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USA
Supreme Court erklärt Ausschluss von trans Athletinnen für rechtmäßig
Der von den Republikanern kontrollierte Oberste Gerichtshof der USA zieht die Daumenschrauben für trans Menschen weiter an.

Die Richter*innen am Supreme Court: stehend v.l.n.r.: Amy Coney Barrett (Republikaner), Neil M. Gorsuch (Republikaner), Brett M. Kavanaugh (Republikaner) und Ketanji Brown Jackson (Demokraten), sitzend v.l.n.r.: Sonia Sotomayor (Demokraten), Clarence Thomas (Republikaner), Chefrichter John G. Roberts, Jr. (Republikaner), Samuel A. Alito (Republikaner) und Elena Kagan (Demokraten) (Bild: Collection of the Supreme Court of the United States)
- 30. Juni 2026, 16:41h 3 Min.
Der Oberste Gerichtshof der USA hat am Dienstag weitreichende Verbote für trans Frauen und Mädchen im Schulsport bestätigt. Mit einer konservativen Mehrheit von sechs zu drei Stimmen entschieden die Richter*innen, dass US-Bundesstaaten die Teilnahme an Sportteams an Schulen und Universitäten an das bei der Geburt zugewiesene Geschlecht knüpfen dürfen.
Die Richter*innen wiesen die Argumente ab, dass solche Ausschlüsse gegen den Gleichheitsgrundsatz (Equal Protection Clause) der US-Verfassung oder gegen "Title IX" – ein Bundesgesetz gegen geschlechtsspezifische Diskriminierung im Bildungswesen – verstoßen. Die Mehrheitsmeinung wurde von dem von Donald Trump ernannten Richter Brett Kavanaugh verfasst.
/ CNNSupreme Court lets states ban transgender athletes from playing on girls sports teams https://t.co/2AQPuEB7jl pic.twitter.com/8Lk4QhbalF
CNN (@CNN) June 30, 2026
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Im Zentrum des Verfahrens standen zwei Klagen: West Virginia v. B.P.J., eingebracht von der 15-jährigen Highschool-Schülerin Becky Pepper-Jackson, und Little v. Hecox, eingebracht von der College-Studentin Lindsay Hecox aus Idaho. Beide wehrten sich juristisch gegen den Ausschluss von weiblichen Schul- bzw. Universitätsteams.
Mehrheit der Bundesstaaten gegen Schulsport für trans Mädchen
Das Urteil betrifft direkt die Gesetze in West Virginia und Idaho, ebnet jedoch rechtlich den Weg für ähnliche Regelungen im gesamten Land. Mindestens 27 der 50 US-Bundesstaaten haben bereits Gesetze verabschiedet, die die Teilnahme von trans Athletinnen an Frauen- und Mädchensportarten an Schulen und Universitäten untersagen oder stark einschränken.

(Bild: Screenshot Fox News Channel)
Der amerikanische Supreme Court fällt – anders als das deutsche Bundesverfassungsgericht – seine Entscheidungen weniger nach verfassungsmäßigen Standpunkten, sondern bei kontroversen Themen insbesondere auch nach der politischen Ausrichtung der auf Lebenszeit ernannten Richter*innen. Alle sechs von Republikanern ernannten "Justices", Clarence Thomas, John Roberts, Samuel Alito, Neil Gorsuch, Brett Kavanaugh und Amy Coney Barrett, stimmten für das Trans-Verbot, alle demokratischen Richterinnen – Sonia Sotomayor, Elena Kagan und Ketanji Brown Jackson – dagegen.
Die Entscheidung reiht sich in eine Serie rechtlicher Rückschläge für die queere Community vor dem Supreme Court ein. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Gericht staatliche Verbote von geschlechtsangleichenden Behandlungen für Minderjährige aufrechterhalten (queer.de berichtete). Expert*innen erwarten, dass mit der augenblicklichen republikanischen Mehrheit im obersten Gerichtshof der USA künftige Klagen gegen die Ungleichbehandlung von trans Menschen aus Prinzip abgewiesen werden würden.
Trump erklärt Transfeindlichkeit zur Staatsräson
US-Präsident Trump hat seit seinem Amtsantritt im Januar 2025 queere Rechte, etwa Diskriminierungsschutz, abgebaut und besonders Stimmung gegen trans Menschen gemacht. Diese schloss er etwa pauschal aus dem Militär aus. Zuletzt erklärte die Trump-Regierung gar, dass neben Kartellen und islamistischen Terrorgruppen auch "pro-trangender" Gruppen als Terrorgefahr angesehen werden (queer.de berichtete).
Trans Sportlerinnen werden gegenwärtig von Konservativen und Rechtspopulist*innen immer wieder beschimpft, weil sie angeblich sportliche Vorteile gegenüber cisgeschlechtlichen Athletinnen haben. Wissenschaftliche Beweise gibt es dafür keine, ganz im Gegenteil: Eine Metastudie kam erst Anfang des Jahres zu dem Ergebnis, dass trans Sportlerinnen keine strukturellen Vorteile hätten (queer.de berichtete). (cw)














