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Nach Protest des Queerbeauftragten
BVG beendet "Nius"-Werbekampagne
Das queerfeindliche Portal "Nius" startete eine Werbekampagne, unter anderem bei der städtischen BVG. Nach Protesten des Queerbeauftragten kündigte das Verkehrsunternehmen nun an, die Kampagne zu stoppen.

Auch am Berliner Hauptbahnhof wirbt "Nius" mit dem Anti-"Tagesschau"-Spruch (Bild: IMAGO / Chris Emil Janßen)
- 5. Juni 2026, 16:34h 3 Min.
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben am Freitagnachmittag bekanntgegeben, dass sie die Werbekampagne des Magazins "Nius" beenden werden. Anlass sei die Veröffentlichung eines Werbemotivs auf Social Media durch Chefredakteur Julian Reichelt, "das den Eindruck erzeugt, es hinge in der Berliner U-Bahn, und das aus Sicht der BVG und nach rechtlicher Bewertung die Grenzen der zulässigen Meinungs- und Werbefreiheit überschreitet".
"Nius" hatte zuvor an einem Berliner Bus mit dem Slogan "Morgens um 6 schon wissen, was einem abends um 8 verschwiegen wird." geworben. Dieser Werbeauftritt eines queerfeindlichen Mediums zum Beginn des Pride-Monats war vom Berliner Queerbeauftragten Alfonso Pantisano scharf kritisiert worden (queer.de berichtete). Der SPD-Politiker forderte die Verkehrsbetriebe auf, die Kampagne zu beenden, oder sonst nicht wie geplant am CSD teilzunehmen.
Wenige Stunden nach der Kritik Pantisanos kam dann die Mitteilung der BVG. Der Grund: "Am 3. Juni veröffentlichte ein Nius-Verantwortlicher auf Social Media ein neues Motiv, das nach Auffassung der BVG offensichtlich rechtswidrig ist. Zugleich wird durch die Gestaltung der Eindruck erweckt, dieses Motiv sei Bestandteil der bei der BVG gebuchten Werbekampagne und werde auf Flächen der BVG ausgespielt."
Dabei handelt es sich offensichtlich um den Tweet von "Nius"-Chefredakteur Reichelt, der am Mittwoch auf eine Online-Petition gegen die Werbekampagne und einen "taz"-Artikel zu dieser Thematik reagiert hatte. Er veröffentlichte dabei ein Bild, das offenbar das Innere einer Straßen- oder U-Bahn zeigt, samt einem "Nius"-Werbeplakat mit der Aufschrift: "Wir werden immer beliebter bei sämtlichen beiden Geschlechtern." Damit wollte sich "Nius" offensichtlich über trans Menschen, über die das Magazin immer wieder negativ berichtet, lustig machen. Reichelt schrieb dazu: "NIUS grüßt die Genossen von Campact und taz mit dem neuen Werbemotiv. Immer beliebter bei sämtlichen beiden Geschlechtern."

Der kritisierte Reichelt-Tweet mit der angeblichen BVG-Werbung, die in Berlin nie geschaltet wurde (Bild: X)
BVG: Motiv auf Social Media war nicht Gegenstand der gebuchten Kampagne
Die BVG stellte dazu klar: "Das derzeit im Umlauf befindliche Motiv auf Social Media war weder Gegenstand der gebuchten Kampagne noch wurde es von der BVG oder ihrem Vermarkter freigegeben oder veröffentlicht." Als öffentliches Unternehmen trage man die Verantwortung, Grundrechte zu achten und zu schützen. "Wir ziehen daher klare Grenzen dort, wo Rechte Dritter verletzt werden oder der Eindruck entsteht beziehungsweise bewusst erzeugt wird, rechtswidrige Inhalte würden von der BVG verbreitet oder gebilligt."
"Nius" selbst kündigte an, rechtliche Mittel gegen den Stopp der Kampagne zu prüfen. Das Magazin verteidigte den Tweet ihres Chefs mit den Worten: "Auf dem Bild ist das Motiv in einem Zugwaggon zu sehen, der weder einer U-Bahn noch einem Bus der BVG-Flotte ähnelt."
Queerbeauftragter Pantisano zeigte sich über das Ende der Kampagne erfreut: "Unser Protest wurde gehört!", erklärte er auf Instagram. "Berlins Busse und Bahnen dürfen keine fahrenden Werbeflächen für Rechtspopulismus, gesellschaftliche Spaltung und Angriffe auf unsere demokratische Öffentlichkeit sein." (cw)














