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Religiöse Homophobie
Muslimische Publizistin bei Markus Lanz: Homosexualität "nicht gottgefällig"
Die muslimische Ahmadiyya-Gemeinschaft hat in der Vergangenheit behauptet, dass der Genuss von Schweinefleisch schwul macht. Jetzt saß eine Vertreterin in der ZDF-Talkshow von Markus Lanz – und erklärte Schwule und Lesben zu einem Ärgernis für Allah.

Khola Maryam Hübsch beteuert zwar, sie würde "alles dafür tun", dass Homosexuelle nicht verfolgt werden – als gleichwertig mit Heterosexuellen sieht sie Schwule und Lesben aber nicht an (Bild: ZDF / Markus Hertrich)
- 17. Juni 2026, 15:08h 3 Min.
Die Frankfurter Journalistin, Publizistin und Bloggerin Khola Maryam Hübsch hat am Dienstagabend in der ZDF-Talkshow "Markus Lanz" erklärt, dass sich sexuell aktive Homosexuelle pauschal "nicht gottgefällig" verhalten würden. Das sei aber in der katholischen Kirche und dem Judentum genauso.
Moderator Lanz hatte Hübsch in einer hitzigen Diskussion über das islamische Weltbild gefragt: "Verträgt sich Homosexualität mit ihrem Religionsverständnis?" Daraufhin antwortete die 45-Jährige: "Das könnten Sie einen Menschen jüdischen Glaubens oder einen Katholiken genau so fragen." – "Ich frage Sie", so Lanz. Daraufhin antwortete Hübsch: "Ganz klar, es ist aus religiöser Sicht als Muslim nicht gottgefällig, Homosexualität zu praktizieren. Aber das ist bei jüdischen Menschen und bei katholischen Menschen nicht anders. Deswegen ist man noch kein Verfassungsfeind."
Später versuchte sie, die pauschale Verurteilung noch mit den Worten einzufangen: "Ich bin absolut gegen jede Diskriminierung von homosexuellen Menschen. Ich würde mein Leben für sie geben. Sie können unsere Moscheen besuchen. Ich würde alles dafür tun, dass sie nicht verfolgt werden, belästigt werden, diskriminiert werden."
Hübsch tritt seit Jahren in deutschen Talkshows als "öffentliche Gesicht der muslimischen Frauen in Deutschland" ("ARD-Morgenmagazin") auf und schreibt für verschiedene Zeitungen wie die FAZ oder "Die Zeit" sowie für wissenschaftliche Publikationen. Sie gehört der Ahmadiyya-Gemeinschaft an, einer islamischen Reformbewegung mit nach eigenen Angaben mehr als 50.000 Mitgliedern in Deutschland, die ein liberales Image hat. Die Gemeinschaft akzeptiert allerdings Homosexuelle nur als vollwertiges Mitglied, wenn sie keine Beziehung führen und keinen Sex haben. Dabei vertritt sie teils bizarre Verschwörungstheorien: In der Vergangenheit behauptete die Ahmadiyya-Gemeinschaft etwa auf ihrer deutschen Website, dass der Genuss von Schweinefleisch homosexuell macht (queer.de berichtete).
Ahmadiyya-Imam will Homosexuelle "heilen"
2017 sorgte der in der Nähe von München ansässige Ahmadiyya-Imam Malik Usman Naveed bei einem Pressefrühstück für einen Eklat, als er Homosexuelle pauschal als "krank" bezeichnete. Er rief auch zur "Heilung" von Schwulen und Lesben auf (queer.de berichtete).
Medizinische Organisationen warnen allerdings bereits seit Jahren davor, dass sogenannte Konversionstherapien schlimme Folgen haben können: Der Weltärztebund hat etwa bekräftigt, dass die "Heilung" von Homosexualität oder Transgeschlechtlichkeit eine "Bedrohung für die Gesundheit und die Menschenrechte derjenigen, die der Praxis unterworfen werden", sei, hieß es in einer Stellungnahme aus dem Jahr 2023. Derartige "Therapien" würden nicht funktionieren, sondern könnten vielmehr zu negativen gesundheitlichen Auswirkungen führen – dazu zählten Angstzustände, Depressionen, Probleme mit Intimität und Suizid (queer.de berichtete). (cw)














