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He/Him-Man: So queer ist "Masters of the Universe"
Der muskelbepackte Fantasyheld aus den 1980er Jahren will inzwischen lieber reden als kämpfen, steht aber seinen Mann, wenn es sein muss. Die Neuverfilmung von "Masters of the Universe" überrascht mit Selbstironie und queeren Anspielungen.

Adam alias He-Man (Nicholas Galitzine) präsentiert sein "mächtiges Schwert" in "Masters of the Universe" (Bild: Amazon MGM Studios Content Services LLC)
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13. Juni 2026, 08:58h 5 Min.
Nicholas Galitzine hat Erfahrung mit royalen Rollen. In der queeren Kult-Romanze "Red, White and Royal Blue" (2023) spielt er den britischen Prinz Henry, der sich in den Sohn der US-Präsidentin verliebt; in der Historienserie "Mary & George" (2024) einen jungen Adligen, der mit Hilfe seiner intriganten Mutter zum Geliebten von König James I. wird. Im neuen Fantasyfilm "Masters of the Universe" verkörpert der 31-jährige Brite nun Prinz Adam, Thronfolger auf dem Planeten Eternia. Der ist zwar nicht so direkt an Männern interessiert wie die anderen beiden, aber mit den Frauen klappt es auch nicht wirklich – zudem gibt's diverse queeren Anspielungen.
Zu Beginn des Films lernen wir Adam als kleinen Jungen (Artie Wilkinson-Hunt) auf Eternia kennen, der sich beim Kampftraining zwar redlich Mühe gibt, aber gegen die anderen, größeren Kids keine Chance hat. Und als dann der finstere Skeletor (Jared Leto) mit seinen monströsen Horden angreift und die Königsfamilie stürzt, gelingt es der Königin (Charlotte Riley) und der Hof-Zauberin (Morena Baccarin) gerade noch, Adam mitsamt einem magischen Schwert in Sicherheit zu bringen. Durch eine Art Wurmloch landet er ausgerechnet auf der Erde. Dummerweise verliert er unterwegs das Schwert – sein einziger Weg zurück nach Eternia.
"Adam Glenn, He/Him"

Poster zum Film: "Masters of the Universe" läuft seit 4. Juni 2026 bundesweit im Kino
Nach einem kleinen Zeitsprung begegnen wir dem erwachsenen Adam als HR-Angestellten in einem amerikanischen Großunternehmen wieder. Auf seinem Namensschild beim Schreibtisch steht "Adam Glenn, He/Him" und auch sonst behandeln sich alle mit größtmöglichem Feingefühl – selbst, wenn es um Entlassungsdrohungen geht. Eine solche widerfährt Adam, weil er sich auch während der Arbeitszeit obsessiv darum bemüht, endlich sein Schwert wiederzufinden. Da er sich nicht scheut, auf seine äußerst fantastische Herkunftsgeschichte vom Planeten Eternia zu bestehen, wird er von seiner Umgebung als etwas verschroben eingeschätzt, und auch bei Dates ist dies trotz seines guten Aussehens nicht die erfolgreichste Strategie.
Manchmal zweifelt Adam sogar selbst an seinen Erinnerungen. Doch dann entdeckt er plötzlich das verlorene magische Schwert – in einem Comicladen voller Nerds. Und kaum hat er es sich etwas umständlich angeeignet, wird er mitten im Straßenverkehr von einem riesigen haarigen Biest attackiert. Dem er letztlich nur entkommt, weil seine alte Eternia-Freundin Teela (Camila Mendes) rettend eingreift.
Die Grenzen der dialogorientierten Konfliktlösung
Sie bringt ihn mit ihrem Raumschiff zurück nach Eternia, das nun schon seit Jahren von Skeletor und seiner Magierin Evil-Lyn (Alison Brie) kontrolliert wird. Adams Eltern leben noch, sitzen aber in Skeletors Kerker fest. Doch im Untergrund hat sich eine Widerstandsbewegung gebildet, der auch Teelas Vater Duncan (Idris Elba) angehört. Den zurückgekehrten jungen Prinzen in seinem rosa Hemd und mit seinen seltsamen Gepflogenheiten nimmt allerdings zunächst niemand so richtig ernst.
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Als Skeletors Horden angreifen, will Adam den Konflikt denn auch zunächst mal im Dialog lösen – wenig überraschend mit eher mäßigem Erfolg. Zum Glück erweist sich sein Schwert dann tatsächlich als magisch, und mit ihm in der Hand und den richtigen Worten ("I have the power!") schwellen nicht nur seine Muskeln noch etwas mehr an, es wandeln sich auch seine Kampfeskünste. Aber reicht das, um Skeletor zu besiegen und seine Eltern zu befreien?
Schwulenikone mit viel Augenzwinkern
Würde sich "Masters of the Universe" ernstnehmen, wäre der Film wohl einfach leidlich unterhaltsame Fantasy-Action-Dutzendware. Das Autor*innen-Team und Regisseur Travis Knight haben sich glücklicherweise dafür entschieden, die Geschichte mit viel Augenzwinkern und reichlich Selbstironie zu erzählen, weshalb man recht häufig mit einem amüsierten Grinsen im Kinosaal sitzt. Dazu gehören auch zahlreiche zweideutige Anspielungen auf Adams "mächtiges Schwert" oder die klingenden Namen seiner Alliierten Fisto und Ram Man. Sogar zwischen Skeletor und Adam scheint es am Ende ein wenig zu knistern.

