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Schleswig-Holstein

Schwuler SPD-Kommunalpolitiker kritisiert CSD Quickborn

Auf dem "antifaschistischen" CSD Quickborn, der dieses Jahr zum zweiten Mal stattfindet, sind Parteien unerwünscht. Kritik gab es an der Demo bereits von CDU und FDP – jetzt schließt sich die SPD an.


Letztes Jahr fand der Quickborner CSD zum ersten Mal statt (Bild: Instagram / CSD Quickborn)

In Quickborn gibt es Streit um den zweiten CSD, der am 27. Juni durch die 22.000 Einwohner*­innen zählende Stadt im schleswig-holsteinischen Landkreis Pinneberg führen soll. Ratsherr Christian Bergmann, der sich im Stadtparlament für "Förderung einer offenen und toleranten Gesellschaft" einsetzt, kritisierte die Veranstalter*­innen in der "shz" (Bezahlartikel) scharf.

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Ratsherr Christian Bergmann (Bild: SPD Quickborn)

"Einer guten und wichtigen Sache wird hier durch das 'Pink-Washing' von extremen politischen Positionen, die von der Mehrheit der Community so sicher nicht geteilt wird, Schaden zugefügt", erklärte der 59-Jährige, der seit den Neunzigerjahren bei CSDs aktiv und mit einem Pastor liiert ist. Die Veranstalter*­innen hätten nach den langen Diskussionen im Vorjahr "nicht dazugelernt".

CSD: Keine Bühne für "Parteiprofilierung"

Anlass ist die inhaltlich Positionierung des erstmals im vergangenen Jahr ausgetragenen CSDs, als mehr als 200 Menschen auf die Straße gingen. Der CSD bezeichnet sich ausdrücklich als "anitfaschistischer CSD", da "queeres Leben ein zentrales Feindbild von Rechtsextremen darstellt", heißt es auf Instagram. "Daher ist Antifaschismus heute – genauso wie wie damals bei den Stonewall-Aufständen – ein notwendiger Bestandteil einer queeren Bewegung." Der CSD sei jedoch "keine Bühne für Profit, Werbung und Parteiprofilierung", weshalb dieses Jahr "Parteiflaggen, Flyer, Kleidung oder sonstige Werbung" verboten seien.

"Geht es hier noch um queere Menschen in Quickborn?"

"Ich finde es schwierig, wenn Parteien grundsätzlich unerwünscht sind. Das ist nicht meine Auffassung von Vielfalt und Toleranz", kritisierte Bergmann. "Geht es hier noch um queere Menschen in Quickborn oder soll das eine Bühne für antifaschistische Gruppen werden?", fragte er. Der SPD-Politiker betonte, er sehe sich nicht als "linksautonomer Steinewerfer". Deshalb wolle er nicht teilnehmen.

Die CSD-Veranstalter*­innen wollten sich gegenüber "shz" nicht zu der neuen Kritik äußern, verweisen jedoch auf ein Statement im vergangenen Jahr, als man auf Vorwürfe von FDP und CDU reagiert habe. Die FDP hatte damals sogar eine Resolution gegen den CSD in den Stadtrat eingebracht. Die beiden Parteien hatten dem CSD vorgeworfen, dass es am Rande der Veranstaltung damals zu verbalen Angriffen auf Polizeibeamt*­innen und politische Parteien, speziell die CDU, gekommen sei. FDP und CDU forderten die CSD-Veranstalter*­innen auf, sich von Extremismus jeder Art, also auch Islamismus und Linksextremismus, zu distanzieren.

Die CSD-Organisator*­innen wiesen die Anschuldigungen damals zurück und erklärten, dass "unseres Wissens nach keine Mitglieder der FDP Quickborn beim CSD anwesend waren, und wir als Organisator*­innen im engen Kontakt mit sowohl der Polizei als auch den anwesenden CDU-Politikern standen und von solchen Angriffen nichts gehört haben". Weiter hieß es: "Die FDP bezeichnet scheinbar die notwendige Kritik, die auf dem CSD von einigen gegenüber der queer­feindlichen Bundespolitik der CDU geäußert wurde, als Angriff und spricht von Einschüchterung." (cw)

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