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Bizarres Angebot
US-Schauspieler wollen Strafen für homophobe Sportprofis zahlen
Rob Schneider und Kevin Sorbo waren einst gefeierte Hollywood-Stars. Heute engagieren sie sich in Donald Trumps MAGA-Bewegung – und machen aus ihrer Abneigung gegen queere Menschen keinen Hehl.

Rob Schneider und Kevin Sorbo machen aus ihrer Abneigung gegen queere Menschen keinen Hehl – und wollen jetzt andere unterstützen, die so denken wie sie (Bild: Super Festivals / Wikipedia, Gage Skidmore / flickr)
- 18. Juni 2026, 17:45h 3 Min.
Die beiden amerikanischen Schauspieler Rob Schneider und Kevin Sorbo haben auf Social Media angeboten, Strafen von queerfeindlichen Baseball-Profis zu übernehmen. "Ich werde die Geldstrafen für jeden christlichen Spieler [der ersten Baseballliga MLB] bezahlen, der einen Bibelvers auf seiner Uniform trägt", so Schneider auf X. Zudem erklärte er in Großbuchstaben, die MLB sei "antichristlich". Sorbo antwortete auf diesen Tweet mit den Worten: "Ich bin gerne dabei und beteilige mich."
/ RobSchneiderI will pay the fines for any @MLB Christian player who wears a Bible verse on their uniform.@MLB is ANTI-CHRISTIAN https://t.co/miAT89eXJu
Rob Schneider (@RobSchneider) June 16, 2026
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Hintergrund ist eine Aktion von mehreren christlichen Baseball-Profis des MLB-Vereins San Francisco Giants, die vergangene Woche gegen die sogenannte Pride Night protestierten (queer.de berichtete). Diese wird seit mehreren Jahren im Pride Month veranstaltet, um gegen Queerfeindlichkeit anzukämpfen. Die Pride-Night-Gegner schrieben dabei den Verweis auf einen Bibelvers auf ihre Kappe, wonach der Regenbogen ein göttliches Symbol sei. Evangelikale Christ*innen führen diesen Satz gerne an, um zu erklären, dass die queere Community das eigentlich göttliche Symbol Regenbogen missbrauche.
Die MLB sprach daraufhin eine offizielle Warnung wegen Verstößen gegen die einheitlichen Bekleidungsvorschriften aus. Bislang wurden zwar keine Geldstrafen verhängt, dennoch löste die Verwarnung der Liga scharfe Kritik aus dem MAGA- und konservativen Lager aus. US-Vizepräsident JD Vance kommentierte den Vorfall auf Social Media mit den Worten: "Trump hat gewonnen, wir müssen das nicht mehr machen."
Um dem Vorwurf der "antichristlichen Hetze" zu begegnen, stellte die MLB in einem Folgestatement klar, dass die Verwarnung absolut nichts mit dem Inhalt der Botschaft zu tun habe. Die Uniform-Regeln würden generell handschriftliche Modifikationen verbieten. Man habe in der Vergangenheit dieselben Verwarnungen ausgesprochen, wenn Spieler private Botschaften wie "Schönen Muttertag" auf ihre Kappen geschrieben hätten.
Schneider und Sorbo waren vor einem Vierteljahrhundert große Stars
Rob Schneider und Kevin Sorbo, die ihre größten Karriereerfolge in den 1990er und frühen 2000er Jahren hatten, sind beide überzeugte Unterstützer von US-Präsident Donald Trump und werben für christliche Werte – darunter verstehen sie auch die pauschale Ablehnung von queeren Menschen, die ihrer Meinung nach heute zu sichtbar in der Gesellschaft seien.
Schneider, der durch Filmkomödien wie "Rent a Man – Ein Mann für gewisse Sekunden" (1999) oder "Hot Chick – Verrückte Hühner" (2002) bekannt ist, trat 2013 aus Unzufriedenheit über die politische Lage in Kalifornien 2013 aus der Demokratischen Partei aus. Zehn Jahre später sollte er sich während der Corona-Pandemie zu einem scharfen Kritiker staatlicher Maßnahmen entwickeln und rutschte zusehends in die rechtspopulistische Ecke ab. Heute nutzt der 62-Jährige seine Social-Media-Kanäle im Stil eines klassischen Kulturkämpfers: Er greift insbesondere trans Personen an und verknüpft seine neue religiöse Identität – er konvertierte 2023 zum Katholizismus – mit dem Kampf gegen eine aus seiner Sicht "anti-christliche" Medienlandschaft.
Sorbo hat insbesondere als leicht bekleideter Hauptdarsteller der amerikanisch-neuseeländischen Fantasyserie "Hercules" (1995-1999) zunächst viele schwule Fans gewonnen, lehnt aber Homosexualität heute aus religiösen Gründen ab. Er dreht jetzt fast ausschließlich christliche Filme und sieht sich selbst in einem spirituellen Kampf gegen ein "gottloses" Hollywood. Der 67-Jährige vertritt öffentlich insbesondere die Ansicht, dass Jungen wieder zu "starken, traditionellen Versorgern" erzogen werden müssten, und sieht die LGBTIQ-Community als Bedrohung für dieses klassische Familienbild an. (dk)
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