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Dermatophilose
Haut-Erkrankungen bei schwulen Männern: Bundesregierung plant keine Maßnahmen
Bei schwulen Saunabesuchern sind Hautinfektionen festgestellt worden, die bislang eher Tiere befallen haben – auch in Berlin. Die Bundesregierung schätzt das Risiko für die Bevölkerung jedoch als "gering" ein.

Symptome bei einer Infektion mit dem Bakterium Dermatophilus congolensis (Bild: CDC)
- 6. Juni 2026, 06:21h 3 Min.
Die Bundesregierung plant keine Maßnahmen zum Schutz vor der Erkrankung Dermatophilose sowie Pilzinfektionen durch den Pilzstamm Trichophyton mentagrophytes Genotyp VII (TMVII). Das geht aus der Antwort auf eine Schriftliche Frage des Bundestagsabgeordneten Maik Brückner (Linke) hervor (PDF, Frage 124).
Die beiden seltenen Hauterkrankungen beschäftigen seit einigen Monaten die Gesundheitsbehörden in mehreren Ländern. Betroffen sind vor allem Männer, die Sex mit Männern haben.
Übertragung in Gay-Saunen
Dermatophilose wird durch das Bakterium Dermatophilus congolensis ausgelöst. Die Krankheit tritt üblicherweise bei Tieren auf – besonders bei Pferden und Rindern in der nasskalten Jahreszeit – und ist beim Menschen selten. Nach einem Bericht im Fachjournal "Emerging Infectious Diseases" hätte sich viele der Betroffenen zuvor in Saunen aufgehalten. Hier könne die Übertragung schneller vonstattengehen, "da die feuchten Bedingungen dort die Freisetzung und das Überleben infektiöser Dermatophilus-Sporen in der Umwelt begünstigen könnten" (queer.de berichtete).

Dermatophilose im Genitalbereich (Bild: CDC)
Nahezu parallel verbreitete sich ein seltener Hautpilz unter schwulen und bisexuellen Männern. Auslöser ist ein spezieller Pilzstamm namens Trichophyton mentagrophytes Genotyp VII (TMVII). Er verursacht eine Form von Ringelflechte, die vor allem im Genital-, Gesäß- oder Bauchbereich auftreten kann und oft schmerzhafte, juckende Hautveränderungen hervorruft. Der Pilz verbreitet sich vor allem durch engen Hautkontakt, besonders beim Sex. Allein im Großraum Minneapolis wurden mehr als 30 bestätigte oder vermutete Fälle gemeldet (queer.de berichtete).
16 bekannte Fälle aus dem Großraum Berlin
Die Bundesregierung sieht jedoch keinen Grund zur Sorge. "Aufgrund der geringen Anzahl (16 aktuell bekannte Fälle, insbesondere aus dem Großraum Berlin), der guten Behandelbarkeit mit Standard-Antibiotika und dem eher leichten klinischen Verlauf schätzt das Robert Koch-Institut (RKI) die Risiken für die Bevölkerung inklusive für Männer, die Sex mit Männern haben, als gering ein", heißt es in der Antwort von Gesundheitsstaatssekretär Georg Kippels (CDU) auf die Schriftliche Frage Brückners.
"Wahrscheinliche Übertragungswege der Infektionen sind direkter Haut-zu-Haut-Kontakt innerhalb sexueller Kontaktnetzwerke, z. B. durch Besuche Sex-positiver Saunen, sowie eine mögliche indirekte Übertragung über kontaminierte Oberflächen", so Kippels weiter. Behandelnde würden sensibilisiert, um bei entsprechenden Symptomen eine Infektion mit Dermatophilus congolensis in Erwägung zu ziehen und eine Behandlung einleiten zu können.
"Das RKI steht zu diesem Geschehen in engem Austausch mit dem Landesamt für Gesundheit und Soziales des Landes Berlin sowie dem Europäischen Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten", erklärte der Parlamentarische Staatssekretär. "Weitere Maßnahmen sind derzeit nicht vorgesehen." (mize)














