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"Ich bin ein stolzer schwuler Mann"
Mit Unterstützung der Ehefrau: Beartooth-Frontmann Caleb Shomo hat Coming-out
In den letzten Monaten gab es Homosexuellengerüchte über Caleb Shomo, den Sänger der Rockband Beartooth. Jetzt spricht der 33-Jährige darüber, was in ihm vorgeht.

Beartooth-Frontmann Caleb Shomo (Mitte) outet sich als schwul (Bild: Fearless Records)
- 26. Mai 2026, 12:07h 4 Min.
US-Musiker Caleb Shomo, Sänger der Rock- und Metalcoreband Beartooth, hat sich am Wochenende als schwul geoutet – nach 14 Jahren Ehe mit seiner Frau Fleur Shomo. "In letzter Zeit gab es viele Spekulationen über mein Privatleben, und ich habe das Gefühl, dass ich die Dinge richtigstellen muss, bevor dadurch Menschen, die ich liebe, noch weiter verletzt werden", schrieb der aus dem Bundesstaat Ohio stammende 33-Jährige am Samstag auf Instagram. "Ich bin ein stolzer schwuler Mann. Das ist etwas, womit ich mich in meinem Leben schon seit längerer Zeit auseinandersetze und das ich Stück für Stück verarbeitet habe".
In seiner Musik habe er mit Beartooth "immer versucht, von Album zu Album dem nachzugehen, wer ich im tiefsten Inneren meiner Seele wirklich bin". So habe es "sehr selbstzerstörerische Alben" gegeben, "die sich mit meiner religiösen Erziehung, Depressionen, Selbsthass und Hoffnungslosigkeit beschäftigen". Er stehe zwar hinter den Alben, schäme sich aber manchmal darüber, "dass ich mir selbst so lange nicht erlaubt habe, wirklich den Ursachen auf den Grund zu gehen".
Shomo sagte weiter, das Unterdrücken seiner sexuellen Orientierung sei "schwierig zu bewältigen" gewesen, und er schäme sich dafür, sich selbst so lange nicht erlaubt zu haben, "wirklich den Ursachen auf den Grund zu gehen". "Ich habe ein Jahrzehnt damit verbracht, meine Gefühle mit Alkohol zu verdrängen. Und ehrlich gesagt: Als ich beschlossen habe, damit aufzuhören und mich darauf zu konzentrieren herauszufinden, warum ich mich so lange so gefühlt habe, führte mich das direkt dazu, mich mit meiner Sexualität auseinanderzusetzen – in der Hoffnung, dass mich das irgendwann dazu bringt, mich selbst lieben zu können", schrieb er. In Zukunft wolle er sich mit seiner Musik "mit ganzem Herzen und vollkommen offen" ausdrücken. Wohin ihn das führen werde, wisse er noch nicht.
Unterstützung von Ehefrau
Auch Shomos Ehefrau Fleur meldete sich auf Instagram zu Wort. Sie schrieb, die vergangenen Monate seien "eine sehr verwirrende und schmerzhafte Zeit" gewesen – sowohl für sie als auch für ihren Mann. "Aber ich werde Caleb immer lieben, beschützen und unterstützen wollen. Sein Wohlergehen war mir über die Jahre wichtiger als alles andere auf der Welt", schrieb Fleur Shomo. Sie habe die "Verwirrung und den Schmerz" gesehen, die ihr Mann während seines inneren Konflikts mit seiner Sexualität durchlebt habe, doch sie habe nicht gewusst, wie sie ihm helfen könne.
/ DailyCallerFollowing Beartooth frontman Caleb Shomo publicly coming out as a proudly gay man, his wife of nearly 14 years, Fleur Shomo, responded with an emotional statement about love, loss, and the end of their marriage.
Daily Caller (@DailyCaller) May 25, 2026
To support him whilst losing everything has been incredibly hard https://t.co/a6niynoZ51 pic.twitter.com/lzSnSFj0O8
Fans kommentierten "queerere" Songs mit homophoben Kommentaren
Hintergrund des Coming-outs waren offenbar homophobe Kommentare in sozialen Medien und Teilen der Metalcore-/Post-Hardcore-Szene nach den Veröffentlichungen der Singles "Free" und später "Pure Ecstasy". Besonders nach "Free" eskalierte die Situation deutlich. Anlass war nicht nur der Song selbst, sondern auch Shomos verändertes Auftreten im Musikvideo: Crop-Top, Choker, Make-up und insgesamt eine femininere Präsentation. Der umstrittene Metal- und Rapmusiker Chris Fronzak erklärte etwa abwertend, Shomo habe wohl das S aus seinem Namen entfernt, sei also jetzt ein "Homo". Später entschuldigte er sich öffentlich und sagte, die Äußerung sei als "Witz" gemeint gewesen.
Die Heavy-Metal-Szene tritt oft sehr maskulin auf und betonen insbesondere Härte und Aggression – Teile der Szene gelten als homophob. Der offen schwule Judas-Priest-Sänger Rob Halford verglich daher die Metal-Szene mit dem Fußball: "Es ist eine traditionelle Männer-Sache – und alles, was von der Regel abweicht, wird von der breiten Masse nicht akzeptiert. Man muss da einfach bestimmten Parametern entsprechen, sonst ist man nicht Teil davon", sagte er 2018 (queer.de berichtete).
Beartooth ist seit 2012 mit Shlomo als Frontmann aktiv. Die Band ist vor allem für ihren Metalcore-Sound berühmt – also eine Mischung aus Hardcore-Punk und Metal. Dazu kommen je nach Album auch Einflüsse aus Hard Rock, Punk, Post-Hardcore und teilweise Nu Metal. Auch in Deutschland ist die Band aktiv, vor allem durch Liveauftritte. Ihre erfolgreichsten Lieder sind "In Between" (2015), "Hated" (2016) und "Disease" (2018). (cw)














