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"Wir normalisieren evangelikalen LGBTQ-Hass nicht"
Betende Fußballer lösen Streit bei Grünen aus
Der religiöse Nationalspieler Felix Nmecha, der seine Abneigung gegen queere Menschen offenbar aus seinem Glauben ableitet, löst bei den Grünen unterschiedliche Reaktionen aus.

Felix Nmecha und Co. machen nach dem WM-Spiel Werbung für ihren Glauben (Bild: IMAGO / Ulmer/Teamfoto)
- 18. Juni 2026, 14:24h 3 Min.
Eine Szene nach dem Fußball-WM-Spiel der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen Curaçao am vergangenen Sonntag wird derzeit unter Grünen heftig diskutiert. Anlass ist ein Gebetskreis, den die christlichen deutschen Spieler Jonathan Tah und Felix Nmecha mit mehreren Aktiven aus Curaçao nach dem Ende der Partie auf dem Platz gebildet haben.
Die frühere grüne Fraktionschefin und Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt erklärte nach der Szene auf X über den Gebetskreis: "Das ist ein wirklich berührender Moment. Sportlich. Und zusammen beten zeigt das tiefe Wissen, dass man nicht auf sich allein gestellt ist. Ich mag es sehr. Und die hässlichen Kommentare, die ich drunter lese[,] sind einfach nur billig oder blöd."
/ GoeringEckardtDas ist ein wirklich berührender Moment. Sportlich. Und zusammen beten zeigt das tiefe Wissen, dass man nicht auf sich allein gestellt ist. Ich mag es sehr. Und die hässlichen Kommentare, die ich drunter lese sind einfach nur billig oder blöd. Danke für Team&Spirit https://t.co/W7wkaVCEzn
Katrin Göring-Eckardt (@GoeringEckardt) June 15, 2026
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Über welche Kommentare sie sich erregte, schrieb Göring-Eckardt nicht. Mehrere Personen hatten etwa kritisiert, dass Nmecha mit seinem Glauben bereits Queerfeindlichkeit gerechtfertigt hat. 2023 teilte der Spieler etwa das Video eines amerikanischen Rechtsextremisten, der sich über ein trans Kind und dessen Vater lustig machte (queer.de berichtete). Nach Kritik verteidigte Nmecha seine transfeindliche Haltung (queer.de berichtete). Später teilte er sogar noch einen weiteren Post auf Instagram, der die queere Community und den Begriff "Pride" mit dem Teufel verglich (queer.de berichtete). Sanktionen für seine Hassattacken hat er keine erhalten.
Eliasson: "Hasserfüllter Fundamentalist" stellt seinen Glauben zur Schau
Der Berliner Grünen-Politiker Daniel Eliasson zeigte sich über das Posting seiner Parteifreundin irritiert: "Nein, [Göring-Eckardt] spricht nicht für alle Grünen", erklärte der Kandidat für das Berliner Abgeordnetenhaus auf X. "Wir normalisieren evangelikalen LGBTQ-Hass nicht." Außerdem schrieb er in einem weiteren Tweet: "Es braucht Einordnung[,] wenn ein hasserfüllter Fundamentalist seinen Glauben zur Schau stellt."
/ daniel3liassonNein, KGE spricht nicht für alle Grünen. Gut, dass zB der @Tagesspiegel es geschafft hat, das kritisch einzuordnen. Wir normalisieren evangelikalen LGBTQ-Hass nicht. https://t.co/mWj4dWur8O
Daniel Eliasson (@daniel3liasson) June 15, 2026
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Göring-Eckart gilt eigentlich als queerfreundliche Politikerin, die etwa letztes Jahr die zu Unrecht nach Ungarn ausgelieferte nichtbinäre Person Maja T. im Gefängnis besuchte (queer.de berichtete). Die 60-Jährige engagiert sich auch in der Evangelischen Kirche und setzt sich dort seit Jahren für ein Ende der Diskriminierung ein (queer.de berichtete).
Nmecha hatte die christliche Aktion nach dem Spiel in der ARD kommentiert: "Wir glauben alle, dass Jesus verherrlicht wird durch das Spiel", sagte er. Auch Sportbischof Stefan Oster, ein erbitterter Gegner der Gleichbehandlung queerer Menschen in der katholischen Kirche, lobte den transphoben Spieler – und bezeichnete die Aktion als eine "bemerkenswerte und sehr schöne Geste".
Immer mehr offener Hass gegen queere Menschen im Profisport
Immer wieder schlagen derartige "schöne Gesten" im Profisport derzeit in offenen Hass um: So protestierten letzte Woche vier christliche Baseballspieler der amerikanischen Erstliga-Mannschaft San Francisco Giants mit Bibelzitaten gegen eine sogenannte Pride Night angesichts des Pride-Monats Juni. In den Bibelzitaten gaben sie zu verstehen, dass der Regenbogen ein rein christliches Symbol seien, das die queere Community nur "missbrauchen" würde (queer.de berichtete).
Auch in Deutschland gibt es derartige Ausbrüche: Letztes Jahr verglich der Nürnberger Jugendtrainer Enrico Valentini Homosexuelle mit Rassisten gleich – natürlich mit Verweis auf seinen christlichen Glauben (queer.de berichtete). (dk)














