https://queer.de/?58246
"Regenbogenhauptstadt Berlin"
Erster CSD-Truck des Berliner Senats kostet 375.000 Euro
Der Berliner Senat nimmt am 25. Juli erstmals mit einem eigenen Truck an der CSD-Demonstration teil. Zwei Stockwerke soll das Fahrzeug haben und LED-Wände an beiden Seiten. Die "Bild"-Zeitung echauffiert sich bereits über die Kosten.

Hoch auf dem pinken Wagen: Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) beim CSD 2023 (Bild: IMAGO / Future Image / B. Dummer)
- 5. Juni 2026, 08:23h 2 Min.
Zum ersten Mal nimmt der Berliner Senat in diesem Jahr mit einem eigenen Truck an der CSD-Demonstration teil. Und das Regierungs-Fahrzeug soll in der großen Parade am 25. Juli offenbar auffallen: Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung kommt ein doppelstöckiger Truck unter dem Namen "Regenbogenhauptstadt Berlin" in den Farben der Regenbogenflagge und mit dem Berliner Bären zum Einsatz. "An beiden Seiten des Wagens werden LED-Wände installiert", kündigte Senatssprecherin Christine Richter an.
Laut Richter werden der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und weitere Mitglieder des schwarz-roten Senats persönlich auf dem Truck erwartet. Darüber hinaus sollen "Vertreter verschiedener Initiativen, Institutionen und des Regenbogen-Netzwerks der Berliner Verwaltung" mitfahren dürfen.
Anonyme Kritik am CSD-Truck des Senats
Angemeldet wurde der Senats-Truck von dem öffentlich-privaten Unternehmen "Berlin Partner", das für das internationale Hauptstadtmarketing zuständig ist. "Für die Umsetzung der Informationsmaßnahmen und die Realisierung des Berlin-Wagens stellt die Senatskanzlei rund 140.000 Euro (netto) bereit", erklärte Richter gegenüber der "Bild"-Zeitung. "Ergänzend unterstützt die Partner für Berlin Holding Gesellschaft für Hauptstadt-Marketing mbH das Vorhaben mit Sachleistungen im Wert von rund 235.000 Euro (netto)."
Für das Boulevardblatt sind die Gesamtkosten von 375.000 Euro offenbar zu hoch. "Doppelstöckige Ausführung ist heute nichts Besonderes mehr", zitiert "Bild" einen anonymen "Techno-Veteranen". Der angebliche "Experte" rechnet vor: "Miete, maximal drei Tage Aufbau, mit Personal am Veranstaltungstag, macht etwa 35.000 Euro."
Auch aus der SPD komme Kritik an den hohen Kosten, behauptet das Blatt. "Es sieht aus, als ob sich Kai Wegner die Teilnahme am CSD erkaufen will", wird ein Genosse zitiert, der allerdings ebenfalls anonym bleibt. "Und das ausgerechnet zwei Monate vor der Wahl."
Zoff zwischen dem Regierenden und dem CSD-Verein
Wegner war seit seinem Amtsantritt jedes Jahr beim Berliner CSD dabei, die Beziehung zwischen dem Regierenden Bürgermeister und den CSD-Veranstalter*innen gilt jedoch als schwierig. 2023 eröffnete der CDU-Politiker den Pride in der Hauptstadt mit einer groß gefeierten Erklärung, dass sich sein Land für die Ergänzung von Artikel 3 um den Aspekt "sexuelle Identität" einsetzen werde (queer.de berichtete). Als ein Jahr später die versprochene Bundesratsinitiative noch nicht gestartet wurde, zeigte sich der CSD-Verein irritiert über Wegner und drohte, dem Regierungschef den Auftritt zu untersagen (queer.de berichtete). Daraufhin sagte Wegner die Eröffnungsrede ab (queer.de berichtete). Auch im vergangenen Jahr blieb der Regierende Bürgermeister der Eröffnung fern – obwohl die Bundesratsinitiative mittlerweile umgesetzt worden war (queer.de berichtete). (mize)
Mehr zum Thema:
» Alle CSD-Termine 2026 auf queer.de














