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Streit um Markenrechte

Patagonia gegen Pattie Gonia

Der Outdoor-Hersteller Patagonia verklagt die Dragqueen Pattie Gonia. Das US-Unternehmen wirft der queeren Klimaaktivistin Markenrechtsverletzung vor, da sie unter ihrem Künstlernamen Kleidung verkaufen will.


Pattie Gonia (Bild: IMAGO / ZUMA Press Wire / Billy Bennight)

Der US-Outdoorausrüster Patagonia hat die Dragqueen und Umweltaktivistin Pattie Gonia wegen Markenrechtsverletzung verklagt. Der Rechtsstreit sorgt in den USA für erhebliche Aufmerksamkeit, weil beide Seiten sich seit Jahren für Umwelt- und Klimaschutz engagieren.

Patagonia wirft der queeren Aktivistin vor, mit ihrem Künstlernamen und dem Verkauf von Waren unter der Marke "Pattie Gonia" die geschützte Unternehmensmarke zu verletzen. Auslöser der Klage war nach Unternehmensangaben unter anderem ein Antrag auf Markenschutz für den Namen "Pattie Gonia". Patagonia argumentiert, Verbraucher*innen könnten eine Verbindung zwischen der Aktivistin und dem Unternehmen annehmen.

Ein Dollar Schadensersatz

Die Klage wurde bereits im Januar vor einem Bundesgericht in Kalifornien eingereicht. Das Unternehmen fordert nach eigenen Angaben lediglich einen symbolischen Schadensersatz von einem Dollar, verlangt aber zugleich, dass Pattie Gonia den Namen nicht als Marke eintragen lassen und entsprechende Produkte nicht weiter vertreiben darf. Patagonia betont, man wolle seine seit Jahrzehnten aufgebaute Marke schützen und habe zuvor versucht, den Konflikt außergerichtlich zu lösen.

Pattie Gonia, hinter der der Aktivist Wyn Wiley steht, weist die Vorwürfe zurück. Die Kunstfigur sei eine Anspielung auf die Region Patagonien in Südamerika und Teil einer satirischen Drag-Persona. Wiley erklärte öffentlich, Patagonia versuche mit der Klage, einer Umweltaktivistin ihre Identität und Plattform zu nehmen. Zudem kritisierte die Dragqueen die hohen möglichen Verfahrenskosten, die ihre Arbeit gefährden könnten.

Die Aktivistin ist in den USA vor allem durch die Verbindung von Drag-Kunst und Umweltengagement bekannt geworden. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen sammelte sie nach eigenen Angaben mehr als eine Million Dollar für Umweltorganisationen und wirbt für mehr Vielfalt in der Outdoor-Szene.

Erfolgsaussichten werden unterschiedlich eingeschätzt

In sozialen Netzwerken löste der Fall eine kontroverse Debatte aus. Unterstützer*innen von Pattie Gonia werfen Patagonia vor, gegen eine Verbündete im Klimaschutz vorzugehen. Andere verweisen darauf, dass Unternehmen ihre Markenrechte verteidigen müssten, um den Schutz ihrer Kennzeichen nicht zu verlieren. Rechtsexpert*innen sehen die Erfolgsaussichten beider Seiten unterschiedlich, halten die Frage möglicher Verwechslungsgefahr jedoch für den Kern des Verfahrens.

Der Streit gilt als ungewöhnlich, weil Patagonia selbst als besonders umweltbewusstes Unternehmen gilt. Unternehmensgründer Yvon Chouinard hatte die Firma 2022 so umstrukturiert, dass künftige Gewinne überwiegend dem Umwelt- und Klimaschutz zugutekommen sollen. Umso größer fällt nun die öffentliche Aufmerksamkeit für den Konflikt mit einer prominenten Klimaaktivistin aus. (cw)

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