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Fußball-WM
DFB-Präsident Neuendorf: Nmecha ist nicht homophob
Felix Nmecha gilt als tief christlicher Fußballer – nicht nur, weil er Gebetskreise auf dem Platz initiiert. Nun spricht DFB-Präsident Bernd Neuendorf über den streitbaren Nationalspieler.

Bernd Neuendorf (li.) nimmt Felix Nmecha seine queerfeindlichen Ausbrüche nicht übel (Bild: Raimond Spekking / wikipedia, IMAGO / DeFodi Images)
- 22. Juni 2026, 11:00h 3 Min.
DFB-Präsident Bernd Neuendorf geht trotz mehrfacher queerfeindlicher Instagram-Einträge durch den Fußballprofi Felix Nmecha nicht davon aus, dass der Nationalspieler homophobe und transfeindliche Einstellungen hat. "Wir haben seinerzeit diese Berichterstattung im DFB auch verfolgt, wir haben seine Einlassungen dazu gehört. Er hat das zurechtgerückt, auch sich klar positioniert und distanziert von solchen Vorwürfen der Homophobie", sagte Neuendorf in einem Interview von RTL/ntv.
Neuendorf beteuerte auf Nachfrage, dass er dem 25 Jahre alten Mittelfeldspieler von Borussia Dortmund eben streng gläubig sei: "Ja, das würde ich schon so sagen. So wie ich ihn kenne oder erlebe, das sehe ich so." In der Vergangenheit hatten offen queerfeindliche Social-Media-Posts von Nmecha mehrfach Kritik ausgelöst.
2023 teilte der Spieler etwa das Video eines amerikanischen Rechtsextremisten, der sich über ein trans Kind und dessen Vater lustig machte (queer.de berichtete). Nach Kritik verteidigte Nmecha seine transfeindliche Haltung (queer.de berichtete). Später teilte er sogar noch ein weiteres Posting auf Instagram, das die queere Community und den Begriff "Pride" mit dem Teufel verglich (queer.de berichtete). Sanktionen für seine Hassattacken hat er keine erhalten. Einige BVB-Anhänger hatten sich 2023 wegen der queerfeindlichen Ausbrüche gegen eine Verpflichtung Nmechas ausgesprochen, der Club ignorierte jedoch die Bedenken (queer.de berichtete).
Nach dem 7:1 beim deutschen WM-Auftakt gegen Curaçao hatten Nmecha, Tah und einige Gegenspieler auf Initiative Nmechas einen Gebetskreis auf dem Platz gebildet. Die Szene in Houston hatte für Aufsehen gesorgt. Bei Instagram schrieb Nmecha nach dem Auftaktsieg zu Bildern vom Spiel: "Thank you Jesus!" Bei den Grünen löste dies einen Streit auf Social Media aus, da etwa die frühere Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt die Aktion begrüßte und erklärte, Kritik an dem wegen seiner Queerfeindlichkeit umstrittenen Spieler sei nur "billig oder blöd" (queer.de berichtete).
Neuendorf: "Für einige Menschen auch etwas ungewöhnlich"
"Ich glaube auch, was hier stattfindet, sozusagen das Bekenntnis zu Gott, dieser Glaube, den er hier verkörpert und zum Ausdruck bringt – übrigens ja auch mit anderen Spielern zusammen, aus anderen Mannschaften, aber auch mit Jonathan Tah zusammen – das ist vielleicht in einer säkularisierten Welt für einige Menschen auch etwas ungewöhnlich, dass man das tut", sagte Neuendorf.
Er gehe davon aus, dass Nmecha mit seinem Glauben eine positive Intention verfolge und für Menschlichkeit sowie Respekt stehe. "Das nehme ich ihm hundertprozentig ab. Er ist wirklich, glaube ich, ein sehr sensibler Mensch und steht für diese christlichen Werte. Das ist ja zunächst mal etwas Positives", sagte der DFB-Präsident.
Bei anderen – weniger sportlich begabten – Spielern hatte Neuendorf queerfeindliche Äußerungen in der Vergangenheit noch kritisiert. Als sich der Wolfsburger Fußball-Profi Kevin Behrens homophob äußerte, erklärte Neuendorf 2024 etwa noch, dass dies "inakzeptabel" sei (queer.de berichtete).
Profis zeigen offen Queerfeindlichkeit mit Verweis auf ihren Glauben
Zuletzt haben christliche Profis immer offener ihre Abneigung gegenüber queeren Menschen mit ihrem Glauben gerechtfertigt. Letztes Jahr verglich der Nürnberger Jugendtrainer Enrico Valentini Homosexuelle mit Rassisten – natürlich mit Verweis auf seinen christlichen Glauben (queer.de berichtete).
In den USA protestierten kürzlich vier christliche Baseballspieler der amerikanischen Erstliga-Mannschaft San Francisco Giants mit Bibelzitaten gegen eine sogenannte Pride Night, die Vereine angesichts des Pride-Monats Juni veranstalten. In den Bibelzitaten gaben sie zu verstehen, dass der Regenbogen ein rein christliches Symbol sei, das die queere Community nur "missbrauchen" würde (queer.de berichtete). (dpa/cw)













