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Sachbuch

Queere Frauen zwischen Kirche, Staat und gelebter Utopie

Das neue Buch "Lesbische Selbstbehauptung in der DDR" erzählt von einem bewegten Leben in einer Diktatur, von Selbstbehauptung unter Kontrolle und von den Versuchen, Räume für lesbisches Leben zu schaffen.


Symbolbild (Bild: OpenAI)

Karin Dauenheimer entsprach in der DDR gleich mehrfach nicht den Erwartungen von Staat und Gesellschaft. Sie war Theologin, Feministin, Lesbe und alleinerziehende Mutter – und machte ihr Leben dennoch nicht an den Grenzen fest, die ihr gesetzt wurden. Vielmehr verschob sie diese Grenzen: politisch, kirchlich und persönlich.

Das Buch "Lesbische Selbstbehauptung in der DDR" widmet sich ihrer Lebensgeschichte und öffnet damit den Blick auf ein bislang wenig bekanntes Kapitel der DDR-Geschichte. Es erzählt von einem bewegten Leben in einer Diktatur, von Selbstbehauptung unter Kontrolle und von den Versuchen, Räume für lesbisches Leben zu schaffen.

Dauenheimer gründete 1983 den "Kirchlichen Arbeitskreis Homosexualität" in Dresden, schrieb für eine feministische Untergrundzeitschrift und organisierte Frauenfeste. Diese Treffen wurden zu einem wichtigen Impuls für die Entstehung einer DDR-weiten Lesbenbewegung. Über Jahre hinweg geriet sie deshalb ins Visier der Staatssicherheit.

Ein Leben zwischen Anpassungsdruck und Aufbruch


"Lesbische Selbstbehauptung in der DDR" ist als Taschenbuch und E-Book erschienen

Der 22. Band der Buchreihe der Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur "Lesbische Selbstbehauptung in der DDR" stützt sich auf autobiografische Texte, Interviews und Archivmaterial. Fotos und Originalquellen vermitteln einen unmittelbaren Eindruck von einer Zeit, in der lesbische Sichtbarkeit mit erheblichen persönlichen und politischen Risiken verbunden war.

Karin Dauenheimer wurde 1951 im sächsischen Hainichen geboren. Sie studierte Theologie und arbeitete als Redakteurin bei der Tageszeitung "Die Union". In den Achtzigerjahren initiierte und organisierte sie in Dresden den "Kirchlichen Arbeitskreis Homosexualität" und beschäftigte sich wissenschaftlich mit lesbischem Leben in der DDR. Nach 1989/90 gründete und leitete sie das Frauenbildungszentrum in Dresden. Seit 1999 lebt sie als Künstlerin in Duisburg.

Co-Autorin und Historikerin Teresa Tammer, 1985 in Dresden geboren, promovierte zum Thema "'Warme Brüder' im Kalten Krieg. Die DDR-Schwulenbewegung und das geteilte Deutschland in den 1970er und 1980er Jahren". Sie arbeitete unter anderem in der Sammlung des Deutschen Hygiene-Museums Dresden und im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig. Seit 2022 ist sie stellvertretende Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. (dd/pm)

Infos zum Buch

Karin Dauenheimer und Teresa Tammer: Lesbische Selbstbehauptung in der DDR. Karin Dauenheimer zwischen Kirche, Staat und gelebter Utopie. Band: 22 der Buchreihe der Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. 180 Seiten. Evangelische Verlagsanstalt. Leipzig 2026. Taschenbuch: 15 € (ISBN 978-3-374-07995-7). E-Book: 14,99 €

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