiken erlebt hat. Die Betroffenen berichten von körperlicher und sexueller Gewalt, verbalen Misshandlungen und Demütigungen. Trans Personen seien besonders betroffen.

Nach eigenen Angaben wird die Kommission nun mit der Ausarbeitung der Empfehlung beginnen.

LGBTIQ+ Intergroup begrüßt Ankündigung

"Wir freuen uns, dass die Kommission unserem Aufruf und den Bedürfnissen der am stärksten gefährdeten Mitglieder unserer Gemeinschaft Gehör geschenkt hat, insbesondere durch die Aufnahme der Geschlechtsausdrucksform als einen der Diskriminierungsgründe", begrüßte der Europaabgeordnete Marc Angel, Ko-Vorsitzender der LGBTIQ+-Intergoup, die Ankündigung. "Wir hoffen, dass viele Mitgliedstaaten diese Empfehlungen aufgreifen und in ihre nationale Politik umsetzen." Die Ankündigung der Europäischen Kommission sei ein "wichtiger Moment für all jene, die unermüdlich für die Anerkennung des durch Konversionspraktiken verursachten Schadens gekämpft haben", so der Sozialdemokrat aus Luxemburg. (cw/dpa)

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