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Pride-Bundesland Nummer eins

Auch in Bayern beginnt die CSD-Saison – doch die Freude ist getrübt

42 Veranstaltungen gibt es zum Christopher Street Day in ganz Bayern – so viele wie in keinem anderen Bundesland. Warum die Veranstalter*innen die Politik kritisieren und vor queerfeindlicher Kriminalität warnen.


Archivbild: Schwuhplattler und Dragqueen beim CSD Berchtesgarden 2025 (Bild: IMAGO / Fotostand / Wassmuth)

Mit einem Christopher Street Day (CSD) in Hof startet an diesem Samstag (30. Mai) die Saison der Feiern, Aktionen und Demos in Bayern. 42 Veranstaltungen gibt es insgesamt bis Ende September im Freistaat – so viel wie aktuell in keinem anderen Bundesland, wie die Verantwortlichen mitteilten.

Eine gute Nachricht? "Während queere Communities in immer mehr Orten Sichtbarkeit schaffen, bleibt die Staatsregierung queerpolitisch weit hinter anderen Bundesländern zurück", kritisierte Markus Apel, Vorstandsmitglied des LSVD+ Verband Queere Vielfalt Bayern.

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Noch kein Aktionsplan gegen Queerfeindlichkeit

Das Land verfüge bis heute über keinen Aktionsplan gegen Queerfeindlichkeit und investiere "weiterhin nicht ausreichend in queere Bildung, Gewaltprävention und Gesundheitsversorgung", sagte er weiter. Und: Die Sicherheitslage für queere Menschen verschärfe sich zunehmend.

Darauf hatten kürzlich auch die Grünen im Landtag hingewiesen. Demnach gab es im Vorjahr 181 Fälle von queerfeindlicher Hasskriminalität, wie aus einer Anfrage der Grünen hervorgeht. Das Dunkelfeld sei groß. Von den bekannten Straftaten entfielen 44 Prozent auf rechte Täter*innen. Das sei ein erschreckend hoher Wert, teilte die Fraktion mit. Nach Angaben des bayerischen Landeskriminalamts lagen die Fallzahlen 2024 bei 176, im Jahr zuvor bei 190.

Der Grünen-Abgeordnete Florian Siekmann kritisierte, dass es den von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) angekündigten Aktionsplan Queer in Bayern noch nicht gebe: Der Plan dürfe "keinesfalls ein Papiertiger werden, sondern muss wirksame Strategien zum Schutz vor Diskriminierung und Gewalt entwickeln, damit Bayern für die queere Community endlich ein sicheres Zuhause wird".

CSDs nicht nur in den Großstädten

Apel betonte, Christopher Street Days würden nicht nur in Großstädten, sondern inzwischen auch in kleineren Kommunen im ländlichen Raum organisiert. "Für viele queere Menschen vor Ort sind sie die einzige Möglichkeit im ganzen Jahr, überhaupt sichtbar zu sein, Gemeinschaft zu erleben und sich sicher mit anderen queeren Menschen vernetzen zu können."

Der Christopher Street Day im Hof findet zum dritten Mal statt. Es werde nicht nur eine "Demonstration für Vielfalt und Gleichberechtigung" geben, sondern auch ein Straßenfest in der Hofer Altstadt, teilten die Veranstalter*innen mit. In München dürfte wieder der größte Christopher Street Day im Freistaat steigen – dieses Jahr am 27. Juni.

Die deutschlandweite CSD-Saison 2026 begann bereits am 11. April in Angermünde (queer.de berichtete). Den Abschluss bilden Emmendingen, Herzogenaurach, Kaiserlautern, Landshut und Stendal am 26. September.

Der CSD erinnert an die Aufstände der queeren Community in der Christopher Street in New York City (USA) von 1969 und steht für die Sichtbarmachung und Gleichstellung queerer Menschen. In den letzten Jahren gab es vermehrt Gegendemonstrationen und Störversuche aus der rechten Szene (queer.de berichtete). (cw/dpa)

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Bundes­regierung: Noch keine Pläne für World Pride
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CSD Offenbach zu queer­feindlicher Gewalt: Nicht Herkunft der Täter entscheidend
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