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Fußball-WM

Zum "Pride Match" wollen die Trainer nichts sagen

Dass ausgerechnet die queerfeindlichen Länder Ägypten und Iran das von den lokalen Organisator*innen als "Pride Match" ausgerufene Spiel in Seattle bestreiten, hat Wirbel ausgelöst. Vor der Partie werden die Trainer der Teams damit konfrontiert.


Ägyptens Nationaltrainer Hossam Hassan will zum "Pride Match" nichts sagen (Bild: IMAGO / Middle East Images / Mohamed Tageldin)

Die Iraner ließen extra eine Erklärung verlesen, Ägyptens Nationaltrainer Hossam Hassan wich direkt selbst aus: Trainer und Spieler der beiden Nationalmannschaften wollen sich vor ihrem WM-Spiel gegeneinander nicht an Debatten um die als "Pride Match" ausgerufene Partie beteiligen. Man bitte darum, nur Fragen zum Sport zu stellen, hieß es, bevor die iranische Pressekonferenz mit Trainer Amir Ghalenoei und Torwart Alireza Beiranvand in Seattle begann.

Die Bitte wurde nur zum Teil erhört. So wurde Ghalenoei gefragt, ob er seine Spieler auf mögliche Regenbogenfahnen auf der Tribüne vorbereitet habe. Das sei ja eine sportliche Frage. "Wenn das Spiel losgeht, ist unser ganzer Fokus auf dem Feld und nicht darauf, was daneben passiert", sagte der 62-Jährige. Später erklärte er mit Blick auf den Wirbel um das "Pride Match": "Wir wollen nicht darüber reden. Wir wollen nur über Fußball reden und was für ein tolles Spiel es ist."

Sein ägyptischer Nationaltrainerkollege hatte sich zuvor ähnlich geäußert. "Als Trainer bin ich nur auf Fußball fokussiert. Das ist alles, worüber ich nachdenke", sagte Hossam Hassan.

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Protest hat keinen Erfolg

In Seattle findet am Wochenende der CSD statt, unter anderem sind eine Demoparade durch die Innenstadt und zahlreiche Konzerte geplant. Die lokalen WM-Organisator*innen hatten schon vor der WM-Auslosung entschieden, die Partie in der deutschen Nacht zum Samstag (5.00 Uhr/MESZ) als "Pride Match" auszurufen. Nachdem dafür dann die Paarung Ägypten gegen Iran angesetzt wurde, gab es schnell Diskussionen (queer.de berichtete).

Beide Nationen sind weit davon entfernt, die Werte des "Pride Fest" zu teilen. Sie protestierten vor dem Turnier beim Fußball-Weltverband FIFA gegen das Vorhaben der Stadt, das Spiel als "Pride Match" zu zelebrieren – erfolglos (queer.de berichtete).

Die lokalen Organisator*innen selbst sehen die Ansetzung sogar als Chance. "Für uns ist es umso mehr eine Möglichkeit, Menschen willkommen zu heißen", sagte Hedda McLendon aus dem lokalen Organisationskomitee der Deutschen Presse-Agentur. "Es geht über Politik hinaus, es geht über Religion hinaus. Für uns geht es wirklich um unsere Stadt und ich bin sicher, dass Menschen, die für die WM kommen, besonders in Seattle, erfahren werden, was diese Stadt einzigartig macht."

Regenbogenfahnen im Stadion sind erlaubt

Die FIFA beteiligt sich zwar nicht mit eigenen Aktionen am "Pride Match". Regenbogenfahnen, andere Symbole oder auch Meinungsäußerungen, die Ägypten und dem Iran nicht gefallen, kann es aber geben.

In einer Stellungnahme gegenüber "The Athletic" erklärte die FIFA, sie betrachte diese Weltmeisterschaft als "inklusives Ereignis" und fügte hinzu, dass "Regenbogenfahnen und andere Fahnen, die für sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität stehen, gemäß dem Verhaltenskodex für die Stadien der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 erlaubt sind".

"Pride March" auch in Community nicht unumstritten

Das "Pride Match" zwischen den beiden queerfeindlichen Ländern findet auch in der LGBTI-Community nicht ungeteilte Zustimmung. "Ein Pride Match kann eine wichtige Botschaft der Solidarität zwischen Communitys sein", erklärte Gurchaten Sandhu, Programmdirektor des queeren Weltverbands ILGA World, am Donnerstag in einer Stellungnahme. Auch Sichtbarkeit sei wichtig: "LGBTI-Menschen gehören zum Fußball, in Stadien, in Fan-Zonen und in jede Gastgeberstadt."

Solidarität und Sichtbarkeit müssten aber mit Verantwortung, Rechenschaftspflicht und einem schadensmindernden Ansatz einhergehen, so Sandhu – insbesondere gegenüber Communitys in Ländern mit feindseliger Gesetzgebung: "Wenn dieses Spiel unter dem Namen Pride stattfinden soll, müssen FIFA und die lokalen Organisator*innen in der Lage sein zu antworten: Wer wurde konsultiert, wer ist geschützt, und wer trägt das Risiko, wenn die Kameras weg sind?" (cw/dpa)

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