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(Pseudo-)Religiös und rechts
Verfassungsschutz: Christliche Influencer*innen haben AfD-Kontakte
Rechtsextreme Personen und Gruppierungen adaptierten "im Zuge ihrer Agitation (pseudo-)christliche Motive und Diskurse", warnt das Bundesamt für Verfassungsschutz. Damit solle auch Queerfeindlichkeit ideologisch untermauert werden.

Bundesamt für Verfassungsschutz in Köln (Bild: IMAGO / Future Image / C. Hardt)
- 13. Juni 2026, 06:39h 2 Min.
Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat Personen und Gruppierungen im Blick, die mit christlich-religiösem Anstrich extremistische Ideologie zu verbreiten suchen. Wie die Bundesregierung in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen ausführt, greifen diese "im Zuge ihrer Agitation (pseudo-)christliche Motive und Diskurse" auf und adaptierten diese, "um insbesondere Äußerungen oder Verhaltensweisen, die gegen einzelne gesellschaftliche Gruppen gerichtet sind, sowie in Teilen extremistische Verschwörungserzählungen ideologisch zu untermauern". Insofern richte sich ihr Handeln gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung.
Einzelne dieser Akteur*innen seien in sozialen Medien als Influencer*innen aktiv. In der Antwort der Bundesregierung heißt es, teilweise seien in diesem Personenkreis "Kontakte und Vernetzungsbestrebungen in politische Milieus im In- und Ausland wie gegenüber Mitgliedern der Partei Alternative für Deutschland (AfD)" festzustellen.
Grünen-Politikerin sieht kein Problem mit den großen Kirchen – im Gegenteil
Rechtsextreme nutzten religiös aufgeladene Bilder und Erzählungen, um speziell junge Menschen zu ködern, wie nun auch die Bundesregierung bestätigt habe, sagt die Grünen-Innenpolitikerin, Marlene Schönberger. "Sogenannte Christfluencer mit Bezügen zur AfD und der MAGA-Bewegung verschmelzen rechtsextreme Ideologie, christlich aufgeladene Symbolik und Verschwörungstheorien."
Lamya Kaddor, Beauftragte der Grünen-Fraktion für Religionspolitik, sagt, vor dem Hintergrund der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den großen Kirchen sei für sie klar: "Die Bundesregierung muss der Instrumentalisierung christlicher Symbolik und Narrative durch Rechtsextreme mehr Aufmerksamkeit widmen."
Grüne verweisen auf "Baptistenkirche Zuverlässiges Wort"
"Medienberichte zeigen, dass vereinzelte, in Publikationen teilweise als christlich-fundamentalistisch bezeichnete Gruppierungen, Einzelpersonen, Netzwerke und Onlineakteurinnen und Onlineakteure mit großer Reichweite unter Bezugnahme auf das Christentum rechtskonservative bis rechtsextreme, queerfeindliche, antifeministische, rassistische, antisemitische und demokratiefeindliche Positionen verbreiten", heißt es in der Kleinen Anfrage der Grünen (PDF).
Als Beispiel wurde etwa die "Baptistenkirche Zuverlässiges Wort" in Pforzheim genannt, die vom Landesverfassungsschutz Baden-Württemberg beobachtet wird. Dessen Prediger Andy Shamoon hatte öffentlich erklärt, dass Homosexuelle "den Tod verdient" hätten, sie "sollten eigentlich vom Staat irgendwie vernichtet werden" (queer.de berichtete). Wegen Volksverhetzung wurde Shamoon rechtskräftig zu einer Geldstrafe verurteilt (queer.de berichtete). (mize/dpa)










