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Fußballstar Dina Orschmann
"Wenn ich Diskriminierung erfahre, dann eher Sexismus als Queerfeindlichkeit"
Dina Orschmann schreibt im "Tagesspiegel" darüber, wie viel einfacher und lockerer der Frauenfußball mit Homosexualität umgehe – und attackiert den DFB, der offenbar wenig Interesse dran hat, die Lage bei den Männern zu ändern.

Dina Orschmann spielte schon in ihrer Jugend für Union Berlin (Bild: IMAGO / Gonzales Photo)
- 1. Juni 2026, 17:01h 2 Min.
Fußballspielerin Dina Orschmann vom 1. FC Union Berlin hat in einem Gastbeitrag für den "Tagesspiegel" (Bezahlartikel) die Unterschiede bei der Offenheit von queeren Menschen im Frauen- und Männersport beschrieben.
Beim Frauenfußball sei es ganz einfach: "Die Realität ist bunt – lesbisch, bi, hetero, alles dabei. Ich bringe meine Freundin mit, die Kollegin bringt ihren Freund." Man brauche sich auch nicht extra zu outen, fuhr die Stürmerin fort. "Das liegt vielleicht auch daran, dass wir lange das Klischee bedient haben, alle Fußballerinnen seien Mannsweiber und lesbisch", erklärte die 28-Jährige. "Das klingt erst mal blöd, aber dieses Klischee hat auch dafür gesorgt, dass Queerness bei uns irgendwie schon erwartet wurde und deshalb nie ein großes Thema war."
Weiter schrieb Orschmann: "Wenn ich Diskriminierung erfahre, dann eher Sexismus als Queerfeindlichkeit. Aber wir Fußballerinnen kennen das, man bekommt immer Gegenwind. Wichtig ist nur, dass man weitermacht und dass man weiß: Wir sind mehr."
Kritik am DFB
Bei Männer-Sport gebe es dagegen Widerstand gegen einen derartig lockeren Umgang. Das liegt nach Orschmanns Ansicht auch an verkrusteten Strukturen. So habe sie die Coming-out-Aktion #ActOut unter Schauspieler*innen bewundert und sich so etwas auch für den Männer-Fußball gewünscht: "Doch als ich mich damals mit einem Mitarbeiter der Anlaufstelle für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt des DFBs austauschte und mich an weitere Institutionen wie die Deutsche Sporthilfe wandte, entstand schnell der Eindruck: Vielfalt wird nach außen zugesichert, aber wenn es um konkrete Handlungen geht, tut sich wenig."
Zudem sei auch das von Ex-Nachwuchsfußballer Marcus Urban 2024 angekündigte Massen-Coming-out ausgeblieben. "Das zeigt, wie weit der Fußball der Männer in dieser Hinsicht noch von anderen gesellschaftlichen Bereichen entfernt ist. Die Angst vor den Konsequenzen ist wohl einfach noch zu groß", so ihr Resümee.
Die gebürtige Berlinerin Orschmann gilt als absolute Identifikationsfigur des Vereins bei Union Berlin und durchlief dort bereits die Jugendabteilungen. Ihre Tore sorgten auch dafür, dass der Verein binnen zwei Jahren von der Regionalliga Ost (3. Liga) in die Bundesliga aufgestiegen ist. Die erste Erstligasaison beendete der Verein dieses Jahr weit entfernt von den Abstiegsplätzen auf dem 9. Rang. (cw)














