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Heimkino

Begehren, Manipulation und moderne Beziehungen

Im Erotikthriller "Bone Lake" von Mercedes Bryce Morgan wird ein doppelt gebuchtes Ferienhaus zum Schauplatz für Begehren, Eifersucht und Gewalt.


Will (Alex Roe) ist charmant aber auch ein gewiefter Verführer (Bild: Busch Media Group)

Ein romantisches Wochenende kippt in Mercedes Bryce Morgans "Bone Lake" schnell in ein Machtspiel, bei dem Begehren, Statusängste und Gewalt kaum noch voneinander zu trennen sind. Diego (Marco Pigossi) und Sage (Maddie Hasson) haben ein Ferienhaus am See gebucht, um ihrer Beziehung neuen Halt zu geben. Die Auszeit beginnt jedoch mit einer Zumutung: Das Haus wurde doppelt vergeben. Will (Alex Roe) und Cin (Andra Nechita), ein auffällig freizügiges Paar, bleiben trotzdem – und machen aus der unfreiwilligen Wohngemeinschaft ein Spiel aus Provokation, Flirt und Manipulation.

Morgan, die an der USC School of Cinematic Arts ausgebildet wurde und zuvor unter anderem Musikvideos, Kurzfilme und TV-Arbeiten wie "Stargate: Origins" inszenierte, legt ihren Thriller als bewusst schillernden Genremix an. "Bone Lake" erinnert in seiner klaustrophobischen Grundsituation an "Barbarian" oder "Speak no Evil", blickt aber zugleich zurück auf die erotisch aufgeladenen Thriller der Neunzigerjahre.

Wenn Verführung zur Falle wird


"Bone Lake" ist als limitiertes Mediabook, Blu-ray, DVD und digital erschienen

Das Drehbuch von Joshua Friedlander nutzt die doppelt gebuchte Ferienidylle als Versuchsanordnung, in der sich sexuelle Neugier, Kränkung und Konkurrenz langsam gegeneinander wenden.

Im Zentrum stehen vier Figuren, die mehr verbergen, als sie zunächst preisgeben. Diego möchte als angehender Autor beruflich vorankommen und zugleich die Beziehung zu Sage retten. Pigossi, in Brasilien durch Film- und TV-Rollen bekannt und auch Produzent der queeren politischen Doku "Corpolitica", spielt ihn mit einer Mischung aus Charme und Naivität. Sage wiederum hadert mit einer sexuellen Flaute und mit dem Ungleichgewicht in einer Beziehung, in der ihr eigener Erfolg den Partner verunsichert.

Will und Cin wirken zunächst wie ein Katalysator für die verdrängten Wünsche des anderen Paares. Roe gibt Will als charmanten Eindringling mit dunkleren Absichten, während Nechita als Cin geschickt die Unsicherheiten der Gastgeber*­innen liest und ausnutzt. Aus Anziehung entsteht ein zunehmend bedrohliches Ränkespiel, in dem schwarzer Humor, Slasher-Elemente und intime Beziehungskonflikte ineinandergreifen.

Seine Weltpremiere feierte "Bone Lake" beim Fantastic Fest in Austin, anschließend lief der Film unter anderem beim Fright Fest London / Glasgow 2025 und gewann beim Brooklyn Horror Film Festival den Audience Award. Nach Festivalstationen beim Fantasy Filmfest und beim Slash Filmfestival Wien ist der Film nun fürs Heimkino als limitiertes Mediabook mit vier Covervarianten, Blu-ray, DVD und digital (Amazon-Affiliate-Link ) erschienen. (dd/pm)

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