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Berlin
Queerbeauftragter Pantisano: "Belästigungen durch Cruising kein auffälliges Problem"
Berlins CDU-Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch hat kürzlich die "belastende" Situation durch schwule Cruiser beklagt und angekündigt, dagegen vorgehen zu wollen. Der Berliner Queerbeauftragte widerspricht.

Der Berliner Queerbeauftragte Alfonso Pantisano und Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch sind sich nicht einig, ob schwule Cruiser ein Problem darstellen (Bild: SenASGIVA, Sandro Halank, Wikimedia Commons / Wikipedia)
- 17. Juni 2026, 13:01h 2 Min.
Der Berliner Queerbeauftragte Alfonso Pantisano (SPD) hat Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) widersprochen, wonach schwules Cruising an den Kaulsdorfer Seen im äußersten Osten Berlins ein Problem darstelle. Ein Gespräch mit der Polizeidirektion habe laut Pantisano ein "bemerkswertes" Ergebnis hervorgebracht: "Nach Auskunft der Polizei Berlin ist ihnen dort im Zusammenhang mit Sex im Freien und angeblich massiv zunehmenden Belästigungen durch Cruising kein auffälliges Problem ersichtlich." In diesem Zusammenhang sei in diesem Jahr bislang gerade mal eine Strafanzeige bekannt.
"Für den gesamten Bereich um die Kaulsdorfer Seen wurden in den vergangenen 10 Jahren (!) 37 Strafanzeigen erfasst – 4 davon betrafen queerfeindliche Straftaten", so Pantisano weiter. "Bei den übrigen 33 ging es um Exhibitionismus oder öffentliche sexuelle Handlungen. Die sexuelle Orientierung oder geschlechtliche Zugehörigkeit der Beschuldigten wurde nicht erfasst." Aus diesen Zahlen lasse sich "keine dramatisch eskalierte Lage ableiten".
"Inszenierung auf dem Rücken von Schwulen"
Pantisano kritisierte in diesem Zusammenhang insbesondere Lokalberichterstattung als "Inszenierung auf dem Rücken von Schwulen, die ohnehin besonders gefährdet sind". Dabei erwähnte er nicht, dass im Berliner Senat die Stimmung ebenfalls angeheizt wurde: Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch hatte erst kürzlich verschärfte Kontrollen an den Seen angekündigt und behauptet, dass sich wegen der schwulen Cruiser "viele Menschen vor Ort nicht mehr wohlfühlen" (queer.de berichtete).
Günther-Wünsch, die als Partnerin des Regierenden Bürgermeisters auch inoffiziell "First Lady" von Berlin ist, stand bereits wiederholt in der Kritik der queeren Community, weil sie queerfeindliche Ausbrüche gegen einen Lehrer monatelang verharmlost hatte. Sie gab später zu, im Fall Falschaussagen getätigt zu haben, und entschuldigte sich schließlich anderthalb Jahre nach dem Vorfall bei dem gemobbten Pädagogen (queer.de berichtete).















