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Extremtemperaturen

Erste CSD-Veranstaltungen wegen Hitze abgesagt

In mehreren Städten fallen die Pride-Festivals an diesem Wochenende wegen der hohen Temperaturen aus. Einige CSD-Veranstalter*innen verkürzen die Demorouten – und raten zum Verzicht auf Alkohol.


Symbolbild: Viele CSD-Veranstalter*innen empfehlen den Besucher*innen, möglichst "leichte Kleidung" zu tragen (Bild: IMAGO / Müller-Stauffenberg)

Die CSD-Saison 2026 kämpft nicht nur gegen rechtsextreme Störaktionen, sondern auch gegen die Hitze: Wegen der extremen Temperaturen zogen mehrere CSD-Organisator*innen die Notbremse und sagten ihre Veranstaltungen an diesem Wochenende ab.

"Schweren Herzens haben wir uns heute entschieden, unseren CSD zu verschieben!", teilte der CSD Nürtingen am Mittwochabend auf Instagram mit. "Bei der erwarteten Hitze von bis zu 40°C am 27.06. wäre es mit den gegebenen Bedingungen vor Ort ein zu großes Risiko. Wir möchten auf uns und euch achten und alle sollen gut teilnehmen können." Der CSD Nürtingen soll nun Mitte September nachgeholt werden.

Nach Absprache mit den Behörden und der Stadt wurde auch der CSD Bramsche verschoben. "Ein Ersatztermin ist in Arbeit und wird in den nächsten Tagen bekanntgegeben", teilte das Queere Netzwerk Bramsche auf Instagram mit.

Abgesagt wurde auch der Fahrrad-Pride am Samstag in Potsdam. "Wir haben uns schweren Herzens entschieden, den 7. Fahrrad-Pride Potsdam abzusagen", erklärte der Verein Regenbogen Potsdam in einem Statement. Gesundheit gehe vor: "Hitze in dieser Intensität ist für viele Menschen, besonders für vulnerable Gruppen, real gefährlich." Der Fahrrad-Pride soll am 24. Oktober nachgeholt werden.

In Torgau fällt der Christopher Street Day ebenfalls aus. Man könne den CSD bei den zu erwartenden Temperaturen "nicht mit gutem Gewissen durchziehen", schrieben die Veranstalter*innen am Donnerstag auf Instagram. "Wir haben bei unserem CSD einen großen Fokus auf Inklusion gelegt. Aufgrund einer so enormen Hitze wäre es vielen Menschen körperlich und psychisch schlichtweg nicht möglich zu kommen. Wir wollen aber für alle zugänglich sein."

Wegen der Hitze fällt auch der Brusl Pride am heutigen Donnerstag in Bruchsal aus. Das berichteten die "Badischen Neuesten Nachrichten" (Bezahlartikel). Eigentlich war ein buntes Familienfest auf dem Otto-Opppenheimer-Platz geplant. Stattdessen sollen nun 150 Kugeln Eis gratis verteilt werden.

Am Donnerstag wurde auch der Alternative Pride in Greifswald abgesagt.

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Die meisten CSDs finden weiterhin statt

Keine Absagen gab es bislang von den weiteren für das Wochenende angekündigten CSD-Veranstaltungen in Ahrensburg, Erkrath, Gummersbach, Hanau, Hildesheim, Ilmenau, Jüchen, Leutkirch, Lüchow, Marburg, Meldorf, Mülheim, München, Nordenham, Offenburg, Quickborn, Rastatt, Schleswig, Siegburg, Stade, Weimar, Winsen und Würzburg.

Auch vom Dyke* March am Freitag in Würzburg und dem "Rainbow Festival" in Köln am Samstag gab es keine Absagen.

Kürzere Demorouten in mehreren Städten

Viele Veranstalter*innen reagierten jedoch mit kurzfristigen Änderungen. "Wir werden bei der Demo eine stark verkürzte Route laufen", teilte der CSD Wendland in Lüchow mit. In Lüchow fahre zudem ein klimatisiertes Fahrzeug in der Parade mit: "Falls es dir also zu heiß ist oder wird, du aber dabei sein willst, steig doch in den Bus!" Auch Veranstalter*innen in Weimar, Offenburg und Ahrensburg kündigten deutlich gestraffte Demostrecken an.

Viele Pride-Organisator*innen veröffentlichten konkrete Tipps für den Umgang mit der extremen Hitze. Der CSD Wesermarsch in Nordenham rät den Besucher*innen beispielsweise dazu, ausreichend Wasser zu trinken, Sonnenschutz zu nutzen, Kopfbedeckung und Sonnenbrille zu tragen sowie Pausen im Schatten zu machen. "Achtet aufeinander und sprecht Menschen an, die Hilfe benötigen", so die Veranstalter*innen auf Instagram. "Falls ihr euch unwohl fühlt oder Unterstützung braucht, sind unser Awareness-Team und die Helfer*innen jederzeit für euch da."

Der CSD Ahrensburg ruft die Teilnehmer*innen explizit zum Verzicht auf Alkohol auf, "da die Kombination mit Hitze schnell gefährlich werden kann". Für den Notfall habe man am Anfang und Ende der Demo Wasser bei den Fahrzeugen.

Manche Pride-Veranstalter*innen haben sich mit der Hitze kreativ arrangiert: Der CSD Hanau plant zur Abkühlung der Teilnehmer*innen etwa "Regenbogen-Wasserspiele". Der CSD München empfiehlt den Besucher*innen, Badesachen mitzubringen. (mize)

Der Artikel wurde mehrfach aktualisiert.

Update Weitere CSD-Demonstrationen abgesagt (26.06.2026, 06:30h)

Auch in weiteren Städten haben CSD-Veranstalter*innen auf die Hitzewelle reagiert. So sagte der CSD Soest die Demonstration am Samstag ab. Stattfinden wird jedoch die ursprünglich für den Petrikirchhof geplante Kundgebung, die nun in das Forum der Stadthalle verlegt wurde. Beginn ist um 17 Uhr.

Der CSD Bernauhat seine Demo in den Herbst verschoben. "Stundenlang bei extremer Hitze auf der Straße zu demonstrieren, ist einfach zu gefährlich", teilten die Veranstalter*innen auf Instagram mit. Als CSD-Alternative findet am Samstag von 13 bis 16 Uhr ein queeres Community-Treffen mit kühlen Getränken im Jugendclub "Dosto" statt.


Update Noch mehr Absagen (26.06.2026, 17h)

Auch die CSDs in Hanau (Samstag) und Ilmenau (Sonntag) wurden inzwischen abgesagt. Eine Routenverkürzung erfolgte nun auch in Hildesheim und Rastatt, der CSD Marburg wird zur stationären Kundgebung. Weiter stattfinden werden etwa der CSD in München und ein weiteres dutzend Prides. Interessierte sollten die sozialen Kanäle der CSDs sowie Wetterwarnungen beachten.

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