Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?58288

So geht's

Blut ist ein knappes Spendengut: Wer spenden darf – und wie oft

Jahrelang wurden viele queere Menschen pauschal vom Blutspenden ausgeschlossen. Das hat die Ampel zwar weitgehend beendet. Es gibt aber noch einiges zu beachten.


Verbote für queere Menschen beim Blutspenden wurden weitgehend abgeschafft (Bild: USAG- Humphreys / flickr)

Blut ist kostbar und als Spendengut knapp: Bundesweit werden nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) täglich rund 15.000 Blutspenden für Operationen, Unfallopfer und die Behandlung schwerer Krankheiten wie Krebs benötigt. Mit dem Sommer naht eine klassische Durststrecke für die Spendedienste. Zum Weltblutspendetag am Sonntag wird deshalb erneut zum Spenden aufgerufen. Fragen und Antworten:

Wer kann Blut spenden?

Blut spenden darf grundsätzlich jede und jeder ab 18 Jahren und wer mindestens 50 Kilogramm wiegt. Die früher geltenden Altersobergrenzen wurden abgeschafft. Entscheidend ist der Gesundheitszustand. Dieser wird vor jeder Spende geprüft. Auch das Blut selbst wird auf Hepatitis A, B, C und E sowie HIV, Syphilis und Ringelrötelnviren getestet, damit nicht unbemerkt Krankheitserreger übertragen werden.

Spielt queere Identität eine Rolle?

Jahrelang wurden homosexuelle Männer pauschal vom Blutspenden ausgeschlossen, unabhängig von ihrem tatsächlichen Sexualverhalten. Dieser Ausschluss wurde 2023 von der Ampel abgeschafft (queer.de berichtete). Unabhängig von sexueller Orientierung sind aber alle Menschen für vier Monate von der Blutspende ausgeschlossen, die innerhalb der zurückliegenden vier Monate ein Sexualverhalten aufwiesen, das ein deutlich erhöhtes Übertragungsrisiko für durch Blut übertragbare schwere Infektionskrankheiten birgt.

Dazu zählt auch Analverkehr, wenn dieser in den letzten vier Monaten mit mehr als einem Partner stattgefunden hat. Dies wird von vielen LGBTI-Aktivist*innen und Politiker*innen weiterhin als diskriminierend und unwissenschaftlich kritisiert. Analverkehr sei "nicht per se risikobehaftet – nur wenn diese Praktik ohne Schutzmaßnahmen ausgeführt wird, ist ein erhöhtes Risiko für die Übertragung von Infektionskrankheiten möglich", erklärte etwa 2023 die damalige Bundestagsabgeordnete Tessa Ganserer (queer.de berichtete). Ebenso gehören zu den Ausschlusskriterien Sexarbeit und deren Inanspruchnahme sowie Sexualverkehr mit Partnerinnen oder Partnern, die mit Hepatitis B oder C oder mit HIV infiziert sind. Wer zum HIV-Schutz eine Präexpositionsprophylaxe (PrEP) einnimmt, darf ebenfalls nicht Blut spenden. Auch trans Menschen dürfen nach den neuen Richtlinien spenden, allerdings mit Einschränkungen, u.a. wegen der Medikation.

Wie häufig kann Blut gespendet werden?

Frauen dürfen viermal und Männer sechsmal innerhalb eines Jahres Blut spenden. Der Zeitraum zwischen zwei Blutspenden muss mindestens acht Wochen betragen. Die Blutzellen erneuert der Körper zwar bereits in zwei Wochen, der Ausgleich des Eisenverlusts dauert aber rund zwei Monate, bei Frauen auch etwas länger.

Facebook | Am 14. Juni ist Weltblutspendetag
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Bei einer Blutspende werden 500 Milliliter entnommen – damit kann bis zu drei Schwerkranken oder Verletzten geholfen werden. Allerdings halten Blutpräparate nur maximal 42 Tage, manche Konzentrate sogar nur wenige Tage.

- Werbung -

Reichen die Blutspenden?

Insgesamt spenden nach DRK-Angaben nur knapp drei Prozent der Bevölkerung regelmäßig Blut. Das ist deutlich zu wenig, um die Versorgung langfristig ausreichend zu sichern. Nach Angaben der Krankenkasse AOK ist diese generell "auf Kante genäht". Deutschland benötigt jährlich mindestens 3,7 Millionen Spenden – doch die Zahlen stagnieren seit Jahren knapp darunter und lagen zuletzt 2024 bei rund 3,6 Millionen.

Ein Problem sind immer wieder saisonale Gründe, die Menschen vom Spenden abhalten. Ferien und Feiertage führen laut DRK zu einem Rückgang der Spendenbereitschaft, ebenso Sportgroßereignisse wie Fußballweltmeisterschaften. Der Sommer ist oft eine Durststrecke.

Wer spendet am meisten?

Die Babyboomer*innen sichern nach wie vor am stärksten die Blutspenden. Der demografische Wandel – also vor allem das Altern dieser Gruppen – macht den Expert*innen deshalb derzeit auch die größte Sorge. Denn es fallen nicht nur viele Spender gesundheitsbedingt weg – aus vielen früheren Spendern werden jetzt auch Blutspendeempfänger*innen, weil mit dem Alter das Risiko steigt, auf eine Blutspende angewiesen zu sein.

Wer ist vom Blutspenden ausgeschlossen?

Während der Schwangerschaft und auch nach der Geburt sollen Frauen vorübergehend nicht Blut spenden. Ein zeitlich begrenzter Ausschluss gilt auch nach vielen Impfungen und Auslandsreisen in Malariagebiete oder Länder mit Hepatitisrisiko. Vorübergehend nicht gespendet werden kann nach größeren Operationen, Erkrankungen wie Grippe oder bei Einnahme bestimmter Medikamente wie zum Beispiel Antibiotika.

Nach Akupunkturbehandlungen, sofern diese nicht nachweislich steril vorgenommen wurden, sowie Piercings und Tätowierungen wird mindestens vier Monate bis zur nächsten Spende gewartet, um Infektionen sicher auszuschließen.

Gibt es auch einen dauerhaften Ausschluss?

Dieser gilt beispielsweise bei bestimmten Vorerkrankungen wie insulinpflichtiger Diabetes, Hepatitis oder chronisch-entzündlichen Erkrankungen. Auch Blutgerinnungsstörungen und eine Malariaerkrankung können dazu führen. An der Blutspende Interessierte sollten sich beim Blutspendedienst individuell informieren, ob sie spenden dürfen. (AFP/cw)

-w-

-w-

-w-