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Eurovision Song Contest
Eurovision-Finale 2026: Alle Songs im Überblick
Bei der Jubiläums-Show aus Wien kämpfen 25 Acts um dutzende "twelve points". Unser Überblick über die Beiträge und das Spektakel drumrum.

Sarah Engels (Deutschland), Akylas (Griechenland) und Søren Torpegaard (Dänemark) hoffen auf Punkte aus ganz Europa (Bild: EBU)
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15. Mai 2026, 20:21h 15 Min.
Am Samstagabend um 21 Uhr heißt es wieder "Good Evening Europe" – diesmal aus der Wiener Stadthalle, wo der 70. Eurovision Song Contest gefeiert wird. Ein Jubiläum, das bereits im Vorfeld für so viele Diskussionen gesorgt hat wie selten zuvor, vor allem um die Teilnahme Israels. Unter dem Motto "United by Music" kehrt der Wettbewerb nach elf Jahren zurück nach Österreich: Wien war zuletzt 2015 Gastgeber (dank Conchita Wurst) und richtet das Event nun (dank JJ) zum dritten Mal aus.
Durch die Show führen Victoria Swarovski und Michael Ostrowski, während Emily Busvine im Green Room die Künstler*innen empfängt – ihre Moderationsleistungen in den beiden Halbfinals stieß in sozialen Netzwerken und Medien eher auf Ablehnung. Die vermutlich rund vierstündige Show wird in vielen Ländern Europas und darüber hinaus live übertragen. In Deutschland läuft das Finale ab 21 Uhr in der ARD und auf ONE. Zusätzlich ist der komplette Abend in der ARD-Mediathek im Livestream verfügbar.
Wie gewohnt gibt es bereits ab 20:15 Uhr eine Pre-ESC-Show mit Barbara Schöneberger, die live aus dem MuseumsQuartier in Wien auf das große Finale einstimmt. Gemeinsam mit prominenten Gästen (u.a. Thomas Hermanns), ESC-Expert*innen und einem Live-Act bereitet sie das Publikum von ARD, ORF und SRF auf den Jubiläumsabend vor. Kommentiert wird die deutsche Ausstrahlung des Finales 2026 erneut von Thorsten Schorn, der 2024 die Nachfolge von Peter Urban antrat und seither als ESC-Stimme der ARD etabliert ist.
Gemäß ESC-Traditionen eröffnet Vorjahressieger JJ die Show, begleitet von den Wiener Philharmonikern und gefolgt vom Flaggeneinlauf aller 25 Acts. In der langen Zeit zwischen dem letzten Beitrag und der Punktevergabe werden unter anderem einige ESC-Altstars der letzten zwei Jahrzente einige Wettbewerbsklassiker anstimmen, die nicht ihre eigenen sind. Trotz allem gilt es schließlich, ein Jubiläum zu feiern. Nach dem Finale meldet sich Barbara Schöneberger noch mit einer Aftershow.
Alle Finalbeiträge in der Startreihenfolge
01 – Dänemark 🏳️🌈
Søren Torpegaard Lund – Før vi går hjem
Søren Torpegaard Lund gehört mit "Før Vi Går Hjem" zu den stärksten Beiträgen des Jahres und liegt bei den Buchmachern in den oberen Top Ten. Der Song erzählt von intensiver Anziehung, dem Ringen zwischen Verlangen und Vernunft und dem Moment, in dem man sich Gefühlen hingibt, obwohl man weiß, dass man eigentlich gehen sollte. Eingebettet in eine nächtliche Clubatmosphäre fängt der Track die Spannung zwischen Leidenschaft und möglicher Reue ein. Ein Fan kommentierte unter der nationalen Performance: "Ich habe mir das inzwischen auf ungesunde Weise oft angesehen." Und spätestens, wenn Søren am Ende im sexy Netzoberteil auftritt, bringt der schwule Sänger die queere Community als einer ihrer wenigen Vertreter in diesem Jahr endgültig um den Verstand.
02 – Deutschland
Sarah Engels – Fire
Deutschen Acts werden beim ESC seit Jahren geringe Chancen eingeräumt, und auch Sarah Engels sieht sich skeptischen Prognosen gegenüber. Gleichzeitig gewinnt "Fire" in sozialen Medien immer mehr Fans. Im Interview mit queer.de erklärte sie, der Song handle von Befreiung aus belastenden Situationen und davon, zu sich selbst wiederzufinden. "Fire" soll Mut machen, Grenzen zu setzen und den eigenen Träumen zu folgen. Mit diesem Mindset, ihrem selbstbewussten Look und einer feurigen Performance könnte sie am Ende überraschen – trotz der Platzierung auf dem legendären Todesslot.
