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Standpauke für queere Aktivist*innen
Klöckner: Wer Regenbogenfahnenverbot kritisiert, hat "überschaubare intellektuelle Tiefe"
Bei einem LSU-Treffen zeigt sich Julia Klöckner irritiert über Kritik aus der queeren Community an dem von ihr ausgesprochenen Regenbogenfahnenverbot zum CSD – und erhielt dafür großen Applaus.

Julia Klöckner sieht Menschen, die sie wegen des Regenbogenfahnenverbots kritisieren, als intellektuell unter ihr stehend an (Bild: Deutscher Bundestag / Thomas Imo / photothek)
- 12. Juni 2026, 13:12h 3 Min.
Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hat ihr Regenbogenfahnenverbot am Reichstagsgebäude zum Berliner CSD am Donnerstag beim Jahresempfang der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) unter dem Applaus der Anwesenden verteidigt. Gegner*innen des Verbots warf die CDU-Politikerin eine "überschaubare intellektuelle Tiefe" vor.
Klöckner hatte im Mai 2025 erklärt, dass sie die unter der Vorgängerregierung übliche Hissung der Regenbogenfahne zum Hauptstadt-CSD verbieten werde (queer.de berichtete). Das Symbol der queeren Community dürfe nur noch zum 17. Mai, dem Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit (IDAHOBIT) weiter gezeigt werden. Außerdem verbot sie die offene CSD-Teilnahme der Bundestagsverwaltung und untersagte Abgeordneten, das Regenbogenfahnen-Symbol selbst als Anstecker zu tragen.
Wörtlich erklärte Klöckner bei der LSU-Veranstaltung laut einem von Journalist Manuel Koch veröffentlichten Video: "Dass ich am Christopher Street Day in Berlin die Regenbogenfahne nicht gehisst hab, sondern am 17. Mai, aber dafür von einigen Gruppen als homophob beschimpft worden bin, zeigt mir eine überschaubare intellektuelle Tiefe." Darauf brandete Applaus in den Reihen der LSU auf.
Klöckner fühlt sich von queerer Community schlecht behandelt
Über ihre Kritiker*innen sagte sie: "Denn letztlich tun einige Gruppen genau das, was sie von anderen nicht wollen, was mit ihnen geschieht: eben nicht differenziert vorzugehen, eine andere Meinung zu akzeptieren, sondern wenn man das nicht zu 100 Prozent tut, was man selber will, kommt die große Keule, man sei homophob oder queerfeindlich. Egal, ob am 17. Mai die Fahne weht oder nicht." Ein weiterer Vorwurf: "Als AfDler und andere Gruppen mich kritisiert und gehetzt haben, dass ich am 17. Mai die Fahne hisse, habe ich nichts von diesen Gruppen gehört", so Klöckner. Zumindest versprach sie in ihrer Rede, dass sie die Regenbogenfahne zum IDAHOBIT trotz der Kritik an ihrer Person weiter hissen werde.
Klöckner war für ihr Verbot von Teilen der SPD und der demokratischen Opposition scharf kritisiert worden. Lob erhielt sie dagegen von der AfD, die sie letztes Jahr um den CSD zur "Heldin der Woche" erklärte (queer.de berichtete).
Kritik gab es auch an ihren neuen Äußerungen. So kommentierte Dragqueen Margot Schlönzke das Video mit dem Vorwurf der intellektuellen Minderbemitteltheit von Gegner*innen des Regenbogenfahnenverbots: "Ich bin sehr glücklich darüber, dass sie Bundestagspräsidentin ist! Damit konnte verhindert werden, dass sie als Familienministerin oder an anderer Stelle noch größeren Schaden anrichtet." Schlönzke kritisierte "fehlende überparteiliche und politische Neutralität" von Klöckner.
Andere Unionspolitiker*innen haben kein Problem mit Regenbogenfahne zum CSD
Probleme mit der Regenbogenfahne zum CSD haben übrigens nicht alle Konservativen. So ließ die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) letztes Jahr die Regenbogenfahne zum Münchner CSD hissen und erklärte, dass das Symbol für Vielfalt, Toleranz und Offenheit stehe, "also für sehr demokratische Werte" (queer.de berichtete).
Instagram | Trotz des Regenbogenfahnenverbots steht die LSU weiterhin mit einem Herzchen hinter Klöckner
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Auch Kai Wegner, Klöckners Parteifreund und Regierender Bürgermeister von Berlin, betonte letztes Jahr: "Ich habe in meiner Amtszeit aus tiefer Überzeugung die Regenbogenfahne vor dem Roten Rathaus gehisst. Wir brauchen die Sichtbarkeit für die queere Community. Die Regenbogenflagge gehört in die Mitte der Gesellschaft und auch vor das Rote Rathaus" (queer.de berichtete). (cw)














