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Cologne Pride

BSW will auf Kölner CSD gegen "Cancel Culture" kämpfen

In Berlin schob der CSD-Verein dem queerfeindlichen BSW einen Riegel vor. Nun will es die Sahra-Wagenknecht-Partei in Köln versuchen.


Sahra Wagenknecht und ihre Partei halten eigentlich nicht viel von der queeren Community – außer, wenn sie für sich werben können (Bild: IMAGO / Chris Emil Janßen)

Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) will in Köln beim CSD teilnehmen. Dabei will die Partei laut einer Mitteilung an die Mitglieder bei der Pride-Demo weniger über LGBTIQ-Rechte reden, sondern diese biete "dem BSW die einmalige Gelegenheit unsere Positionen zu den Themen Frieden, Freiheit und Meinungsfreiheit einer großen Öffentlichkeit zu präsentieren und gleichzeitig der Cancel Culture und einseitigen Berichterstattung der etablierten Medien etwas [P]ositives entgegenzusetzen". Die Schwerpunkte für die BSW-Gruppe beim CSD seien "der Kampf gegen die Wehrpflicht und die existenzbedrohende Aufrüstung".

In Berlin ist die geplante Teilnahme einer BSW-Fußgruppe am Widerstand des CSD-Vereins gescheitert. Der Pride-Vorstand teilte mit, die Teilnahme der linkspopulistischen Partei sei "nicht mit den Grundsätzen, Zielsetzungen und dem Selbstverständnis des Berliner CSD vereinbar" (queer.de berichtete).

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Queerfeindlichkeit ist zentrales BSW-Thema

Das vor zweieinhalb Jahren gegründete BSW hatte zur Bundestagswahl im letzten Jahr Queerfeindlichkeit zu einem seiner Markenkerne gemacht: Im Wahlprogramm fand sich als einziger queerpolitischer Aspekt die Ablehnung von trans Menschen, die pauschal zu einer Gefahr für cisgeschlechtliche Frauen erklärt worden sind. Die Partei setzt sich etwa dafür ein, Zwangsgutachten für trans Menschen wieder zur Pflicht zu machen (queer.de berichtete).

Zu anderen queeren Themen – etwa der geforderten Ergänzung von Artikel 3 oder über den Fortbestand des queeren Bundesaktionsplans – macht das Wahlprogramm überhaupt keine Angaben. Die Parteigründerin Sahra Wagenknecht hatte in der Vergangenheit aber immer wieder vor zu viel Bürgerrechten gewarnt: So kritisierte sie bereits während ihrer Zeit bei der Linkspartei im Jahr 2018 Minderheitenschutz als "Wohlfühl-Label", mit dem Umverteilung kaschiert werden soll (queer.de berichtete).

Parteigründerin macht sich Sorgen um weiße Heterosexuelle

Das BSW hat sich – wie auch das andere politische Extrem AfD – außerdem den Begriff "Cancel Culture" auf die Fahnen geschrieben, mit dem es eine angebliche Verengung des "zulässigen Meinungskorridors" in Deutschland beklagt. So deutet Wagenknecht – wie auch die AfD – etwa immer wieder an, dass Heterosexuelle durch die große Sichtbarkeit queerer Menschen quasi gecancelt werden würden. In einem Interview mit "t-online" argumentierte Wagenknecht etwa: "Wir haben [...] ein Problem, wenn normale Menschen mit einer klassischen Familie sich nicht mehr wertgeschätzt fühlen und jemand, der weiß, männlich und heterosexuell ist, sich fast schon dafür entschuldigen muss."

Wagenknecht hatte insbesondere in ihrem Buch "Die Selbstgerechten" aus dem Jahr 2021 ihre Weltsicht beschrieben und queere Menschen als "skurril" gebrandmarkt. Wörtlich argumentierte Wagenknecht, dass die politische Aufmerksamkeit auf "immer skurrilere Minderheiten" gelenkt werde, "die ihre Identität jeweils in irgendeiner Marotte finden, durch die sie sich von der Mehrheitsgesellschaft unterscheiden und aus der sie den Anspruch ableiten, ein Opfer zu sein". Als Beispiel für solche "Marotten" nannte sie sexuelle Orientierung, Hautfarbe und Ethnie (queer.de berichtete).

Auch andere queerfeindliche Parteien wollen mit ihrer Teilnahme am CSD für Aufmerksamkeit sorgen: So lehnten die Veranstalter*innen des CSD Erkrath die AfD beim diesjährigen Pride-Event ab (queer.de berichtete). (cw)

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