03 -Israel
Noam Bettan – Michelle
Trotz der so umstrittenen Teilnahme Israels wie selten zuvor hat Noam Bettan eine große Fanbase hinter sich. Einige YouTube-Kommentare nennen "Michelle" sogar den besten Song in der gesamten ESC-Geschichte. Bei den Buchmachern liegt er immerhin unter den ersten zehn. Bettan zeigt sich stolz auf seinen Beitrag und beschreibt ihn als voller Energie und Emotionen, der "Momente gemeinsamer Freude und Stolz" schaffen soll und "ein wenig Licht" mitbringen möchte. Inhaltlich erzählt "Michelle" vom Entschluss, einen toxischen emotionalen Kreislauf zu durchbrechen – ein Moment der Reife, in dem man erkennt, dass man loslassen und einen neuen Weg wählen muss. Ein moderner, emotionaler Beitrag, der viele Hörer*innen trotz aller Kontroversen erreicht.
04 – Belgien
Essyla – Dancing on the Ice
"Dancing on the Ice" wird von vielen ESC-Fans als deutlich unterschätzt angesehen – entsprechend spannend bleibt es, ob Belgien am Ende doch überraschend weit vorne landet. Online wird der Beitrag bereits gefeiert; ein oft gelikter Kommentar lautet: "Keine Ahnung warum, aber das hat total Lorde-Vibes. Hoffe, das schneidet gut ab!" Musikalisch setzt Essyla auf atmosphärischen Indie-Pop mit dunklem Unterton, getragen von ihrer markanten Stimme und einer Produktion, die zwischen Zerbrechlichkeit und Stärke pendelt. Der Song baut eine kühle, fast schwebende Spannung auf, die sich perfekt mit dem Bild des "Tanzens auf dünnem Eis" verbindet.
05 – Albanien
Alis – Nân
Alis berührt mit "Nân" viele Zuschauer*innen tief. In den Kommentaren heißt es, die Vocals seien so stark, dass manche bereits im Semifinale weinen mussten. In Interviews erzählt er, die Idee zum Song sei aus einem Traum entstanden, in dem eine ferne Stimme "Goodbye, mother" sagte. Für ihn ist "Nân" eine Ballade über wartende Mütter, über Kinder, die gehen, und über eine Liebe, die Zeit und Entfernung überdauert. Diese Geschichte trägt auch seine Performance, die fast schon wie ein Musikvideo wirkt. Ein echter Höhepunkt, sowohl musikalisch als auch optisch.
06 – Griechenland 🏳️🌈
Akylas – Ferto
Akylas zählt zu den Favorit*innen des ESC 2026. Seine Mützen mit Katzenohren sind längst sein Markenzeichen, und seine intensiven Auftritte reißen das Publikum sofort mit. Als einer der wenigen offen queeren Acts setzt er ein starkes Zeichen für Sichtbarkeit. In "Ferto" thematisiert er unerreichbare Wünsche, Konsumverlockungen und das Streben nach "mehr", das oft innere Leere hinterlässt. Zugleich ist der Song ein persönlicher Dank an seine Mutter, die ihn und seine Geschwister allein großzog. Besonders gefeiert wird, dass er auf Griechisch singt und seinen Wurzeln treu bleibt.
07 – Ukraine
Leléka – Ridnym
Leléka bringt mit "Ridnym" einen Beitrag, der sofort als typisch ukrainisch und zugleich völlig eigen wahrgenommen wird. In den Kommentaren heißt es, während andere Länder versuchen, sich dem Eurovision-Format anzupassen, schaffe die Ukraine einfach ihr eigenes: frisch, authentisch und jedes Jahr anders. Viele loben die Wärme und Originalität des Songs. "Ridnym" bedeutet etwa "Für meine Liebsten" und setzt auf eine intime, poetische Atmosphäre. Musikalisch verbindet der Titel moderne Indie-Folk-Elemente mit feinen elektronischen Schichten. Die ruhigen, weichen Strophen wachsen in einen getragenen, harmonischen Refrain hinein, der stark über die Stimmen wirkt und viel Naturbildsprache transportiert.
