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  • 20. Oktober 2006 27 2 Min.

München (queer.de) - In ihrem neuen Parteiprogramm will die CSU homosexuelle Familien anerkennen, berichtet der Münchener "Merkur". Einzige Bedingung sei, dass in schwulen oder lesbischen Partnerschaften "Menschen füreinander einstehen und verlässlich Verantwortung und Sorge füreinander übernehmen". Das Acht-Seiten-Papier soll am Montag vorgestellt und im kommenden Jahr auf einem Parteitag beschlossen werden. Insbesondere liberale Christsoziale aus den Großstädten hätten sich darum bemüht, das Familienbild der Partei zu korrigieren, da es in Ballungsgebieten nur noch schwer zu vermitteln sei. "Das Kind muss im Mittelpunkt stehen, nicht die Lebensform, in der das Kind lebt", sagt auch JU-Chef Manfred Weber, der sich für eine besondere Würdigung Alleinerziehender eingesetzt hat. Bislang verteidigt die CSU als einzige Partei kategorisch das Ehegattensplitting, mit dem kinderlose heterosexuelle Paare jährlich mit 22 Milliarden Euro subventioniert werden (queer.de berichtete). Auch die CDU will in ihrem neuen Programm homosexuelle Paare anerkennen, wehrt sich aber nach wie vor gegen ein Adoptionsrecht und die Öffnung der Ehe (queer.de berichtete).
LSU begrüßt "Änderung des Familienbegriffs"
Erfreut über das geplante Parteiprogramm der CSU äußerten sich die Lesben und Schwulen in der Union (LSU). "Die CSU macht sich auf den Weg ihrem Anspruch eine Volkspartei zu sein - durch Akzeptanz der Lebenswirklichkeit in Gesellschaft und Familie – besser zu erfüllen", erklärt Axel Hochrein, Landesvorsitzender der LSU Bayern. "Dieser Schritt war ebenso überfällig, wie anerkannt werden muss, dass er für ein Flächenland mit starkem Stadt-Land-Gefälle - und sich daraus ergebenden unterschiedlichen Sichtweisen - auch ein schwieriger Spagat ist". Bis zur Verabschiedung des neuen Grundsatzprogramms müsse die Partei noch ihre Weigerung zur Gleichstellung von Ehe und eingetragener Lebenspartnerschaft aufgeben, verlangt Hochrein. (dk)

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#1 SvenAnonym
  • 20.10.2006, 15:36h
  • Die werden nicht homofreundlicher, noch erkennen sie homosexuelle Paare an.
    Das einzige, was sie tun, ist, dass sie jetzt die offiziellen Formen der Diskriminierung unterstützen.

    Nur weil sie "anerkennen", dass es die "Eingetragene Lebenspartnerschaft" gibt, sind sie nicht homofreundlicher. Sie haben scheinbar nur akzeptiert, dass es in Deutschland Gesetze gibt, die man befolgen muss, auch wenn man nicht dafür ist.
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#2 MarcAnonym
  • 20.10.2006, 15:36h
  • Ist doch klar... Nach dem katastrophalen Ergebnis in den Städten bei der letzten Wahl ist auch bei der Union angekommen, dass man nicht 15% + x der Wähler einfach vergraulen darf.

    Aber jenseits von Wahlkampfrhetorik zählt natürlich nur das, was auch tatsächlich geschieht und da ist die Union nach wie vor unbeweglich (siehe Splitting & Co).

    Wenn die Union wirklich wöllte, dass auch homosexuelle Paare "füreinander Verantwortung übernehmen und einstehen" kann man das ganz leicht machen, indem man die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare öffnet, wie bereits in Belgien, den Niederlanden, Spanien und Kanada geschehen. Übrigens hat dies in den besagten Staaten nicht nur der Gesellschaft gutgetan, sondern gerade auch der Wirtschaft.

    Nur eine Öffnung der Ehe ist echte Gleichberechtigung, jede Ehe 2. Klasse (egal wie sie heißt und konkret aussieht) ist per definitionem Diskriminierung. Aber da wird die Union sich wohl auch weiterhin nicht bewegen und ihre Ideologie über Fakten stellen! Alleine schon aus Angst vor dem Zorn der Kirche, die ja in der Union eine große Rolle spielt und starken Einfluss hat.

    Insofern ist diese Meldung nichts wert: Wahlkampf-Gelaber um nicht noch mehr Wähler in den Städten zu verlieren, aber wenn es drauf ankommt, wird sich wohl nichts tun. Nach dem Unheil, was die bisher zu verantworten hatten, müssen die erst mal jenseits von Reden und Erklärungen in der Praxis BEWEISEN, dass es ihnen ernst ist!!
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#3 Bayern vor!Anonym
  • 20.10.2006, 16:04h
  • Pfundig! Die CSU hat Bayern zur Nummer 1 in Deutschland gemacht. Die ganze Nation beneidet uns für unsere robuste Wirtschaft und unsere niedrige Arbeitslosenquote. München ist auch für Schwule ein tolles Pflaster. Jetzt können wir sogar die CSU wieder wählen. Das habe ich zwar schon immer gemacht, weil ich nicht in einem abgewrackten ossimäßigen Land leben wollte, aber jetzt kann ich auch als Schwuler guten Gewissens mein Kreuz bei meiner Lieblingspartei machen.

    Wenn Ihr auch von dieser wunderbaren Partei profitieren wollt, wählt die CSU. ABER: Natürlich müsst Ihr vorher nach Bayern ziehen!
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