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Heimkino

Familie als leise Zumutung

Jetzt auf DVD, Blu-ray und digital: Im neuen Film "Father Mother Sister Brother" von Jim Jarmusch geht es um erwachsene Kinder, distanzierte Eltern und die leise Komik familiärer Entfremdung.


Die ungeoutete Lilith (Vicky Krieps) und ihre ältere Schwester Timothea (Cate Blanchett) beim alljährlichen Kaffeekränzchen im Haus ihrer dominanten Mutter (Charlotte Rampling) (Bild: Vague Notion, photo Yorick Le Saux)

Jim Jarmuschs "Father Mother Sister Brother" ist ein Film über Familien, die einander verbunden sind, ohne sich wirklich nahe zu sein. In drei eigenständigen, lose aufeinander bezogenen Episoden untersucht der Regisseur Beziehungen zwischen erwachsenen Kindern, ihren emotional distanzierten Eltern und den Geschwistern untereinander. Jeder Teil spielt in der Gegenwart, aber an einem anderen Ort: im Nordosten der USA, in Dublin und in Paris. Die offizielle Festivalbeschreibung nennt den Film ein sorgfältig konstruiertes Triptychon.

Die Komik der Distanz


"Father Mother Sister Brother" ist jetzt fürs Heimkino erschienen

Im ersten Kapitel besuchen zwei Geschwister ihren zurückgezogen lebenden Vater. Im zweiten treffen mehrere Töchter auf ihre Mutter. Im dritten richtet sich der Blick auf ein Geschwisterpaar, das sich über Erinnerung, Verlust und familiäre Herkunft neu begegnet. Aus diesen Begegnungen entsteht kein großes Melodram, sondern eine Reihe präzise beobachteter Situationen: Gespräche, die ausweichen, Pausen, die mehr sagen als Worte, und Alltagsgesten, in denen sich alte Rollen und unausgesprochene Verletzungen abzeichnen.

Jarmusch interessiert sich dabei weniger für dramatische Zuspitzung als für das beiläufige Unbehagen familiärer Nähe. "Father Mother Sister Brother" bleibt leise, trocken und beobachtend. Der Humor entsteht aus Höflichkeit, Wiederholungen, kleinen Absurditäten und der Kluft zwischen dem, was Figuren fühlen, und dem, was sie aussprechen. Familie erscheint hier nicht als sicherer Ort, sondern als Geflecht aus Pflicht, Erinnerung und Fremdheit.

Zum Ensemble gehören unter anderem Tom Waits, Adam Driver, Mayim Bialik, Charlotte Rampling, Cate Blanchett, Vicky Krieps, Sarah Greene, Indya Moore und Luka Sabbat. Der Film wurde 2025 bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig gezeigt und dort mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet. So wird "Father Mother Sister Brother" (Amazon-Affiliate-Link ) zu einem melancholisch-komischen Porträt familiärer Entfremdung: ein Film über Menschen, die einander vielleicht nie ganz verstehen werden, aber dennoch nicht voneinander loskommen. (dd/pm)

Infos zum Film

Father Mother Sister Brother. Spielfilm. USA, Irland, Frankreich 2025. Regie: Jim Jarmusch. Cast: Tom Waits, Adam Driver, Mayim Bialik, Charlotte Rampling, Cate Blanchett, Vicky Krieps, Sarah Greene, Indya Moore, Luka Sabbat, Françoise Lebrun. Laufzeit: 110 Minuten. Sprache: Englisch, Deutsch. Untertitel: Deutsch (optional). FSK 12. Extras: Trailer, Wendecover. Verleih: Weltkino.

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