08 – Australien
Delta Goodrem – Eclipse
Delta Goodrem wird mit "Eclipse" von den Buchmachern unter den Top 5 geführt, und viele ESC-Fans sind überzeugt, dass dies der Beitrag ist, der am stärksten nach klassischem Eurovision klingt. Inhaltlich dreht sich der Song um eine Liebe, die sich wie Schicksal anfühlt – ein Moment, in dem Timing, Emotion und das Universum perfekt zusammenfallen. Die Lyrics zeichnen eine Verbindung, die größer wirkt als das Leben selbst. Mit ihrer kraftvollen Stimme und der dramatischen Inszenierung liefert Delta einen Beitrag, der zeitlos klingt und gleichzeitig typisch ESC ist.
09 – Serbien
Lavina – Kraj mene
Beim Beitrag "Kraj Mene" der Band Lavina sind sich viele Fans einig: Die Performance war schon im Halbfinale "auf einem anderen Level". Ein oft gelikter Kommentar auf YouTube beschreibt die Wirkung so: "Man spürt förmlich die Panik und Verzweiflung in der Stimme des Sängers, als wären die Schreie echt und authentisch – das ist pure, unterschätzte Dark-Gothic-Art." Musikalisch verbindet der Song progressiven Metal mit atmosphärischen Elementen und wurde für mehr emotionale Intensität ins Serbische übertragen. Inhaltlich geht es um inneren Konflikt, einseitige Liebe und emotionalen Schmerz – ein kompromisslos düsterer Beitrag, der sich klar vom restlichen Feld abhebt.
10 – Malta
Aidan – Bella
Aidan sorgt mit "Bella" nicht nur optisch für Aufsehen – auf YouTube heißt es etwa: "Ich bin nur wegen Aidans Rücken hier" -, sondern überzeugt auch musikalisch. Laut Buchmachern wird er unter den ersten zehn erwartet. Der Song erzählt in Englisch, Maltesisch und Italienisch von einer Liebe ohne klaren Abschluss, geprägt von Sehnsucht, Verletzlichkeit und der Hoffnung auf ein Wiedersehen. Die Mehrsprachigkeit verleiht dem Track zusätzliche Wärme und Identität, während Aidans Performance mediterrane Leichtigkeit mit emotionaler Tiefe verbindet. "Bella" ist damit ein moderner, eingängiger Beitrag, der Malta viel Aufmerksamkeit einbringen dürfte.
11 – Tschechien
Daniel Žižka – Crossroads
Daniel Žižka zeigt in "Crossroads" beeindruckende Kontrolle zwischen ruhigen und lauten Momenten. Im zweiten Halbfinale wurde er von einigen der Zuschauer*innen als einer der klarsten und stärksten Vocalists wahrgenommen. Inhaltlich dreht sich der Song um Selbstfindung, Unsicherheit und den Moment, an dem man seinen eigenen Weg wählen muss. Musikalisch mischt er atmosphärische, ätherische Klänge mit einem dynamischen Aufbau, der die innere Reise widerspiegelt.
12 – Bulgarien
Dara – Bangaranga
Dara liefert mit "Bangaranga" eine spektakuläre Performance voller Tanz, Energie und absoluter Kontrolle. Trotz des hohen Tempos bleibt sie durchgehend professionell – etwas, das in den Kommentaren stark gefeiert wird. Viele betonen, wie schwierig dieser Auftritt ist und wie mühelos sie ihn trotzdem meistert. Der Song selbst ist ein kraftvoller Dance-Pop-Track über Selbstbewusstsein, Chaos und Befreiung. "Bangaranga" verbindet clubtaugliche Beats mit einer rebellischen, elektrisierenden Attitüde und erzählt von dem Moment, in dem man Hemmungen ablegt und in eine stärkere, wildere Version seiner selbst schlüpft. Ein Mix aus Power, Nachtleben und purer Selbstentfesselung.
13 – Kroatien
Lelek – Andromeda
Bei Leleks Beitrag betonen viele Fans, wie viel Symbolik in den drei Minuten steckt – von der Choreografie über die Tattoos bis hin zum Text. In den Kommentaren heißt es etwa, man könne die Bedeutungsebenen unterschiedlich lesen, sie führten aber alle zu denselben historischen Wurzeln und einer wichtigen Botschaft über verzerrte Werte und Gewalt. Die Gruppe werde dafür als mutig bezeichnet. Musikalisch ist "Andromeda" eine folk-pop-inspirierte Powerballade, die sich mit der Verfolgung von Christinnen und Christen im Osmanischen Reich auseinandersetzt. Die Performance greift traditionelle Elemente wie die sicanje-Tätowierungen auf, die in der Dora-Inszenierung bewusst als kulturelles Zeichen gegen Unterdrückung eingesetzt wurden.
