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Streitgespräch mit Jan Fleischhauer
Nyke Slawik verteidigt Selbstbestimmungsgesetz im ZDF
Der konservative Journalist Jan Fleischhauer lud Nyke Slawik in seine ZDF-Sendung ein und diskutierte mit ihr über Akzeptanz und das Selbstbestimmungsgesetz.

Nyke Slawik und Jan Fleischhauer im schick geschmückten Studio (Bild: ZDF / Ben Knabe)
- 29. Mai 2026, 14:25h 3 Min.
Nyke Slawik, die queerpolitische Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion, hat in der ZDF-Sendung "Keine Talkshow – Eingesperrt mit Jan Fleischhauer" das Selbstbestimmungsgesetz verteidigt. Die Sendung lief in der Nacht von Donnerstag auf Freitag um 0:45 Uhr im ZDF und ist jetzt im ZDF-Streamingportal erhältlich.
Im Zentrum der Diskussion stand die Frage, wie ein Staat gestaltet sein muss, der die Vielfalt seiner Bürger*innen respektiert. Die Bundestagsabgeordnete aus Leverkusen betonte: "Wir sind ein freiheitlich demokratisches Land. Da kann man auch zugestehen, dass Menschen unterschiedliche Vorstellungen von dem Konzept Geschlecht haben", so die 32-Jährige. Mit Blick auf die politische Zielsetzung des Gesetzes hob sie hervor: "Selbstbestimmung, Freiheit und Bürokratieabbau sind beim Selbstbestimmungsgesetz große Themen gewesen."
Im Fokus hätten die bisherigen Hürden für trans Personen durch das Transsexuellengesetz aus dem Jahr 1981 gestanden: "Es geht trans Personen einfach darum, frei leben zu können, ohne dass der Staat sie diskriminiert." Das Selbstbestimmungsgesetz sei ein wichtiger Schritt gewesen, um unnötige bürokratische und finanzielle Belastungen abzubauen und Grundrechte zu stärken. Slawik erklärte, dass es bei der Reform um nicht weniger als die konsequente Umsetzung von Freiheit und Menschenwürde gehe.
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Fleischhauer führte auch oft Einzelfälle auf, um auf angebliche Fehler des Selbstbestimmungsgesetzes hinzuweisen – beispielsweise, weil Männer von Frauenquoten und Beförderungen profitieren wollten. Hier plädierte Slawik für einen Perspektivwechsel: "Wäre es nicht mal ein Ansatz, zu fragen, warum es Männer gibt, die so mit einem Gesetz umgehen, mit dem versucht wurde, Menschen Würde und Selbstbestimmung zu geben und sie nicht mehr zu gängeln?"
Fleischhauer geht auf Konfrontationskurs
In der konfrontativen Sendung versuchte Fleischhauer – der sich scherzhaft als jemanden bezeichnet, der "aus Versehen konservativ" geworden ist – Slawiks Positionen wiederholt herauszufordern. Er erklärte unter anderem, dass die Akzeptanz von geschlechtlichen Minderheiten der Mehrheit zu viel aufbürden würde: "Ich bin ja dafür, dass man sich neuen Erkenntnissen öffnet, aber darum geht's ja gar nicht", sagte der 64-Jährige in der Sendung. "Sondern es geht darum, den Leuten zu sagen, so wie ihr darüber denkt, so wie ihr die Welt seht, was ihr als eure Welt empfindet, das gilt nicht mehr."

(Bild: ZDF / Ben Knabe)
Er führte weiter aus, wie groß angeblich die Einschränkungen für die Mehrheit seien: "Schwierig wird's, wenn Leute von mir jetzt was verlangen auf diesem langen Weg, was ich eigentlich nicht bereit bin zu leisten. Also etwa darüber hinwegzusehen, dass sie vorher ganz anders hießen und ganz anders gelebt haben oder auch ihre Sprachspiele mitzumachen." In der Sendung hatte Fleischhauer trotzdem kein Problem, seine trans Gesprächspartnerin mit "Frau Slawik" anzusprechen. (cw)
Links zum Thema:
» Sendung kostenlos bei ZDF.de ansehen
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