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Buchtipp

Schwule Affären im Kriegsgefangenenlager

Der neue Roman "Zerfall der Lage" von Sebastian Benedict erzählt von den Schwierigkeiten, Schreiben und Leben miteinander in Einklang zu bringen – und von einem Begehren, das sich nicht dauerhaft verdrängen lässt.


Symboldbild: Ein junger Dichter verliert sich in "Zerfall der Lage" zwischen Schreibzwang, Begehren und traumatischen Erinnerungen (Bild: OpenAI)

Ein junger Dichter zieht sich im Winter 1930/31 in ein Untermietzimmer zurück, um an einem großen Roman zu arbeiten. Der Vorsatz ist klar: erst schreiben, danach leben. Doch das Leben hält sich nicht an diesen Plan. Es drängt sich auf – in Gestalt flüchtiger One-Night-Stands, sadistischer Fantasien und Erinnerungen an schwule Affären in einem sibirischen Kriegsgefangenenlager.

Die Ruhe, die der junge Mann sucht, bleibt brüchig. Sein Alltag wird von inneren Anfechtungen bestimmt, während die Hausmeisterin sein Tun seit dem Einzug mit wachsender Skepsis beobachtet.

Inspiriert von Heimito von Doderer


"Zerfall der Lage" ist im Verlag Klingenberg erschienen

Als er eines Tages in einem Restaurant in einem jungen Geigenschüler die Wiedergeburt seines Geliebten aus dem Lager zu erkennen glaubt, ist an konzentriertes Schreiben nicht mehr zu denken. Das ohnehin labile Gleichgewicht zwischen literarischem Anspruch und gelebtem Begehren zerfällt.

Wer mit Leben und Werk des österreichischen Schriftstellers Heimito von Doderer vertraut ist, könnte in "Zerfall der Lage" zunächst eine biografische Episode vermuten. Tatsächlich hat sich Sebastian Benedict, ein leidenschaftlicher Doderer-Kenner, von dessen Biografie und Werk anregen lassen. Die Figur des jungen Dichters bleibt jedoch literarische Erfindung.

"Zerfall der Lage" (Amazon-Affiliate-Link ) erzählt von den Schwierigkeiten, Schreiben und Leben miteinander in Einklang zu bringen – und von einem Begehren, das sich nicht dauerhaft verdrängen lässt. Der Roman ist im Grazer Verlag Klingenberg erschienen. Die gebundene Ausgabe umfasst 136 Seiten und kostet 21,90 Euro, das E-Book ist für 11,99 Euro erhältlich. Eine Leseprobe findet sich auf der Verlagsseite.


Sebastian Benedict ist ein Pseudonym von Rudolph J. Wojta (Bild: Verlag Klingenberg)

Sebastian Benedict, geboren 1944, lebt als freier Schriftsteller in Wien. Er schrieb unter anderem für "Die Welt", "Die Presse" und die "Wiener Zeitung". 2013 veröffentlichte er den Roman "Operation Fledermaus" über das Wien der Dreißigerjahre, der 2024 neu aufgelegt wurde. (dd/pm)

Infos zum Buch

Sebastian Benedict (Rudolph J. Wojta): Zerfall der Lage. 136 Seiten. Verlag Klingenberg. Graz 2024. Gebundene Ausgabe: 21,90 € (ISBN 978-3-903284-33-3). E-Book: 11,99 €

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