14 – Vereinigtes Königreich
Look Mum No Computer – Eins, Zwei, Drei
Look Mum No Computer bringt mit "Eins, Zwei, Drei" einen verspielten, energiegeladenen Elektropop-Beitrag ins Rennen, der sofort auffällt. Der Song erzählt vom Wunsch nach einer Sprache, in der man zählen kann, um dem eintönigen Arbeitsalltag zu entkommen – weg von der "seelenzerstörenden Langeweile des Nine-to-Five, hinein in eine Welt voller Träume und endloser Möglichkeiten". Im Musikvideo hebt am Ende ein Mini Cooper mit selbstgebauten Flügeln über die Klippen von Beachy Head Richtung Europa ab.
15 – Frankreich
Monroe – Regarde !
Monroe zählt trotz ihres jungen Alters zu den auffälligsten Stimmen des Wettbewerbs. Ihre klare, kraftvolle Gesangstechnik zieht sofort in den Bann, und auch ihr Beitrag bleibt schnell hängen. Der Song versteht sich als leidenschaftlicher Ausruf für Liebe als gemeinsame Sprache jenseits aller Unterschiede. Gleichzeitig steht die 17-Jährige unter Druck: Viele ESC-Fans kritisieren unter ihrem YouTube-Video, der Titel erinnere zu sehr an die opernlastigen Siegertitel der letzten beiden Jahre. Dennoch liegt Monroe laut Wettprognosen stabil in den Top 5 – getragen von starker Stimme, Bühnenpräsenz und bemerkenswerter Reife.
16 – Moldau
Satoshi – Viva, Moldova!
Wenn Satoshi eines mitbringt, dann pure Energie – und zwar von der ersten Sekunde seiner Performance an. Viele Fans feiern genau das: "Beste Eröffnung aller Zeiten beim ESC", heißt es zum Beispiel auf YouTube. "Viva, Moldova!" ist ein schneller, vielsprachiger Dance-Pop-Track, der Humor, Tempo und Balkan-Vibes zu einem explosiven Mix verbindet. Der Song spielt bewusst mit europäischen Sprachen und Referenzen, um Moldaus kulturelle Vielfalt zu feiern und gleichzeitig ein Statement zu setzen: Moldau gehört zu Europa. Diese Mischung aus politischem Augenzwinkern, Party-Charakter und ungebremster Bühnenpower macht den Beitrag zu einem der mitreißendsten Acts des Jahres.
17 – Finnland
Linda Lampenius & Pete Parkkonen – Liekinheitin
Mit "Liekinheitin" liefern Linda Lampenius und Pete Parkkonen den aktuell heißesten Beitrag des Jahres: Bei den Buchmachern stehen sie klar auf Platz 1. Der Titel, übersetzt "Flammenwerfer", beschreibt eine Beziehung voller Hitze und plötzlicher Kälte. Lampenius spricht von jemandem, der "brennend heiß ist, aber plötzlich eiskalt wird", während Parkkonen den Song als Dialog zweier Perspektiven versteht: die eine sucht Nähe, die andere fürchtet sich davor, sich fallen zu lassen. Geige und Gesang spiegeln diese Spannung wie zwei Stimmen wider. Das Ergebnis ist ein intensiver Track über Leidenschaft, Risiko und die gefährliche Anziehungskraft toxischer Beziehungen – und genau das macht "Liekinheitin" zum klaren Favoriten.
18 – Polen
ALICJA – Pray
Alicja beeindruckt mit "Pray" sowohl stimmlich als auch optisch. In den Kommentaren wird ihr Auftritt sogar mit Superstar-Ausstrahlung verglichen; ein Fan fragt etwa: "Ist das Beyoncé, die beim Eurovision einen Gastauftritt hat?" Viele heben ihre kraftvolle Präsenz und die emotionale Intensität hervor. Inhaltlich nutzt "Pray" das Motiv des Gebets als Metapher für innere Stärke, Freiheit und den Umgang mit persönlichen Herausforderungen. Alicja beschreibt den Song als "personal" und als Ausdruck ihrer Erfahrungen in der Musikindustrie. Musikalisch verbindet der Titel Gospel-Einflüsse mit Hip-Hop, R&B und Soul – all die Elemente, die sie geprägt haben, ursprünglich als langsamere Gospel-Ballade gedacht und dann zu einem dynamischeren Track weiterentwickelt.
