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Toronto
Deutscher WM-Fan wegen Regenbogenfächer attackiert und verletzt
Zwischenfall bei der Fußball-WM im kanadischen Toronto: Ein deutscher Fan wurde von Unbekannten attackiert und verletzt – offenbar nur, weil er mit einem Fächer in Regenbogenfarben unterwegs war.

Auf Instagram berichtet Alex von dem queerfeindlichen Vorfall in der größten Stadt Kanadas (Bild: Instagram / deutsche_kartoffeln_auf_die_1)
- 23. Juni 2026, 13:25h 2 Min.
Nach dem Weltmeisterschafsspiel der deutschen Fußballnationalmannschaft am Samstag im kanadischen Toronto gegen die Elfenbeinküste ist es zu einer brutalen Attacke auf einen deutschen Fan gekommen. Das Opfer, ein 33-Jähriger aus Berlin, wurde eigenen Angaben zufolge in einer Sportbar von einer Gruppe mutmaßlich homophob motivierter Täter angegriffen und verletzt.
Der Betroffene namens Alex – der mit zwei Freunden unterwegs ist, die ihre Erlebnisse mit humorvollen Fotos und Videos schildern – wurde demnach zunächst von mehreren Männern verbal homophob beleidigt. Einer davon habe ein Schottland-Trikot getragen. Anlass für die Aufregung sei ein von Alex mitgeführter Fächer in Regenbogenfarben gewesen. Anschließend attackierten die Unbekannten, die Anfang 20 gewesen sein sollen, den deutschen Fan tätlich. "Einer aus der Gruppe hat mein Glas auf den Boden geworfen, mich vom Podest runtergezogen und begonnen auf mich einzuschlagen", erklärte das Opfer gegenüber der "Rheinischen Post".
Attacke kostete Opfer 5.000 Dollar
Die Polizei hat inzwischen eine Anzeige wegen Körperverletzung aufgenommen. Allerdings beklagte Alex, dass es von den Türstehern und den kanadischen Beamt*innen nur wenig Hilfe gegeben habe und er nicht glaube, dass die Täter erwischt werden. Für seine Behandlung – Röntgen und Nähen – musste er in einem Krankenhaus 5.000 Dollar (3.100 Euro) bezahlen.
Auf Instagram hat Alex auf Englisch von seiner Tortur berichtet. Er erklärte, dass ihn nicht die Krankenhausrechnung sprachlos gemacht habe, sondern etwas ganz anderes: "Menschen Anfang zwanzig – eine Generation, von der wir immer sagen, sie sei offener als die letzte -, die immer noch so einen Hass in sich tragen. Ich selbst bin nicht schwul. Aber ich weiß, dass die LGBTQ+-Community jeden verdammten Tag damit leben muss, und genau deshalb werde ich nicht schweigen." Dazu veröffentlichte er ein Bild, das ihn mit blutverschmiertem Gesicht und zerrissenen Deutschland-Trikot zeigt.
Trotz der brutalen Attacke wollen Alex und seine Freunde weiterhin die WM genießen. Für sie geht es nun weiter nach New York, wo Deutschland am Donnerstag gegen Ecuador antritt. Kürzlich veröffentlichte das Trio ein Video von den Niagara-Fällen an der amerikanisch-kanadischen Grenze, in dem einer der drei erklärt: "Die Niagarafälle haben uns mit einer Regenbogen-Lightshow begrüßt. Ich liebe das über alles." (cw)















