https://queer.de/?58327
Aufruf
Filmprojekt "Queer Remembrance": Teilnehmer*innen gesucht
Das deutsch-argentinische Dokumentarfilmprojekt "Queer Remembrance" will biografische Erfahrungen älterer Queers mit den Stimmen jüngerer LGBTI-Personen zusammenbringen.

Symbolbild: "Queer Remembrance" findet vom 15. bis 26. Juli 2026 in Berlin statt (Bild: ChatGPT)
- 10. Juni 2026, 14:20h 3 Min.
Weltweit erleben wir ein Erstarken autoritärer, antifeministischer und anti-queerer Bewegungen. Gleichzeitig sind queere Communities oft voneinander getrennt: zwischen Generationen, politischen Erfahrungen und Lebensrealitäten. "Queer Remembrance" setzt genau hier an. Das Dokumentarfilmprojekt will Menschen zusammenbringen, um Isolation zu überwinden, voneinander zu lernen und gemeinsame Perspektiven zu entwickeln.
Das intergenerationelle, deutsch-argentinische Projekt richtet sich gezielt an queere Menschen zwischen ca. 18 und 70 Jahren. Es findet vom 15. bis 26. Juli 2026 in Berlin statt.
"Besonders möchten wir auch ältere queere Personen einladen, sich zu bewerben, um ihre Geschichten, Erfahrungen und Kämpfe sichtbar zu machen. Alle Generationen sind ausdrücklich willkommen", so Initiator und queer.de-Autor Jojo Streb. "Unterschiedliche Erfahrungen verstehen wir nicht als Abstand, sondern als Ressource: Wer früher gekämpft hat, trägt wichtige politische und persönliche Erinnerungen. Wer heute lebt, bringt aktuelle Perspektiven, Sprache und Kämpfe ein. Beides gehört zusammen."
Vorerfahrungen willkommen, aber keine Voraussetzung
Im Zentrum steht ein kollaboratives dokumentarisches Filmprojekt: "Gemeinsam verbinden wir biografische Erfahrungen älterer Queers mit den Stimmen jüngerer LGBTI-Personen. Dabei entsteht ein Raum, in dem Erinnerung nicht rückwärtsgewandt ist, sondern politisch wirksam wird – als Wissen, das weitergegeben, diskutiert und transformiert werden kann."
Welche Geschichten werden erzählt, welche bleiben unsichtbar? Wie werden queere Lebensrealitäten in Film, Medien und Öffentlichkeit dargestellt – und wo werden sie verzerrt oder vereinfacht? Diese Fragen sollen mit der eigenen filmischen Praxis verbunden werden.
Insbesondere Queers mit Interesse an Film, Medien oder Storytelling sind besonders eingeladen, sich zu bewerben. Vorerfahrungen sind willkommen, aber keine Voraussetzung. Der Teilnahmebeitrag liegt bei 200 bis 250 Euro nach Selbsteinschätzung – finanzielle Engpässe seien "selbstverständlich kein Ausschlussgrund". "Queer Remembrance" findet mit konsekutivem Dolmetschen auf Deutsch und Spanisch statt.
"Ziel ist kein Rückblick allein, sondern ein gemeinsamer Prozess"
Berlin habe man bewusst als zentralen Ort gewählt. "Die Stadt trägt eine verdichtete Geschichte queerer Kämpfe, von Verfolgung und Widerstand bis hin zu Selbstorganisation und Sichtbarkeit", erklärt Jojo Streb. "Gemeinsam besuchen wir Orte dieser Geschichte, arbeiten mit aktuellen Community-Strukturen und setzen uns mit gegenwärtigen politischen Entwicklungen auseinander. Dazu gehört auch eine kritische Auseinandersetzung mit Großveranstaltungen wie dem CSD sowie der Besuch alternativer, aktivistischer Formate."
"Queer Remembrance" ist eine Kooperation zwischen dem Berliner Arbeitskreis für politische Bildung (bapob) und Unidos Todos aus Argentinien. Beide Organisationen arbeiten seit vielen Jahren gemeinsam an internationalen Projekten zu Menschenrechten, Demokratie und queeren Themen. Außerdem wird der Austausch durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung) gefördert.
"Das Projekt richtet sich an Menschen, die bereit sind, zuzuhören, zu teilen und gemeinsam zu denken", so Initiator Jojo Streb. "Ziel ist kein Rückblick allein, sondern ein gemeinsamer Prozess: Erinnern, voneinander lernen und politische wie persönliche Verbindungen stärken – über Generationen und Länder hinweg."
Bewerbungen sind auf bapob.org möglich. (cw)
Mehr queere Kultur:
» auf sissymag.de
01:55h, ZDFneo:
The Persian Version
Culture-Clash-Komödie und queeres Familiendrama: Die lesbische Leila muss ihren aus dem Iran stammenden Eltern beibringen, dass sie von einem Drag-Darsteller schwanger ist.
Spielfilm, USA 2023- 5 weitere TV-Tipps »














