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Fußball-WM
Wenig Pride beim "Pride Match"
Das kontroverse "Pride Match" zwischen Iran und Ägypten bei der Fußball-WM in Seattle ist über ein Unentschieden nicht hinausgekommen – weder sportlich noch symbolisch.

Szene vom "Pride Match": Neben Ägypten-Fans im Pharao-Outfit und mit Pyramiden-Hut fällt eine kleine Pride-Flagge kaum auf (Bild: IMAGO / ZUMA Press Wire / M. Scott Brauer)
- 27. Juni 2026, 08:03h 2 Min.
Das zum "Pride Match" auserkorene Spiel zwischen den queerfeindlichen Staaten Iran und Ägypten bei der Fußball-WM in Seattle endete am Freitagabend mit einem Unentschieden (1:1). Auch die LGBTI-Community erzielte nicht unbedingt einen Sieg: Regenbogenfahnen waren zwar erlaubt, aber nur vereinzelt auf den Tribünen zu sehen. Auch das Begleitprogramm blieb weit hinter den Erwartungen zurück.
Dabei hatte das Duell monatelang für großen Wirbel gesorgt. Die lokalen Organisator*innen hatten die Partie frühzeitig in den Rahmen des CSD-Wochenendes gestellt und sie entsprechend gelabelt. Beide Mannschaften protestierten dagegen – vergeblich (queer.de berichtete).
Man wollte niemanden provozieren
Doch die Realität im und rund ums Stadion zeigte: Von einer Pride-Atmosphäre war wenig zu spüren. Nur vereinzelte Regenbogenfahnen auf den Rängen, ein paar bunt geschminkte Gesichter, zwei Stände in Stadionnähe, die Schals und Flaggen verteilten. Ein Organisator hatte den Ton schon vorab gesetzt: Man wolle niemanden provozieren.
Auch die Spieler beider Länder hielten sich mit Gesten zum Thema zurück. Bei der iranischen Hymne waren Pfiffe aus dem Publikum zu hören. Gegen Ende der ersten Halbzeit konfiszierten Ordner*innen mehrere Tröten bei Fans beider Teams.
Rangeleien vor dem Stadion
Politisch aufgeladener war das Bild rund um die Arena: Iranische Regime-Gegner*innen demonstrierten gegen ihre Regierung und gegen die FIFA, die den Iran trotz der Lage im Land zur WM zugelassen hat. Rund 200 Menschen zogen in einem Marsch durch Seattle und skandierten "Die Fifa ist eine Schande". Vor dem Stadion kam es zu vereinzelten Rangeleien zwischen Regime-Gegner*innen und Regime-Befürworter*innen – zu erkennen an der jeweils mitgeführten Fahne: die offizielle Staatsflagge auf der einen, die historische Flagge mit Löwe und Sonne auf der anderen Seite.
Zu Auseinandersetzungen mit queeren Aktivist*innen kam es nicht. Laut der Nachrichtenagentur AP gab lediglich dezente Unmutsbekundungen gegen das "Pride Match". So war auf einem LKW die Botschaft "Keine LGBT-Agenda. Fußball soll einfach Fußball bleiben" zu lesen – er stammte vom weltweit und auch in Deutschland aktiven fundamentalistischen Kampagnenorganisation CitizenGo.
Ägypten weiter, Iran muss warten
Sportlich bleibt der Iran im Rennen. Nach drei Remis steht die Mannschaft von Trainer Amir Ghalenoei als Gruppendritter da und kann noch den Einzug in die K.o.-Phase schaffen – was einem historischen Erfolg gleichkäme. Ägypten mit Superstar Mohamed Salah hatte den Aufstieg schon vor dem Spiel in der Tasche, belegt hinter Belgien aber wegen des schlechteren Torverhältnisses nur Rang zwei. (cw)














