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Israel
CSD-Parade Tel Aviv kehrt nach zwei Jahren Pause zurück
Zum ersten Mal seit 2023 findet in Tel Aviv wieder die größte CSD-Parade Asiens statt. Queere Menschen in Israel sind derzeit besonders viel Druck von innen und außen ausgesetzt.

Bild von der Tel Aviver CSD-Parade 2022 (Bild: IMAGO / ZUMA Press Wire)
- 27. Mai 2026, 14:13h 2 Min.
Nach zwei Jahren voller Absagen und Einschränkungen soll der CSD in Tel Aviv in diesem Jahr wieder stattfinden. Die Veranstalter*innen kündigten an, dass die Pride Week 2026 vom 7. bis 13. Juni abgehalten werden soll, die große CSD-Demo ist für den 12. Juni geplant. Die Parade gilt mit bislang regelmäßig bis zu einer Viertelmillionen Teilnehmenden als größte in ganz Asien.
2024 war die Pride-Parade wegen des Gaza-Krieges abgesagt worden (queer.de berichtete). Tel Avivs Bürgermeister Ron Huldai erklärte damals: "Dies ist nicht die Zeit für Feiern." Israel durchlebe eine der "schwierigsten Zeiten überhaupt". Auch 2025 konnte die große Demonstration wegen einer Eskalation mit dem Iran nicht stattfinden (queer.de berichtete).
Israelische LGBTI-Community in Bedrängnis
Die queere Community in Israel steht derzeit zwischen allen Stühlen: Der Krieg, gesellschaftliche Polarisierung und zunehmende politische Spannungen prägen den Alltag vieler queerer Menschen. In der Regierung von Benjamin Netanjahu sind seit Jahren ultraorthodoxe und rechtsextreme Parteien vertreten, deren Spitzenpolitiker offen queere Menschen als Gefahr für die heterosexuelle Familie darstellen und versuchen, die Rechte von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten einzuschränken. Laut einem Bericht der queeren Organisation Aguda vom Mai ist die Zahl queerfeindlicher Übergriffe 2025 steil angestiegen.
International werden israelische LGBTI-Aktivist*innen zudem in Teilen der Community wegen des Vorgehens der Netanjahu-Regierung in Gaza und im Iran kritisch beäugt. Teilweise werden queere Vereine aus Israel wegen ihrer Nationalität von internationalen queeren Organisationen ausgeschlossen (queer.de berichtete). Einige internationale Aktivist*innen werfen queeren Menschen in Israel sogenanntes "Pinkwashing" vor – also den Versuch, mit der Sichtbarkeit queeren Lebens von anderen politischen Konflikten abzulenken. (cw)















