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- 20. Oktober 2006 2 Min.
München (queer.de) - In ihrem neuen Parteiprogramm will die CSU homosexuelle Familien anerkennen, berichtet der Münchener "Merkur". Einzige Bedingung sei, dass in schwulen oder lesbischen Partnerschaften "Menschen füreinander einstehen und verlässlich Verantwortung und Sorge füreinander übernehmen". Das Acht-Seiten-Papier soll am Montag vorgestellt und im kommenden Jahr auf einem Parteitag beschlossen werden. Insbesondere liberale Christsoziale aus den Großstädten hätten sich darum bemüht, das Familienbild der Partei zu korrigieren, da es in Ballungsgebieten nur noch schwer zu vermitteln sei. "Das Kind muss im Mittelpunkt stehen, nicht die Lebensform, in der das Kind lebt", sagt auch JU-Chef Manfred Weber, der sich für eine besondere Würdigung Alleinerziehender eingesetzt hat. Bislang verteidigt die CSU als einzige Partei kategorisch das Ehegattensplitting, mit dem kinderlose heterosexuelle Paare jährlich mit 22 Milliarden Euro subventioniert werden (queer.de berichtete). Auch die CDU will in ihrem neuen Programm homosexuelle Paare anerkennen, wehrt sich aber nach wie vor gegen ein Adoptionsrecht und die Öffnung der Ehe (queer.de berichtete).
LSU begrüßt "Änderung des Familienbegriffs"
Erfreut über das geplante Parteiprogramm der CSU äußerten sich die Lesben und Schwulen in der Union (LSU). "Die CSU macht sich auf den Weg ihrem Anspruch eine Volkspartei zu sein - durch Akzeptanz der Lebenswirklichkeit in Gesellschaft und Familie – besser zu erfüllen", erklärt Axel Hochrein, Landesvorsitzender der LSU Bayern. "Dieser Schritt war ebenso überfällig, wie anerkannt werden muss, dass er für ein Flächenland mit starkem Stadt-Land-Gefälle - und sich daraus ergebenden unterschiedlichen Sichtweisen - auch ein schwieriger Spagat ist". Bis zur Verabschiedung des neuen Grundsatzprogramms müsse die Partei noch ihre Weigerung zur Gleichstellung von Ehe und eingetragener Lebenspartnerschaft aufgeben, verlangt Hochrein. (dk)















Das einzige, was sie tun, ist, dass sie jetzt die offiziellen Formen der Diskriminierung unterstützen.
Nur weil sie "anerkennen", dass es die "Eingetragene Lebenspartnerschaft" gibt, sind sie nicht homofreundlicher. Sie haben scheinbar nur akzeptiert, dass es in Deutschland Gesetze gibt, die man befolgen muss, auch wenn man nicht dafür ist.