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Premiere Ende Juli
Erstmals Drag* March zum Berliner CSD
Nach New Yorker Vorbild plant der Hauptstadt-Pride erstmals einen Drag* March am Vorabend seiner Demonstration – zeitgleich zum traditionellen Dyke*-March-Termin.

Teilnehmende des New York City Drag March am letzten Freitag – in der Stonewall-Stadt findet die Demo bereits seit 1994 statt (Bild: IMAGO / ZUMA Press Wire)
- 29. Juni 2026, 12:33h 2 Min.
Der Berliner CSD erweitert sein Pride-Programm in seinem 48. Jahr um ein neues Format: Am Freitag, 24. Juli 2026, findet erstmals ein offizieller Drag* March in Berlin statt. Die Demonstration am Vorabend der eigentlichen CSD-Demo zieht vom Bundestag zum Brandenburger Tor, wo das Bühnenprogram in diesem Jahr erstmals schon am Freitag startet (queer.de berichtete).
Der Drag* March wird vom Orden der Schwestern der Perpetuellen Indulgenz und von Travestie für Deutschland mitgetragen und knüpfe an die Tradition des New Yorker Drag March an, so der CSD. Gleichzeitig setze er "ein Zeichen für eine Kulturform, die seit Jahrzehnten fester Bestandteil queeren Lebens, kreativen Ausdrucks und gesellschaftlichen Engagements ist". In einer Zeit, in der Drag-Künstler*innen und queere Sichtbarkeit zunehmend Zielscheibe von Anfeindungen und politischen Debatten werden, wolle man ein positives Zeichen für Vielfalt, Respekt und demokratischen Zusammenhalt setzen.
"Mit dem Drag* March holen wir eine starke und sichtbare Form von Community, Kultur und Protest nach Berlin", so Thomas Hoffmann vom CSD-Vorstand. "Drag gehört seit vielen Jahrzehnten zur queeren Geschichte und Gegenwart. Gerade deshalb ist es wichtig, Haltung zu zeigen und deutlich zu machen, dass Vielfalt, Freiheit und Demokratie zusammengehören."
Demo mündet in neuem Bühnenprogramm

Das Poster des ersten "Drag* March Berlin"
Der Drag* March startet um 17 Uhr am Platz der Republik am U-Bahnhof Bundestag und soll über die Scheidemannstraße, die Yitzhak-Rabin-Straße und die Straße des 17. Juni direkt zum Brandenburger Tor führen. Teilnehmende seien eingeladen, in Drag zu kommen, so der CSD.
Die Demonstration endet am Brandenburger Tor und geht dort unmittelbar in den neuen "Demokratieabend" des CSD über. Mit Live-Acts, politischen Beiträgen und künstlerischen Formaten plant der CSD dort einen "Raum für Begegnung, Austausch und gemeinsames Engagement für eine offene und demokratische Gesellschaft".
Konkurrenz zum Dyke* March

Das Poster zum diesjährigen Dyke* March
Mit der neuen Demonstration stellt sich der Berliner CSD allerdings gegen eine traditionelle Veranstaltung aus der Community: Am CSD-Vorabend fand seit 2013 jährlich der unabhängig von ihm organisierte Dyke* March für lesbische Sichtbarkeit statt. Nach internen Streitigkeiten vor allem um den Umgang mit Protesten und Botschaften rund um den Gazakrieg hatte das alte Organisationsteam die Kundgebung im letzten Jahr absagt.
Ein neues Team stellte allerdings einen erfolgreichen "Community Dyke* March" auf die Beine (queer.de berichtete). Diesen soll es auch in diesem Jahr geben: Er startet am 24. Juli um 17 Uhr, also zur gleichen Zeit wie der Drag* March, am Roten Rathaus und zieht zum Oranienplatz-Park in Kreuzberg. (cw)
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