Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?58533

Fußball-WM 2026

Klopp über Nmechas Gebetskreis: Ungewöhnlich und wunderschön

Der Fußball-Trainer und TV-Experte Jürgen Klopp sieht in dem öffentlichen WM-Gebet des deutschen Nationalspielers Felix Nmecha ein starkes Zeichen.


Jürgen Klopp in seiner Zeit als Liverpool-Trainer, als er sich deutlich für queere Menschen engagierte, und Felix Nmecha bei der WM, der sie früher mit dem Teufel in Zusammenhang brachte (Bild: Mehdi Bolourian / wikipedia, IMAGO / DeFodi Images)

Jürgen Klopp findet den von Felix Nmecha nach dem Curaçao-Spiel initiierten Gebetskreis mit seinen Gegenspielern "ungewöhnlich und trotzdem natürlich wunderschön". In seiner Rolle als MagentaTV-Experte führte Klopp vor dem deutschen WM-Spiel gegen Ecuador aus: "In der Zeit, in der die Religion relativ häufig dazu führt, dass es – gelinde gemeint – zu Missverständnissen, zu Kriegen kommt, ist es wunderschön, dass sich Menschen zusammen da hinstellen und öffentlich zeigen, dass sie an Gott glauben."

Die Fußball-Nationalspieler Nmecha und Jonathan Tah hatten nach dem deutschen WM-Auftakt gegen Curaçao (7:1) zusammen mit mehreren Gegenspielern einen Kreis gebildet und gebetet. "Wir sind im Spiel Gegner. Und nach dem Spiel sind wir alle Christen", hatte Nmecha der ARD dazu gesagt.

- Werbung -

Klopp: "Es ist und bleibt persönlich"

Klopp, der sich selbst als gläubiger Christ bezeichnet, fand das "absolut in Ordnung". Es müsse daraus aber kein größeres Thema gemacht werden, "weil es ist und bleibt persönlich", meinte der frühere Toptrainer. "Ich fand das wirklich ein sehr, sehr schönes Bild."

Der 25 Jahre alte Nmecha wird dem evangelikalen Christentum zugeordnet, einer besonders bibeltreuen Strömung innerhalb des Protestantismus. Der Profi von Borussia Dortmund ist auch bei "Ballers in God" aktiv, einem 2015 gegründeten Netzwerk christlicher Fußballer, das viele solcher Aktionen in den sozialen Medien aufnimmt und verbreitet.

Glaube und Queerfeindlichkeit

Das Gebet hatte zu einer größeren Debatte geführt. Während viele Gläubige das Bekenntnis nüchtern bis positiv aufnahmen, nutzten es einige rechte bis rechtsexteme Medien und Akteure für einen Kulturkampf. Einige fortschrittliche Fans und queere Menschen zeigten sich zugleich besorgt, zum einen aus Befürchtung einer fundamentalistischeren Glaubensevengalisierung, zum anderen konkret deshalb, weil Nmecha seinen Glauben mehrfach mit der Ablehnung queerer Menschen zelebriert hatte.

2023 teilte der Spieler etwa das Video eines amerikanischen Rechtsextremisten, der sich über ein trans Kind und dessen Vater lustig machte (queer.de berichtete). Nach Kritik verteidigte Nmecha seine transfeindliche Haltung (queer.de berichtete). Später teilte er sogar noch ein weiteres Posting auf Instagram, das die queere Community und den Begriff "Pride" mit dem Teufel verglich (queer.de berichtete). Einige BVB-Anhänger hatten sich 2023 wegen der queerfeindlichen Ausbrüche gegen eine Verpflichtung Nmechas ausgesprochen, der Club ignorierte jedoch die Bedenken und lässt ihn bis heute auflaufen (queer.de berichtete). Auch der DFB stellte sich zur WM hinter Nmecha (queer.de berichtete). Das Netzwerk Queer Football Fanclubs forderte den Verband diese Woche auf, eine klare Haltung zu zeigen: Homophober Glauben dürfe im Sport keinen Platz haben (queer.de berichtete). (cw/dpa)

-w-

-w-

18.06.26 | "Wir normalisieren evangelikalen LGBTQ-Hass nicht"
Betende Fußballer lösen Streit bei Grünen aus
25.08.23 | "Ich glaube nicht, dass ich homophob bin"
BVB-Profi Felix Nmecha hält sich für verfolgte Unschuld
20.08.23 | Bild des Tages
Queere Grüße an Felix Nmecha
-w-