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Stadtbibliothek Thun (Bild: Astronomik2005 / wikipedia)

Unbekannte haben das Schaufenster der Stadtbibliothek Thun im Schweizer Kanton Bern mit Kot beschmiert. Dort waren zum Zeitpunkt der Tat queere Bücher zum Pride Month ausgestellt, wie die Zeitung "20 Minuten" berichtete.

Auf den Vorfall aufmerksam gemacht hatte zunächst ein Passant, der in der Nacht zu Montag zufällig an der Bibliothek vorbeikam. "Es hat schon von Weitem nach Fäkalien gestunken", zitierte das Blatt den 29-Jährigen. "Ein Schaufenster war mit braunem, ekligem Kot beschmiert."

Die Stadtbibliothek selbst erfuhr erst durch die Anfrage der Zeitung von dem Vorfall – die Bibliothek war am Montag geschlossen. "Die Verantwortlichen haben das verschmutzte Schaufenster am Dienstag bemerkt", sagte Stadtsprecherin Daniela Lüpold. Die Scheibe solle so rasch wie möglich gereinigt werden. Auch die queeren Bücher sollen dort weiterhin im geplanten Zeitraum ausgestellt werden.

Laut der Kantonspolizei Bern wurde bislang keine Strafanzeige gestellt. Das Beschmieren des Schaufensters könne jedoch rechtliche Konsequenzen haben, erklärte eine Sprecherin – als Verunreinigung fremden Eigentums oder als Sachbeschädigung. Die genaue rechtliche Einordnung hänge von den Umständen des Einzelfalls ab.

Nina Ramseier, Co-Leiterin der Beratungsstelle Gemeinsam gegen Gewalt und Rassismus, hält einen diskriminierenden Hintergrund für möglich: "Es ist grundsätzlich denkbar, dass das Beschmieren einer Bibliothek, die LGBTQI+-Literatur ausgestellt hatte, einen diskriminierenden Hintergrund aufweisen könnte." Öffentliche Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung ist in der Schweiz seit 2020 strafbar. (cw)

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