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Sports Romance
Neuer Roman über schwulen Nationaltorwart
Wenn ein Skandal die Wahrheit verdeckt: In dem neuen Roman "Unhaltbar" von Laura E. Ashcroft geht es um queere Sichtbarkeit im Profifußball und eine Liebesgeschichte unter öffentlichem Druck.

Symbolbild: Eine Frau erhebt schwere Vorwürfe gegen Nationaltorhüter Levi, der dazu nur schweigt (Bild: OpenAI)
- 14. Juni 2026, 04:40h 3 Min.
Levin Hartmann ist ein Torwart, wie ihn sich Vereine, Fans und Sponsoren wünschen: kontrolliert, zuverlässig, auf dem Platz kaum zu überwinden. Als Nationalspieler gilt er als Vorbild, als Projektionsfläche, als Marke. Dann verbreitet sich ein Video im Netz. Eine Frau erhebt schwere Vorwürfe gegen ihn – und innerhalb weniger Stunden wird aus dem gefeierten Sportler ein öffentlicher Fall.
Während Schlagzeilen, Kommentare, Talkrunden und soziale Medien längst urteilen, bleiben die Fakten unscharf. Der Verein denkt in Krisenkommunikation, Sponsoren in Imageschäden, Fans in Schuld, Enttäuschung und Loyalität. Levin schweigt. Nicht, weil es nichts zu sagen gäbe, sondern weil die Wahrheit eine andere Gefahr birgt: Levin ist schwul. Im Männer-Profifußball ist das noch immer keine Nebensache.
Der Journalist Jaro Brecht soll über den Skandal schreiben. Doch je genauer er recherchiert, desto deutlicher zeigen sich Risse in der öffentlichen Erzählung. Die Geschichte lässt sich nicht so einfach in Täter- und Opferrollen pressen, wie es die mediale Dynamik nahelegt. Zugleich gerät Jaro selbst in ein Spannungsfeld aus Rechercheauftrag, professioneller Distanz und wachsender Nähe zu Levin.
Zwischen öffentlicher Empörung und privater Wahrheit

"Unhaltbar" ist als Taschenbuch und E-Book erschienen
"Unhaltbar" greift mehrere aktuelle Debatten auf, ohne sie auf einfache Gegensätze zu reduzieren. Der Roman behandelt #MeToo nicht als Schlagwort und nicht als Gegenkampagne, sondern als gesellschaftlichen Raum, in dem Betroffene ernst genommen werden müssen – und in dem zugleich sichtbar wird, wie gefährlich öffentliche Vorverurteilung sein kann, wenn Reichweite, Emotion und moralische Schnellurteile die Prüfung von Fakten ersetzen.
Im Zentrum steht damit nicht die Frage, ob Betroffenen geglaubt werden sollte. Vielmehr geht es darum, wie schwer Wahrheit zu finden ist, wenn Öffentlichkeit, Medienlogik und Institutionen bereits entschieden haben, welche Geschichte erzählt wird. Der Männer-Profifußball wird dabei zum Brennglas: ein Umfeld, das sich gern modern, divers und tolerant gibt, in dem queere Spieler aber weiterhin mit erheblichen persönlichen und beruflichen Risiken rechnen müssen.
Die Beziehung zwischen Levin und Jaro entwickelt sich mitten in diesem Konflikt. Sie ist nicht bloß romantischer Gegenpol zur Skandalgeschichte, sondern eng mit den Fragen des Romans verbunden: Was darf Journalismus? Wann wird Berichterstattung zur Vorverurteilung? Wer profitiert von öffentlichen Narrativen? Und was passiert, wenn die Wahrheit nicht in die Geschichte passt, die Medien, Fans und Vereine längst erzählen?

Autorin Laura E. Ashcroft (Bild: privat)
"Unhaltbar" (Amazon-Affiliate-Link ) ist damit weder reine Coming-out-Geschichte noch klassische Sports Romance. Der Roman verbindet Fußball, Medienkritik, queere Sichtbarkeit und eine emotionale Liebesgeschichte zu einer Erzählung über Angst, Vertrauen und den Preis öffentlicher Zuschreibungen.
Die Autorin Laura E. Ashcroft schreibt emotionale, moderne Liebesromane mit queeren Figuren, gesellschaftlicher Relevanz und Happy Ends, die sich verdient anfühlen. Ihre Geschichten verbinden Romantik, Humor, Verletzlichkeit und klare Haltung. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die um Liebe, Identität und Sichtbarkeit kämpfen – nicht als Symbolfiguren, sondern als komplexe Charaktere mit Ängsten, Fehlern, Sehnsucht und Mut. Zuletzt erschien ihr schwuler Roman "K-Pop Prinzen küsst man nicht". (dd/pm)
Laura E. Ashcroft: Unhaltbar. Roman. 550 Seiten. Independently published. 2026. Taschenbuch: 17,99 € (ISBN 978-3-56547-833-0). E-Book: 4,99 €.
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