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Brandenburg

CSD Eberswalde trotzt den Nazis und feiert das "Wir"

Unter dem Motto "Viele Farben – ein Wir" beteiligten sich am Samstag bis zu 1.500 Menschen am Christopher Street Day in Eberswalde. Zum Gegenprotest der "Deutschen Patrioten voran" kamen nur rund 50 Personen.


Auch die bekannte Journalistin Georgine Kellermann war beim CSD Eberswalde vor Ort (Bild: X / @GeorgineKellerm)

Über 1.000 Menschen haben am Samstag beim Christopher Street Day (CSD) in Eberswalde für Vielfalt und Akzeptanz geworben – begleitet von einer Gegendemo aus der rechtsextremen Szene. Unter dem Motto "Viele Farben – ein Wir" zog der CSD vom Bahnhof zum Zentrum der Stadt nordöstlich von Berlin unter erhöhtem Polizeischutz.

"Der Aufzug durch die Stadt verlief friedlich", sagte ein Polizeisprecher. Die Veranstalter*­innen sprachen von 1.000 bis 1.500 Besucher*­innen des Christopher Street Days, die Polizei ging von rund 1.000 aus. An der Neonazi-Gegendemo nahmen nur etwa 50 Personen teil.

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Demo rechtsextremer Jugendgruppierung

Die Gruppierung "Deutsche Patrioten voran" hatte die Gegenversammlung laut Polizei angemeldet. Der Verfassungsschutz Brandenburg rechnet sie in seinem jüngsten Bericht zu den gewaltorientierten subkulturellen Neonationalsozialisten, die in sozialen Medien aktiv sind und junge Mitglieder gewinnen wollen. Zwischen beiden Demos sorgte die Polizei für Abstand.

"Wir stehen für Zusammenhalt innerhalb der Community", sagte Maximilian Armonies von den Organisator*innen des CSD Eberswalde. "Wir stehen für Vielfalt, Akzeptanz und Toleranz." Brandenburgs SPD-Generalsekretär Kurt Fischer schrieb bei Instagram: "Seid gemeinsam laut für Vielfalt, Akzeptanz und Solidarität."

Bevor sich der CSD in Bewegung setzte, gab es nach Polizeiangaben einen kleineren Vorfall. Ein Teilnehmer der Gegendemo habe einem CSD-Teilnehmer auf den Arm geschlagen.

Straftaten beim CSD in Frankfurt (Oder) verhindert

Der CSD erinnert an die Aufstände der queeren Community in der Christopher Street in New York City (USA) von 1969 und steht für die Sichtbarmachung und Gleichstellung queerer Menschen. In den letzten Jahren gab es vermehrt Gegendemonstrationen und Störversuche aus der rechten Szene (queer.de berichtete). Ende Mai wandten sich Neonazis gegen den CSD in Frankfurt (Oder). Nach Angaben von Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) verhinderte die Polizei dort Gewaltstraftaten, es gab Ermittlungen wegen verfassungswidriger Symbole.

Eine Gruppe teils vermummter Männer hatte im Juni 2025 eine Kundgebung des Bündnisses "Bad Freienwalde ist bunt" in der nahen Kleinstadt attackiert (queer.de berichtete). Parteien und Initiativen sprachen von einem rechtsextremistischen Angriff. Daraufhin stand der CSD in Eberswalde wenige Tage danach unter verstärktem Polizeischutz (queer.de berichtete).

Die deutschlandweite CSD-Saison 2026 begann bereits am 11. April in Angermünde (queer.de berichtete). Den Abschluss bilden Emmendingen, Herzogenaurach, Kaiserlautern, Landshut und Stendal am 26. September. Alle CSD-Termine 2026 gibt es hier. (cw/dpa)

Die Angaben zum Vorfall in Eberswalde wurden nach einer Berichtigung der Polizei / Agenturmeldung angepasst.

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