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Monaco

Johannes Hegemann in Monte Carlo für queere Rolle in "Olivia" ausgezeichnet

Im ZDF-Film "Olivia" schlüpfte Johannes Hegemann in die großen Schuhe von Olivia Jones. Jetzt wird er sogar international gefeiert: Zum ersten Mal seit zehn Jahren bringt er die Goldene Nymphe nach Deutschland.


Johannes Hegemann streift in "Olivia" durch St. Pauli (Bild: ZDF / Bjørn Haneld)

Der deutsche Schauspieler Johannes Hegemann ist am Dienstag beim renommierten "Festival de Télévision de Monte-Carlo" für seine Rolle als Olivia Jones als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet worden. Der 29-Jährige erhielt die begehrte Goldene Nymphe für seine feinfühlige und kraftvolle Performance im erfolgreichen ZDF-Biopic "Olivia".

In dem im Mai ausgestrahlten Fernsehfilm verkörpert Hegemann den Werdegang von Oliver Knöbel, der sich gegen massive gesellschaftliche Widerstände, Mobbing und familiäre Ablehnung in der niedersächsischen Provinz durchsetzte, um auf St. Pauli als schlagfertige Drag-Ikone Olivia Jones Geschichte zu schreiben.

Hegemann, der als festes Ensemblemitglied am Hamburger Thalia Theater spielt, überzeugte die internationale Jury mit seiner Wandlungsfähigkeit – von den verletzlichen, stillen Momenten des Suchens bis hin zum stolzen, lautstarken Auftreten in voller Drag-Montur auf High Heels. Die Goldene Nymphe gilt als einer der wichtigsten Preise der europäischen Fernsehbranche.

Erster deutscher Erfolg seit zehn Jahren

Der letzte deutsche Schauspieler, der vor ihm als bester Hauptdarsteller mit der Goldenen Nymphe in Monte Carlo ausgezeichnet wurde, war Jonas Nay im Jahr 2016. Er erhielt den Preis damals für seine Rolle als DDR-Spion Martin Rauch in der international gefeierten RTL-Dramaserie "Deutschland 83".

Die Kritiken für "Olivia" fielen insgesamt sehr positiv aus. Viele Rezensionen hoben positiv hervor, dass der Film eben keine reine, glamouröse Wohlfühl-Erfolgsgeschichte ist, sondern die schmerzhaften Realitäten von Homosexuellenhass und Ablehnung ungeschönt zeigt. Die wenigen negativen oder durchwachsenen Stimmen bemängelten vor allem, dass das Drehbuch in den zur Verfügung stehenden 90 Minuten zu viel Stoff komprimieren musste.

"Olivia" war im Mai in der ZDF-Primetime ein Quotenerfolg, obwohl der öffentlich-rechtliche Sender den Film bereits über eine Woche vorher kostenlos in sein Streamingportal gestellt hatte. Mit 3,59 Millionen Zuschauer*innen schlug "Olivia" am Abend der Aussstrahlung sogar eine Wiederholung des Hollywood-Streifens "Barbie" deutlich und konnte den Tagessieg einfahren (queer.de berichtete). Der Film steht noch immer kostenlos auf ZDF.de zum Streaming bereit. (dk)

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