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Graphic Novel

Auf diesen trans Comic haben wir gewartet!

Mit "Was hast du zwischen den Beinen?" veröffentlicht Moom Comics im Herbst das erste Buch des Illustrators Patrick Krawczyk. Am Donnerstag präsentierte der Hamburger trans Mann den Band vorab in Berlin.


Autobiografische Erzählung eines trans Manns: Illustration aus der Graphic Novel "Was hast du zwischen den Beinen?" (Bild: Patrick Krawczyk)

"Was hast du zwischen den Beinen?" steht auf dem knallroten Cover eines Comics, auf dem ein nackter junger Mann in horizontaler Lage lässig in die Welt schaut. Der Comic wird voraussichtlich im September im Berliner Verlag Moom Comics erscheinen – in einem Verlag, der sich auf queere Themen spezialisiert hat. Die Herstellung soll sich über Crowdfunding mit einer kommenden Kickstarter-Kampagne finanzieren, wie es in der Pressemitteilung des Verlags heißt.

Trans Menschen kennen die Frage "Was hast du zwischen den Beinen?" nur zu gut, denn nichts scheint cis Menschen mehr zu interessieren als die Beschaffenheit unserer Körper. Die Frage gibt es in mehreren Varianten und geht oft auch so: "Bist du operiert?" Meine Lieblingsantwort lautet: "Also, wenn du meinen Blinddarm meinst, den habe ich noch und auch sonst fehlt mir nichts." Und es ist keineswegs nur Neugierde, denn nicht selten wird damit unsere Geschlechtsidentität in Frage gestellt.

Die mehreren Leben eines trans Manns


"Was hast du zwischen den Beinen?" soll im Herbst 2026 bei Moom Comics erscheinen

Auch Patrick Krawczyk ist die Frage in seinem Leben als trans Mann schon gestellt worden. Von ihm stammt die autobiografische Comicerzählung, die von seiner Transition handelt und so von der Suche nach seiner geschlechtlichen Identität, verbunden mit der Frage: Was ist Männlichkeit? Und was für trans Menschen keineswegs ungewöhnlich ist, das beschreibt Krawczyk als die Erfahrung, schon mehrere Leben gelebt zu haben. Von der hetero cis Frau zur Lesbe und von der Lesbe zum hetero trans Mann, der sich heute am liebsten queer nennt und an die romantische Liebe glaubt.

Es ist seine erste Publikation, entstanden ursprünglich als Bachelor-Arbeit für die Uni. Er lebt in Hamburg und studiert dort an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften im Fach Illustration. Präsentieren konnte er den Comic am Donnerstag in Berlin im Rahmen des "Salon der grafischen Literatur".

Seit 2018 findet im Mai der "Salon der grafischen Literatur" statt. Und weil das zur Hälfte eine Freiluftveranstaltung ist, braucht es dafür schönes Wetter, denn die Verlagsmesse findet auf dem Hof der Bibliothek am Luisenbad im Berliner Stadtteil Wedding wie ein großer Büchermarkt statt. Dieses Jahr jedenfalls gab es Sonnenschein. Die andere Hälfte mit Lesungen und Vorträgen ist im Bibliotheksgebäude untergebracht. Der Publikumsansturm war beachtlich.

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Jede Menge trans Positivität


Patrick Krawczyk (Bild: Laya Mila Böker)

Patrick Krawczyk hofft auf eine freiberufliche Laufbahn als Illustrator, wobei inzwischen auch die Animation hinzugekommen ist, die die Bilder zum Laufen bringt. Doch zunächst muss das Studium noch beendet werden. Natürlich beschäftigt er sich schon länger mit dem Comic-Zeichnen und das im September erscheinende Buch ist nicht der erste Comic aus seiner Hand. So hatte er sich zeichnerisch schon vorher mit dem Thema Männlichkeit befasst.

Vor allem geht es Krawczyk auch um die Selbstliebe, denn das trans Sein beginnt immer damit, sich selbst zu akzeptieren und ein positives Verhältnis zum Körper zu gewinnen. Genau das zeigt der Comic in knallbunten Episoden. Emotional gibt es im Laufe einer Transition nicht selten Ups and Downs, weshalb es umso wichtiger ist, am Ende zu dem zu gelangen, was ich trans Positivität nennen möchte – und davon strahlt Patrick Krawczyks Comicerzählung eine Menge aus. Ebenso wichtig ist die Bestätigung durch die anderen, auch wenn es manchmal so aussah, als bewegten sich die Menschen um ihn herum wie auf Eierschalen.

Die Botschaft ist bei ihm jedenfalls farbenfroh, und aus den oft massigen Figuren mit ihren hochgezogenen Schultern entstehen immer wieder mal Herzformen – auch das eine Botschaft. Also freuen wir uns mit dem Start in den Sommer auf den Bücherherbst.

-w-