19 – Litauen 🏳️🌈
Lion Ceccah – Sólo quiero más
Lion Ceccah fällt sofort ins Auge: silberschimmernde Haut, schwarze Robe – ein Look, der in den Kommentaren als echter Hingucker beschrieben wird. Inhaltlich setzt "Sólo quiero más" auf ein vielsprachiges Konzept: Litauisch, Englisch, Spanisch, Französisch und ein Outro in mehreren europäischen Sprachen. Laut Lion, der in seiner Heimat für queere Kunst, Drag und Aktivismus bekannt ist, ist der Titel ein "visuelles und musikalisches Statement über Verlangen, Exzess und den ständigen Hunger nach mehr" – offen, vieldeutig und bewusst interpretierbar.
20 – Schweden
Felicia – My System
Schweden enttäuscht beim ESC eigentlich nie, und auch Felicia wird laut Buchmachern solide unter den Top 10 erwartet. Online wird "My System" gefeiert – ein häufig gelikter Kommentar lautet: "EDM music for the win finally!" Der Song, der beim Melodifestivalen 2026 triumphierte und in Schweden direkt auf Platz 1 einstieg, entstand auf einem internationalen Songwriting-Camp in Island und hält mit seinem nordischen Kreativteam sogar einen Mello-Rekord. Musikalisch liefert Felicia modernen, druckvollen EDM-Pop, der ihre klare Stimme mit einem energiegeladenen, skandinavisch-glatten Sound verbindet. "My System" wirkt damit wie ein typischer, aber sehr zeitgemäßer Schweden-Beitrag – präzise produziert, eingängig und absolut ESC-tauglich.
21 – Zypern
Antigoni – Jalla
Antigonis Semi-Final-Auftritt zu "JALLA" wurde online eher verhalten aufgenommen. Einige Kommentare vergleichen die Performance scherzhaft mit einer Karaoke-Nacht unter Freundinnen, andere bemerken, dass sie "keinen einzigen Ton getroffen" habe oder witzeln, sie spare ihre Stimme "fürs große Finale". Der Song selbst wurde von Antigoni Buxton gemeinsam mit mehreren Autor*innen geschrieben. "Jalla" bedeutet im zypriotischen Dialekt "mehr" und wurde bewusst als Dialekt-Element in den Text eingebaut. Musikalisch verbindet der Track traditionelle zypriotische Instrumente wie Çifteli und Laute mit modernen, großflächigen Beats – ein schneller, mediterraner Sommer-Pop-Sound. Inhaltlich geht es laut Antigoni um Energie, Leidenschaft und den Wunsch, im Leben immer weiterzugehen, während der Song gleichzeitig zypriotischen Spirit mit internationalem Pop verbindet.
22 – Italien
Sal Da Vinci – Per sempre sì
Sal Da Vinci bringt mit "Per Sempre Sì" einen Beitrag auf die ESC-Bühne, der viele Fans sofort nostalgisch werden lässt. Ein YouTube-Kommentar fasst die Stimmung treffend zusammen: "Ich mag dieses Lied wirklich sehr, es erinnert mich an eine andere Zeit – unschuldiger, sanfter und einfacher." Im Text beschreibt der Sänger ein Eheversprechen: Er erinnert sich an das erste Kennenlernen, gemeinsame Zukunftspläne und daran, wie beide alle Schwierigkeiten überwunden haben. Schließlich schildert er die Hochzeitsszene und verspricht vor Gott, dass es für sie von nun an für immer "ja" sein wird. Der letzte Refrain ist auf Neapolitanisch gehalten, der restliche Song auf Italienisch. Online wird der Beitrag begeistert aufgenommen, und auch bei den Buchmachern liegt Sal Da Vinci aktuell stabil in den Top 10.
