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Rechtsextremer Pride?
CSD Erkrath lehnt Teilnahme der AfD ab
Eigentlich wirft die AfD queeren Menschen vor, nicht normal zu sein. In einer NRW-Stadt wollte die rechtsextreme Partei trotzdem beim CSD teilnehmen. Die Organisator*innen lehnten ab.

Dieses Bild ist nur eine KI-Fantasie, aber könnte es Realität werden? (Bild: ChatGPT)
- 24. Juni 2026, 10:42h 2 Min.
Der CSD im nordrhein-westfälischen Erkrath (Kreis Mettmann) hat einen Antrag der rechtsextremen AfD auf einen Infostand abgelehnt. Die Organisator*innen könnten die Teilnahme nicht genehmigen, "ohne Verrat an unseren Zielen zu begehen, zu denen wir uns gegenüber unserer Klientel verpflichtet fühlen", heißt es in einer vom Lokalmagazin "erkrath.jetzt" veröffentlichten Stellungnahme. Außerdem sei der Antrag zu spät eingegangen.
Um ihre Ablehnung zu untermauern, zitierten die CSD-Veranstalter*innen das sogenannte Regierungsprogramm der AfD in Sachsen-Anhalt. Darin stünden "angesichts der anstehenden Landtagswahlen im September 2026 die aktuellsten Aussagen dieser Partei". Das Programm wirft der queeren Community unter anderem pauschal vor, "die tradierte Normalität, die wir für die gedeihliche Entwicklung unserer Gesellschaft brauchen, zu zerstören".
Außerdem beklagt die AfD in dem Dokument, dass "sexuelle Abweichungen" mehr Akzeptanz genießen würden und "offensiver beworben werden als die normale Familie aus Mann und Frau". "Bedeutet das, dass andere Lebensformen nachrangig bewertet und weniger wertgeschätzt werden?", fragen dazu die CSD-Organisator*innen. Zudem wurden andere Punkte kritisiert wie die geplante Abschaffung des Sexualkundeunterrichts durch die rechtsextreme Partei.
AfD an queere Menschen: Hasst ihr Ausländer genauso wie wir?
Die AfD versuchte zuletzt immer wieder, ihr Weltbild queeren Menschen schmackhaft zu machen. Immer wieder setzt sie dabei auf Hass gegen eine andere Minderheit: So behauptete die AfD-Bundestsagsabgeordnete Christina Baum unlängst in einem Social-Media-Post: "Arabische Banden verprügeln Schwule" und erklärte, dass viele ausländische Menschen deutsche Werte wie "Akzeptanz von Homosexualität" ablehnten (queer.de berichtete).
Ansonsten ist Baum indes weniger gut auf Homosexuelle und trans Menschen zu sprechen: So forderte die dem völkischen Flügel der Partei zugerechnete Politikerin ein pauschales Verbot von CSD-Demonstrationen, und behauptete, dass die Gleichbehandlung queerer Menschen "eine echte Gefahr für die geistige Gesundheit von Kindern" darstelle. Außerdem attestierte die 70-Jährige Homosexuellen, nicht normal zu sein ("Wäre Homosexualität normal, wäre die Menschheit schon längst ausgestorben").
Der CSD Erkrath findet am kommenden Samstag ab 12 Uhr auf dem Hochdahler Markt statt. (cw)
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