https://queer.de/?58579
Queerfeindliche Partei beim Cologne Pride
Basta-Ansage: "Das BSW nimmt am Kölner CSD teil – und daran wird sich nichts ändern"
Obwohl Politiker*innen des BSW ganz im AfD-Stil gerne Stimmung gegen "Queer-Indoktrination" machen, will das BSW unbedingt beim Cologne Pride mitdemonstrieren.

Wird das BSW trotz seiner queerfeindlichen Positionen beim CSD Köln mitdemonstrieren? (Bild: KölnTourismus GmbH / Andreas Möltgen)
- 30. Juni 2026, 11:14h 3 Min.
Das BSW Köln hat am Dienstag in einer Pressemitteilung Kritik der Linkspartei an der CSD-Teilnahme der Sarah-Wagenknecht-Partei beim CSD in der Domstadt zurückgewiesen. "Das BSW nimmt am Kölner CSD teil – und daran wird sich nichts ändern", heißt es in der Mitteilung. Die Teilnahme sei bereits bestätigt worden.
Hintergrund sind Forderungen der nordrhein-westfälischen Linkspartei, das BSW und die Lesben und Schwulen in der Union (LSU) von der Cologne-Pride-Demo am 5. Juli auszuschließen, weil beide Gruppierungen queere Rechte angreifen würden (queer.de berichtete).
Das BSW wies diese Forderung empört zurück: "Die Behauptung, das BSW sei queerfeindlich, entbehrt jeder Grundlage. Wer sich mit unseren öffentlichen Positionen beschäftigt, wird keinen einzigen queerfeindlichen Beitrag finden."
Diese Einschätzung ist allerdings fraglich: Im BSW-Programm zur Bundestagswahl 2025 fand sich etwa als einziger queerpolitischer Aspekt die Ablehnung von trans Menschen, die pauschal zu einer Gefahr für cisgeschlechtliche Frauen erklärt worden sind (queer.de berichtete).
Köln: BSW-Geschäftsführerin warnt vor "Queer-Indoktrination"
Auch beim Kölner BSW gehört Queerfeindlichkeit zum Markenkern: Mona Aranea, die Geschäftsführerin der BSW-Ratsgruppe Köln, machte etwa auf Social Media immer wieder Stimmung gegen queere Menschen. So teilte die frühere Grünenpolitikerin, die sich während der Corona-Pandemie radikalisiert hatte, in den letzten Jahren gerne queerfeindliche Memes – etwa das Bild eines Mannes, der mit seinen Kindern auf dem Bett sitzt, und mit einem Schild einen Regenbogen von ihnen abhält. Außerdem beklagte sie sich über angebliche "Queer-Indoktrination" oder wettert gegen die Förderung eines queeren Jugendzentrums, das zur "Spaltung unserer Kinder entlang ihrer sexuellen Identität" beitrage.

Botschaften von Mona Aranea auf dem Social-Media-Portal Telegram
Aranea soll trotz ihrer queerfeindlichen Äußerungen sogar beim CSD auftreten: Beim Talk "Feminismus, Frieden, Freiheitsrechte" ist sie auf der Politurbühne am Alter Markt als eine Diskussionsteilnehmerin angekündigt.
BSW: Ausschlussforderung "respektlos"
Das BSW argumentiert, dass man nicht queerfeindlich sei, weil man sich ja – auch im Namen von queeren Menschen – für sozial Schwache und gegen Krieg engagiere: "Gerade Frauen, Kinder und queere Menschen leiden besonders unter Sozialabbau und einer Politik, die immer größere Summen für Aufrüstung bereitstellt. Deshalb gehören Frieden, soziale Gerechtigkeit und die Freiheit, das eigene Leben selbstbestimmt zu führen, für uns untrennbar zusammen", erklärte Jana van Helden, die Landesvorsitzende der BSW-Nachwuchsorganisation in Nordrhein-Westfalen.
Daher sei die Forderung nach dem Ausschluss der Partei "eine Respektlosigkeit gegenüber allen BSW-Mitgliedern, die auf dem CSD gemeinsam mit vielen anderen Menschen für Freiheit, Selbstbestimmung und gesellschaftlichen Zusammenhalt eintreten möchten".
Der Berliner CSD hat das BSW dieses Jahr von der Pride-Demo ausgeschlossen. Der Vorstand teilte mit, die Teilnahme des BSW sei "nicht mit den Grundsätzen, Zielsetzungen und dem Selbstverständnis des Berliner CSD vereinbar" (queer.de berichtete). (cw)















