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EU-Behörde warnt
Rekordwerte bei sexuell übertragbaren Infektionen in Europa
Die in Europa gemeldeten Fälle von Gonorrhö und Syphilis haben den höchsten Wert seit Jahren erreicht. Dabei sei es recht einfach, die eigene sexuelle Gesundheit zu schützen, sagt ein Experte.

"Liebesleben" ist eine Informationskampagne des deutschen Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (Bild: BIÖG)
- 21. Mai 2026, 10:29h 2 Min.
Die Fallzahlen bakterieller sexuell übertragbarer Krankheiten sind in Europa stark angestiegen. Das teilte die EU-Gesundheitsbehörde ECDC mit Sitz im schwedischen Solna mit. Demnach erreichten die gemeldeten Fälle von Gonorrhö und Syphilis im Jahr 2024 den höchsten Wert seit mehr als einem Jahrzehnt.
Schwule und bisexuelle Männer besonders betroffen
Laut ECDC sind Männer, die Sex mit Männern haben, die mit Abstand am stärksten von den Infektionen betroffene Gruppe – vor allem was Gonorrhö und Syphilis angehe. Auch bei Heterosexuellen komme Syphilis demnach immer häufiger vor, insbesondere bei Frauen im gebärfähigen Alter. Die Folge sei ein Anstieg um fast das Doppelte bei den Fällen von der Mutter auf das Kind übertragener Syphilis – von 78 Fällen im Jahr 2023 auf 140 Fälle im Jahr 2024 in den 14 Ländern, die Daten gemeldet haben.
Insgesamt seien laut ECDC 2024 106.331 Fälle der auch als Tripper bekannten bakteriellen Infektionskrankheit Gonorrhö registriert worden, was einem Zuwachs von 303 Prozent seit 2015 entspreche. Die Zahl der Syphilis-Fälle habe sich demnach im selben Zeitraum auf 45.577 mehr als verdoppelt. Chlamydien blieben der EU-Behörde zufolge mit 213.443 Fällen die am häufigsten gemeldete sexuell übertragbare Infektion.
"Verwenden Sie Kondome"
Bruno Ciancio vom ECDC sagte laut der Mitteilung, dass diese Krankheiten unbehandelt schwere Komplikationen, etwa chronische Schmerzen und Unfruchtbarkeit sowie, im Fall von Syphilis, Probleme des Herz-Kreislauf-Systems oder des Nervensystems verursachen könnten. Dabei sei es recht einfach, die eigene sexuelle Gesundheit zu schützen, sagte Ciancio demnach: "Verwenden Sie Kondome bei neuen oder mehreren Sexualpartnern und lassen Sie sich testen, wenn Symptome wie Schmerzen, Ausfluss oder Wunden auftreten."
Letztes Jahr meldete auch das Robert-Koch-Institut einen Anstieg der Syphilis-Infektionen in Deutschland (queer.de berichtete). Am meisten betroffen sei Berlin. In der schwulen Szene wird auch immer wieder darauf hingewiesen, dass PrEP zwar zuverlässig vor einer HIV-Ansteckung schützt, aber nicht direkt von Gonorrhö, Syphilis und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten. (dpa/cw)
Links zum Thema:
» DAH-Infoseite über sexuell übertragbare Krankheiten