Johannes Haukur Johannesson als Fisto in "Masters of the Universe" (Bild: Amazon MGM Studios Content Services LLC)
Der muskelbepackte He-Man, der vom US-Spielwarenhersteller Mattel als eine Art Barbiepuppe für Jungs gedacht war, entwickelte sich in den 1980er Jahren dank einer Animationsserie schon rasch zu einer Schwulenikone. Einerseits wegen seines Doppellebens (Prinz Adam/He-Man), zu dem in der damaligen Zeit auch viele queere Menschen gezwungen waren. Andererseits weil er mit seinem muskulösen Körper einem schwulen Schönheitsideal entsprach und oft engere Beziehungen zu anderen Männern als zu Frauen hatte. Zahlreiche junge Schwule realisierten offenbar damals dank dem He-Man aus der Serie, dass sie auf Männer stehen.
Galitzines nächster schwuler Auftritt ist in Sicht
Eine direkte schwule Story gab es zwar nie, aber es ist offensichtlich, dass die Filmemacher*innen sich dieser Historie bewusst waren und sie damit weiterspielen. So wäre es in einem typischen Mainstream-Actionfilm geradezu unvermeidlich, dass sich zwischen Adam und Teela romantische Gefühle entwickeln – hier jedoch einigen sich die beiden darauf, dass es besser ist, bei einer Freundschaft zu bleiben. "Masters of the Universe" erzählt zwar nicht direkt eine queere Geschichte, ist aber anspielungsreich genug, dass auch ein queeres Publikum seinen Spaß hat.
Und wer Nicholas Galitzine endlich wieder richtig schwul sehen will, muss auch nicht allzu lange warten: "Red, White & Royal Wedding", die Fortsetzung des Erfolgsfilms von 2023, ist abgedreht und dürfte Ende 2026 oder Anfang 2027 veröffentlicht werden.
Masters of the Universe. Fantasyfilm. USA 2026. Regie: Travis Knight. Cast: Nicholas Galitzine, Camila Mendes, Alison Brie, Idris Elba, Jared Leto, Kristen Wiig, Sam C. Wilson, Hafþór Júlíus Björnsson, Kojo Attah, Morena Baccarin, Jóhannes Haukur Jóhannesson, James Purefoy, Charlotte Riley, Jon Xue Zhang, Sasheer Zamata, Christian Vunipola, Christiaan Bettridge. Laufzeit: 142 Minuten. Sprache: deutsche Synchronfassung. FSK 12. Verleih: Sony Pictures Germany. Kinostart: 4. Juni 2026
Links zum Thema:
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