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Paukenschlag

Kanada nimmt beim Eurovision Song Contest 2027 teil

Mit Céline Dion hat Kanada schon eine der größten ESC-Stars hervorgebracht. Die Sängerin gewann das Musikfestival 1988 für die Schweiz. Nächstes Jahr könnte es dann erstmals "Cananda, douze points" heißen.


Céline Dion war bislang der größte kanadische Star auf der ESC-Bühne (Bild: IMAGO / NTB)

Kanada wird im Jahr 2027 zum ersten Mal offiziell am Eurovision Song Contest (ESC) teilnehmen. Das gaben die Europäische Rundfunkunion (EBU) und die öffentlich-rechtliche Sendeanstalt Canadian Broadcasting Corporation (CBC) am Mittwoch bekannt. Nach Australien, das 2015 debütierte, ist Kanada das erste neue Land, das in den Kreis der ESC-Teilnehmerstaaten aufgenommen wird. Die Entscheidung wurde am kanadischen Nationalfeiertag, dem Canada Day, bekanntgegeben.

Erst vor einer Woche wurde CBC als Vollmitglied in die EBU aufgenommen. Ermöglicht wurde dies durch eine Statutenänderung der EBU auf ihrer Generalversammlung in Prag am 25. Juni, die die Mitgliedschaft für bestimmte außereuropäische Rundfunkanstalten öffnet. Für die CBC bedeutet die Mitgliedschaft nicht nur die Chance, beim ESC teilzunehmen, sondern sie bringt auch weitere Vorteile wie den internationalen Programmaustausch, Content-Rechte sowie Kooperationen im Journalismus und Tech-Sektor.

Kanada muss im Halbfinale bestehen

Das 41 Millionen Einwohner*innen zählende Kanada wird beim ESC nicht automatisch für das Finale gesetzt sein wie Deutschland und andere große Länder, sondern muss sich – wie die Mehrheit der europäischen Staaten, Israel und Australien – zunächst über eines der beiden Halbfinals im Mai 2027 qualifizieren. Details darüber, wie der erste kanadische ESC-Beitrag ermittelt werden soll, will die CBC im Laufe des Jahres bekannt geben. Der 71. Eurovision Song Contest wird nächstes Jahr in Bulgarien stattfinden, nachdem das Land den Wettbewerb dieses Jahr mit dem Song "Bangaranga" von Dara gewonnen hat (queer.de berichtete).

Laut CBC-Chefin Marie-Philippe Bouchard soll die ESC-Teilnahme "kanadischen Talenten ermöglichen, sich auf einer der geschichtsträchtigsten Musikbühnen der Welt zu präsentieren". Bouchard erklärte weiter: "Zudem erlaubt es den Fans in Kanada, den Song Contest weiterhin wie gewohnt zu verfolgen und abzustimmen – mit dem zusätzlichen Nervenkitzel, das eigene Land auf der Eurovision-Bühne vertreten zu sehen." Wegen des Zeitunterschieds beginnen ESC-Livesendungen in Kanada zwischen 12 Uhr an der Westküste und 15 Uhr an der Ostküste.

Kanada ist musikalisch ein ganz großes Land

Kanadische Talente haben bislang schon beim ESC mitgemacht: Am bekanntesten ist Céline Dion, die 1988 mit dem Titel "Ne partez pas sans moi" das Musikfestival für die Schweiz gewinnen konnte.

Zu den weiteren kanadischen Teilnehmenden gehört Annie Cotton (1993 für die Schweiz), Natasha St-Pier (2001 für Frankreich) oder La Zarra (2023 für Frankreich). Österreich wurde zudem in den Jahren 1983, 1985 und 1987 vom in der kanadischen Provinz Ontario geborenen Schlagersänger Gary Lux vertreten.

Direktlink | Der Austro-Kanadier Gary Lux holte 1985 den fünften Platz
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Kanada hat gemessen an seiner Einwohnerzahl eine fast schon unheimliche Dichte an musikalischen Weltstars hervorgebracht. Dazu gehören Shania Twain, Alanis Morissette, Bryan Adams, Nelly Furtado, Avril Lavigne, Leonard Cohen, Neil Young, Shawn Mendes, Michael Bublé, The Weeknd, Drake und Justin Bieber. Zu den queeren Pionier*innen aus Kanada gehören k.d. lang, Beverly Glenn-Copeland und Rufus Wainwright. (dk)

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