23 – Norwegen
Jonas Lovv – Ya Ya Ya"
Jonas Lovv fällt in "Ya Ya Ya" nicht nur durch seine Stimme, sondern vor allem durch sein Charisma auf – etwas, das in den Kommentaren immer wieder hervorgehoben wird. Der Song selbst ist ein energiegeladener Mix aus Verlangen, Chaos und emotionaler Spannung. Er erzählt von einer Anziehung, die so stark ist, dass Kontrolle kaum möglich bleibt, voller Widersprüche zwischen Lust, Schmerz und Risiko. Das wiederholte "ya-ya-ya" wirkt wie ein Mantra, das die obsessive, fast schon überwältigende Dynamik der Gefühle widerspiegelt. Insgesamt fängt der Track die rohe Intensität einer Beziehung ein, die gleichzeitig elektrisierend und gefährlich ist. Ein Sound, der sich sofort festsetzt.
24 – Rumänien
Alexandra Capitanescu – Choke Me
Alexandra Capitanescu wird mit "Choke Me" laut Buchmachern unter den Top 10 gehandelt und online regelrecht gefeiert. Ein vielgelikter Kommentar lautet: "Wenn Rammstein ein Kind mit Lady Gaga hätten" – wobei die internationale Community die Skandale um Rammstein wohl nicht vollständig auf dem Schirm hat. Der Song sorgte bereits im Vorfeld für Diskussionen: Der Titel und die wiederholte Zeile "choke me" wurden von Aktivist*innen als gefährlich und verharmlosend kritisiert. Capitanescu verteidigt den Track jedoch als rein metaphorisch – ein Ausdruck von Überforderung, Selbstzweifel und dem Wunsch, die eigenen Grenzen zu sprengen. Auch der rumänische Sender TVR stellte klar, dass das Bühnenkonzept die metaphorische Bedeutung betonen soll. Trotz – oder gerade wegen – der Kontroversen zählt "Choke Me" zu den meistdiskutierten und auffälligsten Beiträgen des Jahres.
25 – Österreich
COSMÓ – Tanzschein
Mit "Tanzschein" richtet sich Cosmó gegen die zunehmende Tanzmüdigkeit in Clubs. Die Idee entstand, als er voller Vorfreude feiern wollte, aber kaum jemand tanzte. Daraus wurde ein augenzwinkernder Appell, Clubs wieder zu Orten echter Bewegung zu machen – im übertragenen Sinn braucht man einen "Tanzschein". Der ESC ist für ihn ein großer Traum, geprägt von Erinnerungen an Conchita Wursts Sieg und später den Triumph von JJ. Auch wenn die Prognosen derzeit verhalten sind, bringt Cosmó mit auffälligem Look und einem eingängigen Song echtes ESC-Potenzial mit.
Das Wichtige: die Punkte
Laut aktuellen Quoten am frühen Freitagabend gehören diese zehn Länder zu den heißesten Anwärtern auf den Sieg:
1. Finnland (Lampenius & Parkkonnen)
2. Australien (Delta Goodrem)
3. Griechenland (Akylas)
4. Israel (Noam Bettan)
5. Rumänien (Alexandra Capitanescu)
6. Dänemark (Søren Torpegaard)
7. Bulgarien (Dara)
8. Italien (Sal Da Vinci)
9. Frankreich (Monroe)
10. Malta (Aidan)
Finnland hatte die Wettquoten schon vor den Proben angeführt. Während Australien nach der Show vom Donnerstag deutlich nach oben kletterte, ging es etwa für Dänemark leicht nach unten. Sollte Delte Goodrem gewinnen, wird übrigens ein europäischer Sender den Wettbewerb für die Australier austragen.
Aus allen 35 Teilnehmerländern vergeben jeweils Jurys und Televoting 1 bis 6, 8, 10 und 12 Punkte an Beiträge – die übrigen Songs gehen bei beiden Verfahren jeweils leer aus. Das geht manchmal unter durch die unterschiedliche Präsentation der Ergebnisse (erst in Länderschalten die jeweiligen Jurypunkte, dann pro Act das zusammengezählte Televoting), erklärt aber die möglichen Null-Punkte in der Televoting-Runde. Diese umfasst auch das Ergebnis der Online-Abstimmung aus dem Rest der Welt, das ebenfalls auf genau einmal 1-6, 8, 10 und 12 Punkte umgerechnet wird. Aus Deutschland kann per Anruf und SMS, per App oder mit Kreditkarte auf der Webseite esc.vote abgestimmt werden. Insgesamt können bis zu zehn Stimmen auf einen oder mehrere Beiträge verteilt werden. Die Jurys haben bereits zu der Generalprobe am Freitagabend abgestimmt.














